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Nützlinge im Porträt: Amphibien und Reptilien

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Blindschleichen und Eidechsen schützen

BlindschleicheFoto: pixelio/ Daniela Messerschmidt Blindschleiche

Mit den Blindschleichen wenden wir uns den heimischen Reptilien­ar­ten (Kriechtieren) zu. Ihr wissenschaftlicher Name Anguis fragilis bedeutet so viel wie zerbrechliche Schlange, was zum Teil verkehrt ist. Blindschleichen sind keine Schlangen, sondern beinlose Echsen, sie gehören zur Familie der Schleichen.

Das Adjektiv „zerbrechlich“ ist allerdings zutreffend. Fasst man eine Blindschleiche unvorsichtig an, „zerbricht“ sie. Blindschleichen kön­nen – wie auch viele Eidechsen-Arten – ihren Schwanz abwerfen. Hierfür sind in den Schwanzwirbelkörpern verschiedene „Sollbruch­stellen“ eingerichtet. Bei Gefahr wird der Schwanz an so einer Stelle einfach abgeworfen. Das Erstaunliche ist, dass sich das Schwanzstück noch einige Zeit lang zuckend bewegt. Dadurch wird die Aufmerksamkeit von Fressfeinden abgelenkt und das Tier kann entkommen. Das Schwanzstück wächst nicht wie bei Eidechsen wieder vollständig nach, es bildet sich lediglich ein kurzer Stummelschwanz.

Blindschleichen sind oberseits bräunlich grau gefärbt. Im Sonnen­licht glänzt ihr Schuppenkleid in Kupfer- oder Bronzetönen. Die Tiere sind nicht blind, wie der Name auszusagen scheint. Die Bezeichnung Blindschleiche führt wohl auf den Begriff „blendender Schleicher“ zurück, weil ihr Schuppenkleid im Sonnenlicht glänzt und sich die Tiere langsam schlängelnd bewegen. Im Englischen werden sie nicht zu Unrecht als „slow worm“ benannt.

Blindschleichen erreichen eine Länge von 30-45 cm. In naturnahen Gärten verstecken sie sich tagsüber in Stein- oder Laubhaufen, in Hecken oder Komposthaufen. Gerne halten sie sich an sonnigen Stellen in der Nähe ihrer Verstecke auf, um Wärme zu tanken.

In der Nacht gehen sie auf Beutejagd. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören u.a. Nacktschnecken, Raupen, Käfer und Regenwürmer. Die Beutetiere werden mit den spitzen Zähnen gepackt und im Ganzen verschluckt. Blindschleichen gehören zu unseren Gartennützlingen, sie stehen unter Naturschutz.

Den Winter verbringen die wechselwarmen Tiere eng aneinander geschmiegt an frostsicheren Stellen, z.B. in Erdlöchern, in der Winterstarre. Ab April erscheinen sie wieder im Freien, und schon bald erfolgt die Paarung. Nach 14 Wochen legt das Weibchen bis zu zwölf Eier ab, aus denen winzige Blindschleichen schlüpfen.

Die Tiere haben viele natürliche Feinde wie Igel, Dachs und größere Vogelarten. In unseren Siedlungsgebieten und Gärten sind es häufig Hunde und Katzen, die ihren Tod bedeuten. Ein großer Feind ist allerdings immer noch der Mensch: Immer noch werden viele Tiere zertreten oder erschlagen, weil man sie für gefährlich hält.

Dort, wo Blindschleichen vorkommen, sollten wir ihnen Versteck­mög­lich­keiten, wie z.B. die schon erwähnten Stein- und Laub­hau­fen, anbieten. Durch ein engmaschiges Drahtgeflecht können sie in diesen Verstecken vor Hunden und Katzen geschützt werden. Wo Blindschleichen vorkommen, sollten Sie auf chemischen Pflanzen­schutz und auf Schneckenkorn verzichten.


Eidechsen

WaldeidechseFoto: Marek Szczepanek/ Wikimedia Waldeidechse

Abschließend noch einige Sätze zu den bei uns vorkommenden Eidechsen (Familie Echte Eidechsen), die ebenfalls zur Klasse der Reptilien gehören. Eidechsen zählen aufgrund ihres Nahrungs­spek­trums, wie z.B. Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken, zu den Nützlingen. Sie sind tagaktiv. Biotopabhängig können Wald-, Zaun-, Smaragd- oder Mauereidechsen vorkommen. Letztere war 2011 Reptil des Jahres.

Klaus-Dieter Kerpa

 


 

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