• Gartenpraxis
  • Pflanzenschutz
  • Nützlinge

Nützlinge im Porträt: Amphibien und Reptilien

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Pflanzenschutz
  • Amphibien
  • Reptilien
  • Kröten
  • Frösche
  • Lurche
  • Salamander
  • Eidechsen
  • Blindschleichen
  • Schlangen
Erdkrötenmännchen trampen zum Laichgewässer

ErdkrötenmännchenFoto: blickwinkel/J. Fieber Das Erdkrötenmännchen lässt sich vom Weibchen huckepack zum Laichgewässer tragen.

Erdkröten sind oberseits bräunlich gefärbt. Die Bauchseite ist grauweißlich. Die weiblichen Tiere können bis zu 11 cm groß werden. Mit 7-9 cm Größe sind die Männchen deutlich kleiner.

Auffällig sind die vielen „Warzen“ auf ihrem Körper. Es handelt sich hierbei um Hautdrüsen. Übrigens bekommt man keine Warzen, wenn man eine Kröte anfasst. Dieses Vorurteil hört man ja gelegentlich immer noch. Allerdings sollte man das behutsam tun und das Tier nicht drücken oder quetschen, es wehrt sich dann nämlich. Kröten haben hinter den Augen zwei deutlich erkennbare, lang gezogene Wülste. Hieraus können sie eine schleimhautreizende Substanz ausscheiden. Also bitte sanft behandeln.

Übrigens stehen alle heimischen Amphibien nach dem Bundesnatur­schutz­gesetz unter Artenschutz und dürfen weder gefangen noch getötet werden. Erdkröten sind bei uns noch relativ häufig. Sie nutzen viele Lebensräume, wie z.B. Wiesen, Weiden, Hecken, Waldränder, Parks und naturnahe Haus- und Kleingärten. In der Nähe von ruhenden, seichten Gewässern wie Teichen und Seen sind Erdkröten ebenfalls anzutreffen.

Die dämmerungsaktiven Tiere verstecken sich tagsüber unter Steinen, großen Staudenblättern, in Laub- oder Totholzhaufen oder graben sich selbst in kleine Erdlöcher ein. Naturnahe Gärten, die Strukturen, wie z.B. Totholz- und Steinhaufen, aufweisen, werden häufig von Erdkröten angenommen. Hier gehen sie in der Dämme­rung auf Jagd nach Regenwürmern, Asseln, Spin­nen, allerlei Insek­ten und kleinen Nacktschnecken. Sie helfen uns also bei der Schädlingsbekämpfung im Garten. Erdkröten sind Nützlinge.


Lebensweise und Fortpflanzung

Schon bald nach Ende der winterlichen Frostperiode, manchmal schon Anfang März, verlassen die Erdkröten ihr Winterquartier – in der Regel selbst gegrabene Löcher – und beginnen mit der Wande­rung zu ihren Laichgewässern.

Bei dieser „Krötenwanderung“ kann man häufig ein erstaunliches Schauspiel beobachten: Eine Kröte schleppt die andere auf dem Rücken mit. Beim genaueren Hinschauen entdeckt man, dass die huckepack getragene Kröte kleiner ist. Es sind die Männchen, die sich von den deutlich größeren Weibchen tragen lassen. Das Männchen hat Glück gehabt, fest angeklammert erreicht es mit dem Weibchen das Laichgewässer. Kommen Weibchen ohne männliche Begleiter an, beginnt ein heftiges Gerangel der Männchen um die Eroberung der Weibchen, die deutlich in Unterzahl sind.

Mehrere Tausend winzige schwarze Eier, die in einer gallertartigen Masse zu 2-5 m langen, ca. 5 mm dicken Laichschnüren angeordnet sind, legt ein Weibchen ab. Beim Austreten der Laichschnüre aus der weiblichen Kloake (so bezeichnen Biologen den gemeinsamen Endabschnitt von Darm, Harn- und Geschlechtsorganen bei Amphi­bien, Reptilien und Vögeln) gibt das Männchen sein Sperma darüber ab.

Nach einigen Tagen entwickeln sich kleine schwarze Kaulquappen. Es dauert nun noch zehn bis zwölf Wochen, bis die Metamorphose abgeschlossen ist und aus den kiemenatmenden Kaulquappen kleine lungenatmende Erdkröten geworden sind.


Ortstreue: Geburtsgewässer bleibt Laichgewässer

Das Laichen der Erdkröten erfolgt immer in dem Gewässer, in dem sie „geboren“ sind. Die Wanderung von ihren verschiedenen Biotopen zu diesen Gewässern stellt eine große Gefahr für die Tiere dar. Viele fallen in Gullys oder Kellerschächte und verenden dort qualvoll.

Auf ihrem Weg müssen sie eventuell auch Straßen überqueren. Das wird vielen Tieren zum Verhängnis. Gut, dass es Naturschützer und Amphibienfreunde gibt, die Krötenzäune aufstellen. Mancherorts werden stark von Kröten frequentierte Straßen während der Wan­de­rung gesperrt. Auf jeden Fall sollten Sie, liebe Gartenfreunde, an Straßen, die mit dem Verkehrsschild „Krötenwanderung“ versehen sind, in der Dämmerung und in der Nacht vom Gas gehen und vorsichtig fahren.

 


 

Seite 1: Das Doppelleben der Amphibien
Seite 3: Grasfrösche überwintern im Schlamm
Seite 4: Grünfrösche laden zum Froschkonzert
Seite 5: Blindschleichen und Eidechsen schützen

Seite 2 von 5

Online-Seminar am 13.05.2026

Blattgemüse (fast) das ganze Jahr

Salat, Spinat und Co. – Expertin Christel Rupp verrät Ihnen:
► wie Sie den Anbau für das Jahr planen
► geeignete Arten und Sorten für jede Jahreszeit
► wie Sie für eine lange Ernte gestaffelt aussäen
► Hilfsmittel um die Saison zu verlängern
► wie Sie Ernten und die Pflanzen pflegen
+ Am Ende beantwortet Christel Rupp Ihre individuellen Fragen zum Anbau von Blattgemüse.

Alle Infos & Anmeldung

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten April

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den April.

mehr…

Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Sie sind auf der Suche nach Besonderheiten für Ihren Garten? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Gartenschätze an. 

mehr…

Gartenfreund Spezial - Wildbienen

„Gartenfreund Spezial“: Wildbienen

Eine Ausgabe „Gartenfreund Spezial“ mit nur einem Thema: Wildbienen!

Alles Wissenswerte zu den spannenden und schützenswerten Insekten. Vom Erkennen der unterschiedlichen Arten bis hin zu praktischen Tipps, wie man ihnen im eigenen Garten eine Heimat bieten kann.

Ideal auch für Schulungen und Lehrgänge.

Alle Infos & Bestellung

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten April

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den April.

mehr…

Online-Seminar am 27.05.2026

Frische feigen ernten

Feigen wachsen bloß in südlichen Ländern? Von wegen – Experte Roland Kempf verrät Ihnen:
► Den perfekten Standort
► Tipps zur Sortenwahl
► Pflege, Schnitt, Düngung
► Kulturfehler und Winterschutz
► Tipps, wenn die Feige nicht trägt
+ Am Ende beantwortet Roland Kempf Ihre individuellen Fragen zum Anbau von Feigen.

Alle Infos & Anmeldung

Hurra! Ich habe einen Kleingarten.

Hurra! Ich habe einen Kleingarten.Ideal für Neupächter!
2. Auflage ab jetzt erhältlich.

Auf über 100 Seiten bleiben keine Fragen zum Gärtnern im Verein, zum Anbau von Obst und Gemüse, Ziergehölzen oder Wasser im Garten offen.

         mehr…
 

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten April

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den April.

mehr…

„Der Fachberater“ – damit Sie auf dem Laufenden sind!

Der Fachberater

Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Klein­gar­ten­wesens. Die Ver­bands­zeit­schrift des Bun­des­ver­ban­des Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwer­punkt­the­men.

mehr...

Online-Seminar am 28.04.2026

Alternativen zum klassischen Rasen

Es müssen nicht nur Gräser sein – Experte Prof. Martin Bocksch verrät Ihnen:
► mögliche Alternativen und geeignete Arten
► was die Alternativen bieten, was der Rasen nicht hat
► welche Gräser sich für „Problemstandorte“ eignen
► wie Sie Flächen anlegen, bewässern, düngen und pflegen
► wie, wann und wie oft Sie schneiden
+ Am Ende beantwortet Prof. Martin Bocksch live Ihre individuellen Fragen zu Rasen-Alternativen.

Alle Infos & Anmeldung