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Biologischer Pflanzenschutz mit Nützlingen

parasitierte BlattlausFoto: Hoyer Eine von einer Blattlausschlupfwespe parasitierte Blattlaus In den Anfängen des biologischen Pflanzenschutzes beschränkten sich Gärtner darauf, Nützlinge in der Natur zu sammeln, um sie dann in ihren Gärten zur Schädlingsbekämpfung auszusetzen. Im 19. Jahrhundert begann man damit, Nützlinge in andere Länder und Kontinente zu bringen, um so vor allem mit Kulturpflanzen eingeschleppte Schaderreger in Schach zu halten. Ein bekanntes Beispiel ist die Blutlauszehrwespe, die in den zwan­zi­ger Jahren des letzten Jahrhunderts mit Erfolg als natürlicher Feind der aus Nordamerika eingeschleppten Blutlaus in Deutschland eingebürgert wurde.


Nützlingseinsatz in Gärtnereien

In den vergangenen 30 Jahren entstanden Firmen, die Nützlinge in großer Menge für den Einsatz in Gärtnereien züchten. So können heute beispielsweise im Tomaten und Gurkenanbau Weiße Fliegen, Spinnmilben und Blattläuse häufig schon mit Hilfe von Schlupfwespen, Raubmilben und anderen Nützlingen aus solchen Zuchtbetrieben bekämpft werden.

Will man diese biologischen Pflanzenschutzverfahren mit Erfolg einsetzen, muss man sich genau mit der Lebensweise der Schädlinge und Nützlinge auskennen. So mögen die Raubmilben, die zur Spinnmilbenbekämpfung eingesetzt werden, beispielsweise keine trockene Luft, wie sie in Gewächshäusern im Sommer häufig vorkommt. Sollen sich die Raubmilben also gut im Gur­ken­be­stand vermehren, muss man die Luftfeuchte tagsüber erhöhen, indem man die Blätter der Pflanzen mehrmals am Tag leicht befeuchtet.

Besonders schwierig ist die Bekämpfung von Blattläusen, da sie sich bekanntermaßen rasant vermehren. Häufig können Nützlinge, wie die Larven von Florfliege und Räuberischer Gallmücke, mit diesem Vermehrungstempo nicht mithalten. Die Blattläuse entwickeln sich dann doch stärker, als es dem Gärtner lieb ist.

In großen Produktionsgärtnereien setzen Pflanzenschutzspezialisten daher meist mehrere Nütz­lin­ge ein, um durch die richtige Kombination Schwächen der einzelnen Nützlinge auszugleichen. Manchmal müssen sie dann auch noch regulierend mit nützlingsschonenden Pflan­zen­schutz­mit­teln eingreifen.

In Deutschland kommen die meisten Nützlinge in Gewächshäusern zum Einsatz, da hier die Klimabedingungen recht gut zu steuern sind. Natürlich gibt es auch Nützlinge, die man im Freiland verwenden kann, z.B. eine Schlupfwespenart gegen den Maiszünsler, ihre Zahl ist jedoch begrenzt.

Christoph Hoyer

Lesen Sie zu dem Thema auch den Beitrag "Nützlingseinsatz im Garten".

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