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Verdrängt Asiatischer Marienkäfer Artgenossen?

 Entwicklungszyklus Asiatischer Marienkäfer


Larve Asiatischer MarienkäferFoto: Hommes Bild 2: Die Larven des ersten Entwicklungsstadiums sind beim Europäischen und Asiatischen Marienkäfer einheitlich grau gefärbt Larve Asiatischer MarienkäferFoto: Hommes Bild 3: Nach der ersten Häutung erscheinen beim Asiatischen Marienkäfer auf beiden Seiten des Körpers typische orangefarbene Streifen Larve Asiatischer MarienkäferFoto: Hommes Bild 4: Im letzten Larvenstadium färben sich beim Asiatischen Marienkäfer zusätzlich zu den Streifen noch einige Rückenborsten orange



Im Unterschied: Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers


Larve des SiebenpunktkäfersFoto: Landw. Technologiezentrum Augustenberg Bild 6: Die Larven des Siebenpunktkäfers weisen nur einzelne orangefarbene Flecken auf, hier beim Blattlausverzehr
 

Wie andere Marienkäfer-Arten überwintert der Asiatische Marienkäfer an geschützten Stellen. Im Laufe der Vegetationsperiode treten mehrere Generationen auf. Ein einzelnes Weibchen kann bei ausreichendem Nahrungsangebot bis zu 3800 Eier in seinem Leben ablegen.

Gewöhnlich werden die Eier in Gelegen von 10-50 Stück an die Blattunterseiten von mit Blatt­läu­sen besiedelten Pflanzen abgelegt. Die Eier haben eine glatte, glänzende Oberfläche und sind zunächst gelb-orange gefärbt. Kurz vor dem Schlüpfen der Larven wechselt die Farbe der Eier in Richtung dunkelgrau.

Eine Artunterscheidung der Käfer anhand der Eier ist nicht möglich. Nach einer Entwicklungszeit von ca. einer Woche schlüpfen die Larven aus den Eiern. Die Larven des ersten Entwicklungs­sta­di­ums sind einheitlich grauschwarz gefärbt (vgl. Bild 2).

Nach der ersten Häutung erscheinen auf den beiden Seiten des Körpers typische orangenfarbene Streifen (vgl. Bild 3), während die Larven der bei uns häufig vorkommenden Zwei- und Sieben­punkt-Marienkäfer nur einzelne orangenfarbene Flecke aufweisen (vgl. Bild 6). Die größeren Larven des Asiatischen Marienkäfers können lediglich mit den Larven des bei uns heimischen Vierpunkt-Marienkäfers verwechselt werden, der jedoch deutlich seltener auftritt.

Im letzten und vierten Larvenstadium verfärben sich beim Asiatischen Marienkäfer auch zusätzlich ein Teil der Rückenborsten orange (vgl. Bild 4). Größere Larven und Käfer sind sehr gefräßig und können bei ausreichendem Nahrungsangebot bis zu 150 Blattläuse pro Tag vertilgen.


Sehr vermehrungsfreudig

Aufgrund des ungewöhnlichen großen Vermehrungspotentials sowie seiner Aggressivität ge­gen­über anderen Artgenossen oder anderen Blattlausfeinden wird die Art sich vermutlich in den nächsten Jahren in Europa zu einer der dominantesten Marienkäfer-Arten entwickeln. Eine Aus­rot­tung des Asiatischen Marienkäfers in Europa ist nicht mehr möglich. Interessant wird jedoch sein, wie schnell und wie stark sich der Neubürger in unserer Umwelt etabliert.

Dr. Martin Hommes

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