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Obstgarten November

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SteckhölzerFoto: Stein Steckhölzer sollten mindestens zwei Blattknoten besitzen, aus denen sie Wurzeln bilden und im Frühjahr austreiben können.

Steckhölzer sichern für die Beerenverjüngung

(bs) Steckhölzer fallen in den frostfreien Tagen des Frühwinters bei Schnittarbeiten an vielen Bee­ren­sträu­chern an. Man kann sie in feuchte Tücher ein­schla­gen und für später kühl gelagert aufbewahren oder sofort weiterverarbeiten. Gut ausgereifte Triebe werden dabei auf Scherenlänge (20–30 cm) ge­schnit­ten, und zwar zur besseren Orientierung oben quer und unten schräg, jeweils dicht unter ei­nem Blatt­kno­ten. Dann stecken Sie sie dicht an dicht in einen Blumentopf mit nährstoffarmem, humusreichem Substrat, sodass die oberen Augen nur 2–3 cm aus der Erde ra­gen. Nach dem Angießen wird der Topf im kalten Gewächshaus oder Frühbeet unter Folie aufgestellt, damit die Erde nicht austrocknet. Im Frühjahr bilden sich Wurzeln und Triebe. Im darauf­folgenden Jahr ist die Jungpflanze für den end­gül­ti­gen Standort fit.

 
Winterschnitt bei frostfreiem Wetter

(bs) Versuche haben gezeigt, dass Bäumen und Sträuchern ein Sommerschnitt weit besser bekommt als ein Winterschnitt. Vor allem Wunden und Schnittstellen sind jetzt lange dem Angriff von Pilzen und Bakterien ausgesetzt, sie schließen sich sehr langsam und sind durch Austrocknen gefährdet. Praktische Gründe, wie z.B. die bessere Erreichbarkeit der Schnittstellen ohne Laub, sprechen dennoch für den Winterschnitt, der aber nur bei frostfreiem Wetter oder leichter Kälte (bis ca. –6 °C) erfolgen darf.


MispelnFoto: Fotolia/romaneau Mispeln werden erst nach den ersten Frösten genießbar. Sie eignen sich für die Herstellung von Marmeladen, Obstwein und Säften.

Lange Zeit vergessen - die Mispel

(bs) Lange Jahre war die Mispel (Mespilus germanica) in Vergessenheit geraten. Heute wird diese uralte Wild­obst­art und Rarität wieder geschätzt. Die walnussgroßen, braunen Früchte bieten vitamin­reiches Obst in den Wintermonaten. Sie werden erst nach den Frösten teigig weich und damit genießbar. Äußerlich erinnern sie an Birnen, sind aber bedeutend würziger und haben ei­nen ungewöhn­lichen, süß-säuerlichen Geschmack. Man kann daraus Marmeladen, Obstwein und Säfte herstellen. Besonders attraktiv sind die schönen weißen, sehr großen Blüten (Durchmesser bis 8 cm) und die Blätter, die sich im Herbst durch orange­gelbe Färbung aus­zeich­nen. Damit ist der 4–8 m hohe, mehr breit als hoch wachsende Baum auch ein herrliches Ziergehölz.


Frost für die Süße

(bs) Weshalb trägt der Sanddorn bis weit in den Winter noch Massen von orangegelben Früch­ten? Warum schmücken sich die Schlehen noch lange mit leuchtend blauen und der immergrüne Bodendecker Preiselbeere bei Eis und Schnee mit korallenroten Früchten? Ihre pektin- und fruchtsäurereichen Früchte schmecken aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes sehr herb. Erst der Frost wandelt so viel von der enthaltenen Stärke in Traubenzucker um, dass die Früchte süßer schmecken und nicht nur bei den Vögeln, sondern auch bei Menschen Anklang finden.

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