BMS
  • Gartenpraxis
  • Pflanzenschutz
  • Krankheiten

Tomate: Kraut- und Braunfäule bekämpfen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Tomaten
  • Krautfäule
  • Braunfäule
  • Tomatenpflanze
  • Phy­toph­thora infestans
  • Pflanzenschutzmittel
  • Cocktailtomate

Tomate - Kraut- und BraunfäuleFoto: Hoyer Eine von der Kraut- und Braunfäule befallene Tomatenpflanze Es dürfte wohl kaum einen Garten geben, in dem keine Tomaten angebaut werden. Leider wird das be­liebte Fruchtgemüse regelmäßig von dem Erreger der Kraut- und Braunfäule, einem Pilz namens Phy­toph­thora infestans, befallen.

Zu Infektionen, die sich auf unterschiedliche Art zeigen, kommt es meist im Hochsommer. Anfangs welken einzelne Fiederblättchen. Sie färben sich graugrün und sterben bald ab. Bei feucht-warmem Wetter kann es dann schnell zum Absterben des Krautes kommen.

Befällt der Erreger die Stängel und Blattstiele, so weisen sie dunkelgraue bis schwarze Stellen auf. Nicht selten fallen diese Blatt- und Triebinfektionen aber kaum auf, sodass die Kraut- und Braunfäule erst an den reifenden Früchten erkannt wird. Diese ver­lie­ren ihren Glanz und werden an den Be­falls­stel­len hart und leicht schrumpelig.

Mit fortschreitender Krankheit kann man auch gut die Entstehung der Braunfärbung im Fruchtfleisch beobachten. Befallene Früchte sind ungenießbar.

Die Kraut- und Braunfäule der Tomate wird durch den gleichen Schadpilz verursacht wie die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel. Der Krank­heits­er­re­ger braucht für die Infektion und die Bildung von Sporen hohe Luftfeuchtigkeit.
 
Um einen Befall der Tomatenpflanzen zu vermeiden, bieten sich mehrere Maßnahmen an. Käufli­che oder auch selbst gebaute Tomatenüberdachungen aus Folie sind eine gute Möglichkeit, die Pflanzen vor Niederschlägen zu schützen.

Wichtig bei solchen Konstruktio­nen ist, dass die Tomaten gut durchlüftet werden, denn Schwitz­was­ser, das sich unter Tomatenhauben oder auch in Folienzelten schnell bildet, bietet dem Erreger sehr gute Infektionsbedingun­gen.

Auch in Gewächshäusern kann die Krankheit starke Schäden verursachen, da gerade bei kühler und nasser Witterung meist nicht ausreichend gelüftet wird und sich so sehr schnell Tau­feuch­tig­keit durch Kondenswasser auf den Blättern und Früchten bildet.

Wer über eine regengeschützte Terrasse oder eine entsprechend trockene und sonnige Stelle an der Wand der Gartenlaube oder des Geräteschuppens verfügt, sollte seine Tomaten im kom­men­den Jahr in Kübel pflanzen und an diesen geschützten Orten aufstellen. Erfahrungsgemäß ist der Befallsdruck hier am geringsten.

Neben diesen kulturtechnischen Maßnahmen gibt es noch die Möglichkeit, Pflanzenschutzmittel ge­gen die Kraut- und Braunfäule ein­zusetzen. Derzeit sind folgende Präparate für den Einsatz im Garten zugelassen: „Cueva Pilzfrei“ oder „Atempo Kupfer Pilzfrei“ (bei­de von Neudorff) mit dem Wirkstoff Kupferoktanoat.

Die Tomatensorten sind unterschiedlich anfällig für die Kraut- und Braunfäule, allerdings gibt es bisher kaum Sorten mit hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber der Krankheit. Nach eigenen Erfahrungen ist nur die hochtolerante Cocktailtomatensorte ‘Philovita’ empfehlenswert und überzeugt auch in Geschmack und Ertrag.

Bei den normalfrüchtigen Tomaten gilt die Sorte ‘Phantasia’ als tolerant gegenüber der Kraut- und Braunfäule. Bei starkem Befallsdruck erkrankt diese Sorte nicht so schnell wie beispielsweise die hochanfällige Sorte ‘Harzfeuer’.

Christoph Hoyer