• Tiere im Garten

Wespen: Nur Kurzköpfe werden lästig

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Nest einer Langkopf­wespeFoto: Langendorf Dieses Nest einer Langkopf­wespe fanden Gartenfreunde in Berlin un­ter ihrem Laubendach. Wahr­schein­lich war hier ein Volk der Sächsi­schen Wespe am Werke. Wie sollte sich ein Gartenfreund verhalten, wenn er ein Nest von Langkopfwespen unter dem Laubendach oder an anderer Stelle im Garten vorfindet? Haben die Gartenfreunde in Berlin alles richtig gemacht?

Ja, die Berliner Gartenfreunde haben das ganz richtig gemacht. Wich­tig ist, ein bisschen Abstand, etwa 2 m, vom Nest zu halten. Man muss wissen, dass Wespen eigentlich nur in Nestnähe aggressiv werden, um ihre Brut zu verteidigen. Und das Aggressionspotenzial korreliert mit der Größe des Volkes. Das heißt, Lang­kopf­wes­pen sind mit ihren kleinen Völkern auch viel weniger aggressiv als die Deutsche und Gemeine Wespe mit ihren großen Völkern.

Weiter entfernt vom Nest, z.B. an einer Blüte oder auch sonst beim Nahrungserwerb, sind Wespen nor­malerweise nicht aggressiv. Werden Sie aber an der Nahrungsaufnahme gehindert, körperlich bedrängt, z.B. eingequetscht, oder man tritt auf sie, dann wehren sie sich – zu Recht. Daher sollten Kinder auch nicht barfuß auf dem Ra­sen laufen, vor allem nicht, wenn Blütenpflanzen zwischen den Gräsern wachsen.

Wie verhält man sich am besten, wenn ein Nest der Gemeinen oder Deutsche Wespe in Haus, Garage, Laube oder Garten ­gefunden wird?

Erst einmal die Tiere beobachten, Ruhe behalten und Abstand zum Nest wahren. Wer mag, kann ein Warnschild aufstellen oder die Stelle mit Flatterband absperren. Zu glauben, wenn man ein solches Nest abtötet, sei man die Tiere prin­zipiell los, das ist ein Trugschluss. Ich schätze, dass alle 100 m ein Nest existiert, das wir nur nicht sehen. Und die Tiere haben einen Flugradius von 3 km.

Man kann auch Fliegendraht zur Innenseite des Gebäudes hin anbringen, damit die Tiere nicht ins Gebäude gelangen. Kontraproduktiv ist es, das Einflugloch zu verschließen, die Tiere werden aggres­siv und suchen sich einen anderen Ausgang, und der führt dann evtl. ins Gebäude-Innere.
Prinzipiell ist die Duldung der Tiere der leichteste Weg.

Was ist zu tun, wenn man ein Nest doch entfernen will oder muss, weil z.B. jemand in der Familie allergisch ist?

Zunächst möchte ich anmerken: Nicht jede empfindliche Reaktion ist eine allergische Reaktion. Dennoch müssen Allergiker natürlich besonders vorsichtig sein. Nur sollte klar sein, dass mit der Entfernung des einen Nestes nicht alle Tiere in der Umgebung vernichtet sind. Dafür gibt es zu viele Nester, die wir nicht sehen.

Ein Wespennest von der Deutschen oder Gemeinen Wespe umzusiedeln, ist ganz schwer. Die Nes­ter sind fest in den Hohlraum eingebacken. Da bleibt dann nur die Vernichtung der Tiere. Das ma­chen Schädlingsbekämpfer.

Entdeckt man ein Nest erst im August, braucht man es nicht mehr zu entfernen, die einjährigen Völker zerfallen ohnehin zu dieser Zeit. Die Arbeiterinnen gehen zugrunde, es gibt keine Brut mehr zu pflegen. Und die Jungkönigin­nen haben sich längst vergraben.

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