BMS
  • Gartenpraxis
  • Pflanzenschutz
  • Schädlinge

Raupen an Kohl

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Pflanzenschutz
  • Schädlinge
  • Raupen
  • Kohlmotte
  • Kohlschabe
  • Kohl
  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Blumenkohl
  • Schutznetz

Alle Kohlarten, von Kopf- bis Grünkohl, dienen einer Reihe von Schädlingen als Nahrung. Am bekanntes­ten sind sicherlich Kohlweißlinge, die in manchen Sommern verstärkt auftreten und daher zu den häufigs­ten Schmetterlingen zählen. Die Lar­ve des Großen Kohlweißlings ist gelb-schwarz gemustert und deutlich behaart, die des Kleinen Kohlweißlings einfarbig grün mit einer gelben Rückenlinie.

Neben den Kohlweißlingslarven schädigen im Garten häufig noch die Raupen der Gemüse- und der Kohleule. Diese beiden Arten, die zu den plumpen Nachtfaltern zäh­len, sind kaum zu unter­scheiden. Ihre gefräßigen Larven sind sehr variabel gefärbt. Sie können grün, braun oder auch schmutzig grau sein.

Die Raupen der genannten Arten fressen große Löcher in die Blätter und können sich sogar regelrecht in die Köpfe von Weiß- oder Rotkohl bzw. in die Blüte des Blumenkohls hineinbohren. Außerdem verunreinigen sie das Erntegut mit großen Mengen Kot.

Neben den Weißlingen und Eulen können noch der Kohlzünsler und die Kohlmotte, auch Kohlscha­be genannt, an den verschiedenen Kohlarten Schäden verursachen. Beide Schädlinge sind kleine, unauffällige, mottenähnliche Falter, die kleine Löcher in die Blätter fressen. Für die Kohlmotte ist der so genannte Fensterfraß typisch, bei dem die obere Pflanzenhaut über der Fraßstelle stehen bleibt.

Zur vorbeugenden Bekämpfung der schädigenden Raupen bietet sich das frühzeitige Abdecken der Pflanzen mit Kulturschutznetzen an. Gelegentlich findet zwar eine Eiablage durch das engmaschige Netz hindurch statt, stärkerer Raupenbefall lässt sich jedoch mit den Netzen verhindern.

Wollen Sie keine Netze einsetzen, können Sie die Raupen absammeln oder entsprechende Pflan­zen­schutz­­mit­tel einsetzen. Für die Anwendung im Garten ist das biologische Präparat „Raupenfrei“ (Neudorff) zugelassen. Wichtig ist ein frühzeitiger Einsatz des Mittels, da es gegen junge Larven die beste Wirkung zeigt.

„Raupenfrei“ enthält als Wirkstoff Bacillus thuringiensis. Dieses Bakterium ist für die Schmet­ter­lings­lar­ven ein tödlicher Krankheitserreger, für Menschen, Wirbeltiere und viele Insekten ist es dagegen harmlos. Das Bakterienpräparat wird von den Raupen beim Fressen mit aufgenommen und zerstört sie innerhalb weniger Tage.

Christoph Hoyer

Bitte beachten Sie vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die aktuelle Zulassungssituation.