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Gutes Obst kommt aus guter Schule

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Beerenobst Dierking, Gilten

Heidel- oder BlaubeerenFoto: Verlag W. Wächter/Peters Heidel- oder Blaubeeren schmecken nicht nur köstlich, die Pflanzen sind mit ihrer attraktiven Herbstfärbung auch optisch ein Genuss. Eine ganz andere Art von Obstanbau erwartete uns am nächsten Tag in Nie­der­sach­sen. In den sandigen, nähr­stoff­ar­men und sauren Böden der Land­schaft nördlich von Hannover gedeihen Heidekrautgewächse vortrefflich. Seit den 80er Jahren werden auf inzwischen 800 bis 1000 ha verstärkt Heidelbeeren in dieser Region angebaut, die deshalb auch das blaue Dreieck genannt wird. Die Anbauer ziehen das Wort Blau­bee­ren dem Begriff Kulturheidelbeeren vor, weil es verständlicher ist und auch international gebräuchlich (Blueberry).

Für den Beerenobst-Spezialbetrieb von Wilhelm und Sonja Dierking in Gilten bei Schwarmstedt sind Cranberries und Blaubeeren die beiden wichtigsten Kulturen. Von dem 65 ha großen Gelände des seit 40 Jahren bestehenden Betriebes entfallen 15 ha auf den Obstanbau, 5 ha auf die Baumschule und 1 ha auf Forschung und Entwicklung.

Pro Jahr verkauft Dierking etwa 1,5 Mio. Pflanzen an Baumschulen und Pflanzen-Versandhäuser als Jungpflanzen, Halbfertigware und Fertigware. Die eine Hälfte der Pflanzen landet z.B. über Versandhäuser in den Hausgärten, die andere im Erwerbsanbau. Neben dem kommerziellen Anbau, der Vermehrung und Anzucht und dem weltweiten Versand von Blaubeeren unterstützt Dierking auch aktiv die Erforschung und Entwicklung neuer Sorten in und für Europa, außerdem arbeitet der Betrieb mit dem Institut für „Plant & Food Research“ in Neuseeland zusammen und züchtet auch selbst.

Spezialbetriebs für BeerenobstFoto: Verlag W. Wächter/Peters Sonja Dierking führte uns durch einen Teil des Spezialbetriebs für Beerenobst. Im Hintergrund Gewächshäuser mit Jungpflanzen. Blaubeeren werden in den letzten Jahren immer häu­fi­ger auf Wochenmärkten und im Einzelhandel an­ge­bo­ten. Es sind meist Kulturheidelbeeren (Vaccinum corymbosum) mit deutlich größeren Früchten als die der Wildart (V. myrtillus). Sie wurden aus der Amerikanischen Heidelbeere gezüchtet, die Pflanzen erreichen in Kultur eine Höhe von etwa 150 cm. Die Früchte haben helles Fruchtfleisch, weil sich der typische blaue Farbstoff nur in der Schale befindet.
 
Kulturheidelbeeren bringen gut 25 Jahre lang Erträge, 5 bis 6 kg trägt ein Strauch jedes Jahr. Die Pflanzen sind extrem robust - wenn der Boden stimmt - und dekorativ. Sie haben eine schöne Blüte und Herbst­fär­bung sowie eine lange Reifezeit.
 
Mit ihrem zweiten Schwerpunkt, den Cranberries, kultivieren die Dierkings seit zehn Jahren eine weitere Trendfrucht und sind damit Vorreiter in der Region. Um die Produktion weiter zu verbessern, tauschen sie sich regelmäßig mit Anbauern in den USA aus.
 
Cranberries schmecken sehr herb, sie sollen das Immunsystem stärken und gegen schädliche Bakterien wirken. Dierking bietet neben den Pflanzen auch frische Cranberries und Produkte wie Saft, Fruchtaufstrich und Aperitif an.

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