• Kleingartenwesen

Smell. Taste. Feel. – reloaded

Garten-Blogger-Treffen von Volmary geht mit gut 30 Teilnehmern in die zweite Runde

Garten-Blogger-Treffen auf dem KaldenhofFotos: Volmary Klasse Location, klasse Event, klasse Stimmung, so lautet das Fazit des 2. Garten-Blogger-Treffens von Volmary am 10. August auf dem Kaldenhof. Donnerstag, 10. August 2017, 9:10 Uhr. Beim Check-in auf dem Kaldenhof in Münster geht es ruhig zu. Schnell ist mein Name in der Teilnehmerliste gefunden, weil schon viele abgehakt sind. Um 9:30 Uhr soll’s losgehen – Garten-Blogger sind pünktlich, wollen nichts verpassen. Die „Wiederholungstäter“ wissen, was sie erwartet, und die, die zum ersten Mal dabei sind, können es kaum erwarten.

Gemütlich hergerichtet hat der Gastgeber Volmary den Pavillon, den zentralen Treff­punkt: mit Gartenbänken, Tischchen, Stühlen, vielen Pflanzen und natürlich frisch ge­ern­te­ten Tomaten zum Naschen – da finden sich die Teilnehmer nicht nur zu den „offiziellen“ Tagesordnungspunkten ein, sondern auch zum Plaudern.

„Schön, dich zu sehen!“, „Nicht zu fassen, die Sonne scheint, weißt du noch letztes Jahr?“ – bei den Bloggern, die schon 2016 der Ein­la­dung zum Treffen gefolgt waren, ist die Wie­der­se­hens­freu­de groß, und Stephan Roth, bei Volmary für den digitalen Bereich und den Blog Plant Happy (www.plant-happy.de) ver­ant­wort­lich, muss sich erst einmal Gehör verschaffen, um die gut 30 Gäste zum 2. Garten-Blogger-Treffen will­kom­men zu heißen und zur kurzen Vorstellungsrunde einzuladen.


Stephan Roth Stephan Roth versprach bei der Begrüßung, dass das Treffen vor allem Spaß machen wird – und er hielt sein Versprechen.


Spätestens dabei wird deutlich, was für ein „bunter Haufen“ sich hier zusammengefunden hat: Da ist z.B. eine Software-Entwicklerin, die Biologie studiert hat, eine Gärtnermeisterin, eine Landfrau, eine studierte BWLerin, die ihren „trockenen“ Beruf als Controllerin zwar mag, aber grüne Themen zum „Runterkommen“ braucht, und eine Bloggerin, die mittlerweile mit dem Blog und sonstigen Kooperationen, die sich daraus ergeben haben (z.B. Buchprojekte, Fernsehdrehs, eigener Shop) ihre Brötchen verdient.

Fest steht: Die Brötchen verdienen nahezu alle mit etwas anderem, verbringen aber viele Stunden im großen oder kleinen Klein- oder Hausgarten oder auf dem Balkon, sammeln Erfahrungen und verbringen noch einmal so viele Stunden vor dem Rechner, um ihr Wissen und ihre Erkenntnisse mit anderen Garteninteressierten zu teilen.

Was kennzeichnet diese „Spezies“ noch? SEHR großes Interesse an allem, was mit Grün zu tun hat. Und so lauschten alle beim Workshop „Kitchen Gardening“ gespannt der Expertin von Emsa, die erklärte, was beim Anbau von Kräutern und Gemüse zu beachten ist und welche Pflanzgefäße und Blumentöpfe sich am besten dafür eignen.


Garten-Blogger-Treffen - Eventkochen Eines war beim Eventkochen schnell klar: Gemeinsam macht es viiiiel mehr Spaß als allein zu Hause.


Ganz praktisch ging es anschließend beim Event-Kochen mit der LandGenussWerkstatt zu. Wer gedacht hat, dass Zuschauen und Probieren angesagt ist, hatte sich getäuscht. In den Beeten gab es Ansagen vom Koch, welche Kräuter geerntet werden sollten, und dann wurde gemeinsam gehackt, gemixt und gekocht, bis sich „Raw Mojito Balls“, „Zoodles“ und Salbei-Bonbons sehen lassen konnten.

Unterhaltsam ging es weiter, als Oliver Wächter, Verleger u.a. der Verbandszeitschrift "Gartenfreund", Herausgeber der Website www.gartenfreunde.de und auch in diesem Jahr wieder Kooperationspartner, sich dem Thema „Kleine Gärten, große Klischees: die Schrebergärten“ widmete. In die Runde gefragt, wer was mit dem Begriff „Kleingarten“ assoziiert, ließen die Antworten alle Klischees aufleben: Gartenzwerg, Rentner, Gesetze, Reglementierungen, Ver­eins­mei­e­rei, spießig, Feinripp …


Oliver Wächter „Wer macht, hat Recht“, mit diesem Ausspruch motivierte Oliver Wächter die potentiellen Kleingartenpächter unter den Bloggern, im Vereinsvorstand „mitzumischen“, um positive Dinge zu erhalten und negative zu ändern.


Aber mit Unterstützung der anwesenden Blogger, die selbst einen Kleingarten bewirtschaften, gelang es ihm, ein anderes Bild vom Kleingartenwesen zu zeichnen: Kleingartenanlagen sind öffentliche Park- und Grünflächen, die oft mitten in der Stadt liegen und dort dafür sorgen, dass man – im wahrsten Sinne – mal durchatmen kann, und eine eigene Parzelle bietet Raum für individuelle Entfaltungsmöglichkeiten und sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Und auch in einem Wohnhaus versucht man, mit den verschiedensten Nachbarn auszukommen, und es gibt per Mietvertrag Regeln für ein Miteinander. „In einer Kleingartenanlage gibt es auch viele Nachbarn, und der Verein lebt von der Gemeinschaft, die auch durch Gemeinschaftsarbeit und Mitgliederversammlungen gelebt wird“, betonte Oliver Wächter und schloss – mit Blick auf das mitgebrachte Bundeskleingartengesetz – augenzwinkernd: „Es besteht übrigens keine Pflicht zum Gartenzwerg.“

Mit besonders großem Interesse sahen die Blogger Stephan Roths Workshop „So gedeiht dein Garten-Blog“ entgegen. Der „Online-Nerd“, wie ihn seine Kollegen nennen, zeigte auf, dass jeder unter „gedeihen“ etwas anderes versteht: Will ich damit Geld, z.B. über Anzeigen, verdienen? Will ich einen Shop aufbauen? Und wie kann ich die Zugriffszahlen erhöhen?


Garten-Blogger-Treffen-2017 Schnell Notizen machen oder einfach fotografieren, damit die Idee nicht verlorengeht.


Wichtig ist es aus seiner Sicht, eine „Marke“ mit Wiedererkennungswert zu entwickeln. Das kann ein Logo sein, aber auch ein eigener Stil bei „Schreibe“ und Layout, um aufzufallen und sich von anderen zu unterscheiden. „Und, ganz wichtig, bleibt euch treu, bleibt authentisch, macht das, was euch Spaß macht, und erstickt nicht jede Spontaneität durch einen Redaktionsplan“, motivierte Stephan Roth die Blogger.

Er zeigte Möglichkeiten auf, sich bei Logoentwicklung (z.B. Fiverr) oder Websitegestaltung (z.B. Elma-Studios) professionelle Hilfe zu holen, wies bei Shops auf das erforderliche SSL-Zertifikat hin, schlug aber auch vor, einmal bei kleinen Agenturen ein Angebot für einen (bezahlbaren) Blog-Relaunch einzuholen.

Und was die Präsenz in sozialen Netzwerken angeht, gab er den Bloggern mit auf den Weg, den Blog als „sicheres Zuhause“ zu betrachten und dort die treuen Leser zu „bedienen“. Instagram und Co. unterliegen dem Zeitgeschehen, und bei der Schnelllebigkeit im Internet kann keine Aussage zur Lebensdauer solcher Kanäle getroffen werden.


Garten-Blogger-Treffen - Upcycling Dem Trend „upcycling“ folgend, hatte Volmary eine Sitzecke aus Paletten gebaut, die nicht nur bequem war, sondern mit der Bepflanzung auch noch witzig aussah.


Der „Tradition“ folgend, wurde nach so viel Input der Bollerwagen für die gemeinsame „Smell.Taste.Feel“-Runde über das Gelände gepackt, um zu erkunden, was Blumen, Kräuter und Gemüse unseren Sinnen zu bieten haben. Dabei sorgte die Verkostung der Parakresse – zurecht auch Prickelknöpfchen genannt – wieder für allgemeine Erheiterung, und bei der Wasabi-Pflanze erfuhren wir, dass nicht die Wurzel, sondern der (nicht scharfe und nicht grüne) Spross der Pflanze verwendet wird und dass z.B. bei im Handel erhältlichen „Wasabi“-Knabbereien mit Farbstoff und Rettich bei Farbe und Geschmack nachgeholfen wird.


Garten-Blogger-Treffen Der Bollerwagen ist gepackt, auf geht’s zum Rundgang.


Wie im vergangenen Jahr war beim Rundgang die Führung durch das Tomatenhaus wieder das Highlight. Da ging es mit 'Zebrino', 'Buffalosteak' und 'Conqueror' nicht nur namentlich ausgefallen her, sondern die vielen unterschiedlichen Sorten hielten auch tolle Überraschungen für die Ge­schmacks­knos­pen bereit.

Selbige wurden dann noch einmal beim Exkurs zu den Paprikas strapaziert – hier trieb die Unkenntnis darüber, dass Paprika und Chili miteinander verwandt sind, einigen interessierten Verkostern die Tränen in die Augen.

Und wer bis zum Rundgang noch nicht wusste, welche Pflanze definitiv ein Muss für die Saison 2018 ist, dem half Volmary mit Tee von der Lakritz-Tagetes und Joghurt-Himbeer-Eis mit Früchten der kompakt wachsenden Sorte ‘Rubi Beauty‘ bei der Entscheidungsfindung.


Garten-Blogger-Treffen - Floristik Allerweltsfloristik? Ein „no-go“ für Anke Krohme, die mit ihren kreativen Ideen für die tollsten Fotomotive sorgte.

Anke Krohme


Für den kreativen Teil an diesem programmreichen Tag sorgte Floristik-Meisterin Anke Krohme. Sie stellte ausgefallene Blumensträuße und Blumendekorationen her und lieferte so die tollsten Fotomotive.

Wir halten fest: Auch die zweite Auflage des Garten-Blogger-Treffens von Volmary war wieder eine erfolgreiche Kontaktbörse, von der die Blogger viele Ideen und Anregungen mit nach Hause genommen haben – und die Gewissheit, dass Volmary sie im Hinblick auf die Bewerbung ihres Blogs über die Volmary-Website unterstützt. Und noch eins steht fest: Wer 2017 zum ersten Mal dabei war, wird sich 2018 ganz sicher bei den Wiederholungstätern einreihen, wenn es auf dem Kaldenhof wieder heißt: Smell. Taste. Feel.

Jutta Pleiner, Verlag W. Wächter

 

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