- Gut zu wissen
Torf aus dem Schnellkochtopf
Foto: Marzban/ATB
Moore sind wirkungsvolle Klimaschützer, daher ist es wichtig, sie zu erhalten. Nach Willen der vorherigen Bundesregierung sollte mit der Torfminderungsstrategie die Verwendung von Torf im Hobbybereich bis 2026 beendet, sowie im Erwerbsgartenbau bis 2030 erheblich reduziert werden.
In den letzten Jahren ist der Anteil von Torf in Substraten bereits kontinuierlich gesunken. Allerdings wird die Beschaffung von Ersatzstoffen zunehmend schwieriger und teurer, da etwa Holzfasern mit anderen Holznutzungen in Konkurrenz stehen oder Grüngutkompost oft zu hohe Salzgehalte hat.
Doch jetzt könnte es einen Durchbruch beim Torfersatz geben: Wissenschaftler des Leibnitz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) haben im Schnellkochtopf in Minutenschnelle künstlichen Torf hergestellt und zwei Patente dazu eingereicht. Dr. Nader Marzban, Wissenschaftler am ATB, erklärt: „Wir können künstlichen Torf aus fast jedem organischen Ausgangsmaterial herstellen, darunter Biomasse wie Holz, Gräser, Blätter und Paludikulturpflanzen. Dieser Prozess erfordert Wasser, Druck und Temperaturen zwischen 70 und 120 °C sowie eine geeignete Rezeptur für eine erfolgreiche Produktion.“
Was in der Natur Jahrtausende benötigt, gelang im Schnellkochtopf in wenigen Minuten. „Mit diesen beiden Verfahren haben wir den Grundstein für weitere Forschungen und für die Entwicklung eines neuen Wissenschaftsbereichs gelegt“, so Marzban. Ob der künstliche Torf den Weg aus dem Schnellkochtopf zur industriellen Großproduktion schafft, werden die nächsten Jahre zeigen.
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