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Pflanzenanzucht: Mit „Know-how“ erfolgreich aussäen

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Saatgut aus guten Züchtungen auswählenFoto: Stein Wer selbst aussät, kann Saatgut aus guten Züchtungen auswählen. Kauft man Jungpflanzen, sind die Sortennamen nur selten ausgeschildert.


Auf genügend Wärme achten

Die richtige Aussaattemperatur trägt entscheidend zum Erfolg bei. Fensterbänke sind oft viel zu kalt, daher sollten Sie mit einem Thermometer kontrollieren, welche Temperaturen dort tat­säch­lich herrschen. Notfalls wechseln Sie den Platz, z.B. in die Nähe eines Heizkörpers, oder Sie schieben unter die Keimschalen eine isolierende Kork-, Styropor- oder Holzplatte.

Weniger als eine Zimmertemperatur von 18–20 °C benötigen nur Salat (8–15 °C) und Mo­nats­erd­bee­ren (14–16°C). 18–20 °C eignen sich für Tomaten, Kohlarten, Fenchel, Kräuter, Zucchini.

Wärmebedürftiger sind Paprika und Auberginen (20–22 °C) sowie Gurken, bei denen ständig we­nigs­tens 20 °C, besser 24–25 °C erreicht werden sollten. Im Gewächshaus werden diese Tem­pe­ra­tu­ren nachts oft wesentlich unterschritten, das kann den Keimerfolg stark beeinträchtigen.


Qualität hat ihren Preis

Wählen Sie immer die bestmögliche Sorte. Ein wenig mehr Geld für eine bessere Züchtung sichert zugleich ein deutliches Plus an Krankheitsresistenz, Ertrag und innerer Qualität der Früchte.


Reife-Kompost aus dem eigenen GartenFoto: Stein Für die Anzucht können Sie auch Reife-Kompost aus dem eigenen Garten ver­wenden. Der muss aber unbedingt in Backofen oder Mikrowelle sterilisiert werden.


Aussaaterde oder steriler Kompost

Locker, luftig, von guter krümeliger Struktur und vergießfest, so sollen Aussaaterden sein. Au­ßer­dem dürfen sie keine oder nur sehr wenig salzhaltige Dünger enthalten, durch die die zarten Keime „verbrennen“ könnten. Normale Blumenerde enthält oft zu viel davon. Gute (auch torffreie) Aussaaterden gibt es im Fachhandel.

Weniger bekannt ist, dass sich auch der Reife-Kompost aus dem eigenen Garten eignet. Allerdings muss man ihn unbedingt sterilisieren, sonst finden sich schnell durch Pilzsporen hervorgerufene „Umfallkrankheiten“ ein. Der eigene Backofen (anheizen auf 150 °C, Dauer 1/2 Stunde) eignet sich bestens dazu. Auch in der Mikrowelle funktioniert das Dämpfen von Erde (15 Minuten bei 500 Watt).

Die Erde wird in hitzbeständige Plastikfolie oder in Bratfolie gefüllt, ein absolut sauberes Ver­fah­ren. Nach dem Abkühlen der Erde sollten Sie sie sofort für die Aussaat verwenden. Frisch ste­ri­li­sier­te Erde duftet recht angenehm. Ganz ohne Konkurrenz durch aggressive Pilze und Kleintiere, die im Kompost sonst reichlich enthalten sind, keimen und wachsen die Pflanzenjünglinge sehr freudig.

Nicht geeignet sind „Düngetorf“ (enthält viel zu wenig Kalk) und Blumen- und Balkonkastenerde (führt wegen zu starken Düngergehaltes zu Verbrennungen).


Gegen Austrocknung vorbeugen

Austrocknen während der Keimung kann alles gefährden. Nachdem Sie ausgesät und mit einer feinen Brause angegossen haben, ist die Saatschale daher am besten in einem „Zim­mer­ge­wächs­haus“ unter der Abdeckhaube untergebracht.

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