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Veredeln: Erste Hilfe und neue Sorten für Obstbäume

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Chip-budding – Veredeln für Könner

Diese Methode wird auch Spanveredelung genannt. Der Chip bezeichnet ein Auge mit Holzschildchen, das genau passend zurechtgeschnitten in die ebenfalls zurechtgeschnittene Unterlage gesetzt wird. Veredelt wird auf einen jungen Wildling. Die Dicke des Wildlings sollte an der Veredelungsstelle (in etwa 20 cm Höhe) die Stär­ke eines Bleistiftes oder eines Kugelschreibers haben. Bei dickeren Unterlagen wählt man zum Veredeln besser die Variante des Pfropfens hinter die Rinde.

Chip-buddingFoto: Neder Chip-budding
1. Den Wildling auf 20-30 cm von Seitenästen befreien und mit einem Tuch reinigen. Dann ca. 1,5 cm unterhalb des Auges einen 3 mm tiefen, leicht nach unten gerichteten Schnitt ansetzen. Den zweiten Schnitt etwa 3 cm über dem ersten ansetzen und das Messer flach hinter der Rinde in Richtung der ersten ansetzen und das Messer flach hinter der Rinde in Richtung der ersten Einkerbung führen.
Chip-budding 2Foto: Neder 2. Genauso wird das Auge aus dem Edelreis geschnitten. Die Einkerbungen an Unterlage und Edelreis sollten gleich groß sein. Beim Einsetzen des Chips sollten sich die Ränder der Schnittstellen an Unterlage und Edelreis genau decken.





 
Chip-budding 3Foto: Neder 3. Verbunden wird mit einem Gummiband oder einer elastischen Veredelungsfolie. Das Auge in der Mitte bleibt frei. Die Chip-Veredelung kann sowohl im Frühjahr (April/Mai) auf das trei­ben­de Auge als auch im Som­mer auf das schlafende (d.h. nicht mehr aus­trei­ben­de) Auge angewandt werden.

Wer Unterlagen bestellt, kann sie entweder auf einem Beet auspflanzen oder auch eintopfen. Mit getopften Unterlagen gehen die Schnitte anfangs etwas leichter von der Hand. Werden die Un­ter­la­gen im Frühjahr bestellt, lässt man die Unterlagen am besten zunächst einwachsen und veredelt dann im Juli/August. Bei einer Frühjahrsveredelung z.B. im Mai treibt das Auge nach einigen Tagen oder Wochen  an und bildet einen zügig wachsenden Trieb aus.

Bei der Veredelung im Sommer muss man auf den Austrieb bis  zum nächsten Frühjahr warten.

Ist der Trieb etwa 10 cm lang, wird die Unterlage bis auf einen kurzen Stummel über der Veredelungsstelle abgeschnitten. Hieran kann man den neuen Trieb der Edelsorte anheften. (Vorsicht: Er bricht leicht!) Wird der Trieb größer, kann man ihn zusätzlich stäben. Im nächsten Jahr, wenn der Neuaustrieb aus eigener Kraft seine erwünschte Stellung beibehält, kann diese Stützhilfe direkt über der Veredelungsstelle entfernt werden.

 

 

Bezugsquellen

für Veredelungszubehör:
Hermann Meyer
Tel. 0 41 01/49 09-0
www.meyer-shop.de

Unterlagen und Zubehör:
Baumschule Wagner
Tel. + Fax 0 84 46/3 60
info@veredelungsunterlagen.de


Thomas Neder
Kreisfachberater im Landratsamt Coburg

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