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Veredeln: Erste Hilfe und neue Sorten für Obstbäume

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Wichtige Grundregeln und Tipps für das Veredeln

Veredeln macht nur mit einem guten Messer Sinn und Spaß. Am besten ist ein Ver­edelungsmesser. Eine leichte Hippe hat eine etwas gekrümmte Klinge, ein Kopulier­messer eine glatte Klinge. Ist kein Veredelungsmesser vorhanden, eignet sich auch ein stabiles Taschenmesser ohne gewellten Schliff. Ein Pflasterverband am Daumen und dem ersten Finger der linken Hand (bei Rechtshän­dern) schützt besonders am Anfang vor Schnittverletzungen.

Seitliches EinspitzenFoto: Neder Seitliches Einspitzen:
1. Unterhalb der Wunde wird ein T-Schnitt gemacht: ca. 3 cm lang senkrecht und etwa 2 cm waagerecht. Oberhalb der Wunde steht das T bild­lich gesehen auf dem Kopf.
Seitliches Einspitzen 2Foto: Neder 2. Am Edelreis einen langen, glatten Kopulationsschnitt jeweils am oberen und unteren Ende durchführen. Nach dem Einsetzen des Reises mit Veredelungsband verbinden und mit Wachs bestrei­chen. Alle Schnitte sollten sau­ber und fest mit einem scharfen Messer durch­ge­führt werden, damit die Rinde auch vollständig durchtrennt ist. Bei schon etwas dickerer Rinde ist hierzu etwas Kraft nötig. Mit Hilfe des Messers oder eines Holzstöckchens lässt sich die Rinde lösen. Es gibt auch Okuliermesser mit einem Rindenlöser auf der Klinge. Eine exakte Schnittführung erscheint auf den ersten Blick vielleicht recht schwierig, kann jedoch mit etwas Übung an weichen Weiden­äs­ten schnell erlernt werden. Übung macht auch hier den Meister.

Obwohl sich die moderne Baumpflege gegen den Einsatz von Wundverschlussmitteln ausspricht, greifen erfahrene Obst­bauberater noch immer auf Wundverschlussmittel (mit Fungizid) zurück.

Wer sich nach dem Mond richten will, wählt die Zeit des zuneh­men­den Mondes, am besten in der Nähe des Vollmondes und an einem Fruchttag.

Reiser werden zur Zeit der absoluten Saftruhe (je nach Witterung von Mitte Dezember bis ca. Ende Januar) geschnitten und bis zum Zeitpunkt der Veredelung feucht-kalt (z.B. im Felsenkeller oder luftdicht in einer Folie eingewickelt im Kühlschrank bei 3–5 °C) aufbewahrt. Viele Vereine, Obst­bau­ins­ti­tu­te oder Lehrgärten bieten einen Reiserservice an. Hier können optimal gelagerte Reiser bestellt werden. Wer diese Möglichkeit nicht nutzen kann und Sorten des eigenen Gartens ohne Lagerung verwenden möchte, kann auf die Sommervariante des Rindenpfropfens ausweichen.

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