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Naturnahes Gärtnern: Wildstauden für extreme Standorte

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Mit den richtigen Pflanzen verschwinden „Problemzonen“ im Garten


Wildstauden - LeberblümchenFoto: Stefan Hauser/Botanikfoto Zu schattig oder zu trocken – gerade mit Wildstauden können Sie „Pro­blemstandorte“ begrünen, wie z.B. mit dem Leberblümchen.


Wer hätte nicht gern einen Garten, der in allen Ecken grünt und blüht? Leider wissen Gar­ten­freun­de aus Erfahrung: Es gibt fast immer Standorte, an denen die Pflanzen kümmern. Schuld daran sind meist extreme Bedingungen, seien es die Lichtverhältnisse (schattig oder vollsonnig), die Ei­gen­schaf­ten des Bodens (sandig durchlässig, lehmig-tonig, kalkhaltig), zu viel Nässe oder extreme Trockenheit.

Doch für fast jeden Standort gibt es ei­ne Lösung! Der Trick: Gärtnern Sie mit der Natur. Verbünden Sie sich mit robusten Wildstauden, die an den jeweiligen Extrem­standorten nicht nur überleben, sondern sich so richtig wohlfühlen. Wir stellen Ih­nen die besten Spe­zialisten für die wichtigsten „Problem­zonen“ im Garten vor.


Vollschatten, Halbschatten und saisonale Schattenreiche

Schatten ist nicht gleich Schatten. Diese Erkenntnis ist wichtig, um für dunkle Ecken die richtigen Pflanzen zu wählen. Der Vollschatten ist ein Bereich, den die Sonne nie berührt. Er findet sich an der Nordseite unserer Lauben und unter immergrünen Gehölzen wie Rhododendren. Er bietet nur wenigen Pflanzen Lebensraum.

Schier aussichtslos ist die Lage allerdings im Schatten von Koniferen, die in Klein­gärten aber auch nichts zu suchen ha­ben. Nicht einmal Gras wächst hier, denn die Gehölze entziehen dem Erdreich mit flachen Wurzeln oberflächennah das Wasser und säuern den Boden mit herabfallenden Nadeln an.

Im Halbschatten scheint die Sonne nur morgens (Ostseite der Laube) oder abends (Westseite). Jahreszeitlich bedingter Schatten herrscht unter laubabwerfenden Gehölzen, also auf den Baum­schei­ben unserer Obstbäume und an den Rändern von Hecken und Ziergehölzen.


Blattschmuckpflanzen für den Vollschatten

Im tiefen Schatten gedeihen Farne am besten. Die urtümlichen Pflanzen bilden keine Blüten, sind mit ihren filigranen Wedeln aber attraktive Blattschmuckpflanzen.


Gewöhnlicher WurmfarnFoto: Flora Press/Bildagentur Becko Heimische Farne, hier der Gewöhnliche Wurmfarn, fühlen sich im Schatten richtig wohl.


Einfach zu kultivieren ist der Gewöhnliche Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). Der aus­brei­tungs­freu­di­ge Farn gedeiht auf allen humosen, nährstoffreichen Böden. Er wird bis zu 120 cm hoch und benötigt daher etwas Platz. Teilen Sie die Pflanzen regelmäßig, damit sie nicht zu groß werden.

Der Dornige Wurmfarn (Dryopteris carthusiana) oder Karthäuserfarn bleibt etwas kleiner (90 cm). Er liebt einen Standort mit leicht saurem Boden. Noch niedriger bleibt der Braune Streifenfarn (Asplenium trichomanes). Da seine etwa 20 cm langen Wedel waagerecht wachsen, wird der Kleinfarn oft nur 15 cm hoch. Er braucht humusreiche, durchlässige Böden und fühlt sich auch in Stein- und Mauerfugen sowie auf Baumstümpfen wohl. Der heimische Gewöhnliche Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), auch als Engelsüß bekannt, erreicht eine Höhe von bis zu 40 cm. Er ist sehr anpassungsfähig und wächst an schattigen Standorten aller Art.

Neben den Farnen gedeiht im Vollschatten eine immergrüne Blütenpflanze, die Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum). Der kriechende Bodendecker wird 5–10 cm hoch. Seine nierenförmigen, glänzenden Blätter bilden einen hübschen Blattteppich, die braunen Blüten sind recht unscheinbar. Die Pflanze mag humose, kalkhaltige Böden, kommt aber auch auf sandigem Substrat mit reichlich Laubhumus zurecht.


Gewöhnlicher HaselwurzFoto: Michael Münch Im Schatten bildet das immergrüne, glänzende Laub der Gewöhnlichen Haselwurz attraktive Blattteppiche.


Alle hier für den Vollschatten empfohlenen Pflanzen benötigen leicht feuchte Böden, die der tiefe Schatten in der Regel ohnehin mit sich bringt.


Farbe und Leuchtkraft: Blüten im Halbschatten

Im Halbschatten der Gehölzränder fühlen sich bereits einige attraktive Blütenpflanzen wohl, darunter die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis). Die zweijährige oder ausdauernde Pflanze mag durchlässige, humose und nährstoffreiche Böden. Sie wird bis zu 70 cm hoch und trägt von April bis Juli einen lilafarbenen Flor. Besonders am Abend und in der Nacht verströmen die Blüten einen angenehmen Veilchenduft, der Schwebfliegen und Nachtfalter in den Garten lockt. Den Larven einiger Schmetterlinge, darunter der hübsche Aurorafalter, dient die Nachtviole als Nahrungspflanze.


Gewöhnliche NachtvioleFoto: eevl/Fotolia.com Die Gewöhnliche Nachtviole verströmt am Abend und in der Nacht einen angenehmen Veilchenduft, der auch Schwebfliegen und Nachtfalter anzieht.


Die gut 150 cm hoch aufragenden Blütenstände des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) setzen im Halbschatten vor dunklen Gehölzkulissen schöne Akzente: Hier leuchten ihre hell­ro­sa­vio­lett­far­be­nen, mitunter auch weißen Blüten regelrecht auf und locken Hummeln an.

Im ersten Jahr bilden die Pflanzen eine Blattrosette, erst im zweiten blühen sie. Entfernen Sie den Blütenstand nach dem Abblühen, dann kann die Pflanze mehrjährig wachsen. An den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche. Vorsicht: Roter Fingerhut ist in allen Teilen stark giftig!

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