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Naturnahes Gärtnern: Ein Staudenbeet anlegen

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Naturnaher GartenFoto: Steffen Hauser/botanikfoto Stockrosen, Phlox, Malven, Fetthennen, Kräuter ... ein naturnaher Garten hat Mensch und Tier etwas zu bieten.

Ein Garten ohne Blumen wäre undenkbar. Sie erfreuen mit ihren Farben, ihrem Duft und ihren viel­fäl­ti­gen Formen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst. Und sie bieten vor allem Insekten wie Schmetterlingen, Bienen, Schwebfliegen und anderen Nützlingen einen reich gedeckten Tisch. Daher wollen wir Ihnen hier einige Tipps zur Anlage eines Staudenbeetes geben. In den nach­fol­gen­den beiden Ausgaben erhalten Sie eine Auswahl naturnaher Stauden und Sommerblumen, mit denen Sie die ganze Saison über Blüten(t)räume für Mensch und Tier schaffen können.


Ans ganze Jahr denken

Stauden sind krautige, mehrjährige und meist winterharte Pflanzen. Die Überwinterung erfolgt als Rhizom, Wurzelballen, Zwiebel oder Knolle. Bei den meisten Stauden sterben die oberirdischen Pflanzenteile nach der Vegetationsperiode ab. Es gibt aber auch wintergrüne Arten wie Christrose (Helleborus) oder Fetthennen (Sedum).

Auch in der Dauer der Blühphase unterscheiden sich die Pflanzen. Es gibt Arten, die mehrere Wo­chen durchgehend blühen können, z.B. Steppensalbei (Salvia nemorosa) oder Katzenminze (Ne­pe­ta). Andere Stauden bilden ein zweites Mal Blüten, wenn sie nach der Hauptblüte geschnitten werden (Remontierschnitt). Dazu gehören z.B. Rittersporn (Delphinium) und Moschus-Malve (Malva mo­scha­ta). Mehr dazu finden Sie unter Remontierschnitt.

Bei sorgfältiger Auswahl der Stauden können Sie so das Beet für alle vier Jahreszeiten attraktiv gestalten und Insekten die ganze Saison Nahrung anbieten.


Der richtige Standort

Achten Sie bei der Standortwahl darauf, dass die meisten Arten eine bestimmte Bodenart, Bo­den­re­ak­tion und Bodenbeschaffenheit bevorzugen. Ebenso vielfältig sind die Ansprüche an Sonne, Halbschatten und Schatten.

Wenn Sie ein Beet anlegen, sollten Sie zuerst ausdauernde Wurzelunkräuter entfernen. An­schlie­ßend lockern Sie den Boden bis in eine Tiefe von ca. 30 cm. Dabei können Sie organischen Dünger oder Kompost mit einarbeiten. Beachten Sie aber, dass Stauden in der Regel einen geringen Nähr­stoff­be­darf haben.


Anordnung der Pflanzen

Stauden können Sie nach Blühzeit, Wuchs­höhe oder Blütenfarbe kombinieren. Farben- und Blü­ten­for­men können sich wiederholen, Frühjahrs- oder Herbstblüher an die Ränder gepflanzt oder die Stauden etwa in Wellen oder Mosaiken angeordnet werden.

Vor dem Pflanzen im Frühling oder Herbst empfiehlt es sich, die Töpfe mit den Stauden auf das Beet zu stellen, um sich ein besseres Bild machen zu können. Auf einen Quadratmeter passen zwei bis drei Leitstauden, die höher als 60 cm wachsen oder vier bis sechs Stauden mit einer Wuchs­höhe bis maximal 60 cm, sieben bis neun Stauden bis 40 cm oder zehn bis 16 Stauden unter 20 cm.

Zuerst sollten Sie die Leitstauden platzieren, die dem Beet die gewünschte Struktur geben, danach die Lücken mit kleineren Stauden auffüllen. Die beste Wirkung erreichen Sie mit einer Grup­pen­pflan­zung – je kleiner eine Art ist, desto mehr können zusammenstehen.

Zu lange Triebe und Wurzeln sollten Sie einkürzen. Anschließend werden die Pflanzen bis an den Wurzel­hals in den Boden gesetzt und gründlich gewässert.


Mit Sommerblumen auffüllen

Stauden WuchshöheFoto: Steffen Hauser/botanikfoto Stauden können z.B. nach Wuchshöhe gestaffelt werden. Für eine besondere Farbenpracht können Sie zu­sätz­lich Sommerblumen in Ihr Staudenbeet säen oder vorgezogene pflanzen. Sommerblumen sind ein- oder zweijährige Pflanzen. Viele vermehren sich durch Samen, sodass sie sich von selbst wieder aussäen, z.B. Kornblume (Centaurea cyanus) oder Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus).


Staudenpflege

Während der Saison ist es wichtig, bei Trockenheit zu wässern und welke Blätter und Blüten auszuputzen. Hoch wachsende Stauden wie Rittersporn sollten Sie locker an kräftige Stäbe binden, damit sie bei Wind nicht abknicken.

Schneiden Sie Stauden nach dem Abblühen nicht im Herbst, sondern erst im Frühjahr zurück. So werden die Pflanzen vor Frost und Winternässe geschützt und Vögel finden zusätzliches Futter. Auch überwintern einige Insekten in den hohlen Stängeln. Fest ein­ge­wach­se­ne, einheimische Stauden benötigen in der Regel keinen Winterschutz.

Horst Bublitz
Fachberater im Landesverband der
Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern

 


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