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Obstspaliere

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Sommerschnitt erforderlich

In der Regel muss zum Erhalt strenger Spalierformen nach dem Winterschnitt mindestens zweimal ein Sommerschnitt durchgeführt werden. Ziel des Sommerschnittes ist die Bildung von kurzem Fruchtholz in der Nähe der Hauptäste.

Als grober Anhaltspunkt kann folgende Empfehlung dienen: Je nach Witterung be­ginnt der erste Sommerschnitt Ende Mai/Anfang Juni, wenn die Triebe ca. 20 cm he­rangewachsen sind. Kürzen Sie die Trie­­be auf jeweils etwa vier gut entwickelte Blätter ein. In der Regel treibt das obers­te Auge nochmals aus. Diesen Neutrieb kürzen Sie wieder auf zwei bis drei Blät­ter ein. Treiben mehrere Au­gen aus, entfernen Sie alle Austriebe bis auf den untersten Austrieb und schneiden diesen dann nochmals auf zwei bis drei Blätter zurück.

Sauerkirschen und Pfirsiche fruchten im Gegensatz zu Birnen und Äpfeln am einjährigen Holz. Um ein Verkahlen der stammnahen Zonen zu vermeiden, ist der erwähnte Sommerschnitt besonders wichtig. Am besten schneiden Sie diese Obstarten direkt nach der Ernte zurück.


So erziehen Sie Ihre Spaliere

Obstspaliere - MirabellenFoto: ExQuisine/FotoliaDas Fächerspalier ist die lockere Alternative zur streng formalen Spaliererziehung. Es eignet sich auch für Steinobstarten wie Sauerkirsche, Pfirsich, Aprikose, Mirabelle und Zwetsche.

Es gibt keine strengen Regeln für die Form dieses Spaliers. Manchmal wird es wie eine lockere Palmette mit einem Mitteltrieb und schrägen Ästen gezogen, oh­ne dabei auf die Symmetrie zu achten. Meist wird es aber ohne Mitte aufgebaut.

Die Palmette mit schrägen Ästen besteht aus einen Mitteltrieb und Seiten­ästen, die in mehreren Etagen in einem Winkel von etwa 60–70° vom Mit­teltrieb abzweigen. Klassisch setzen die Seitenäste der schrägen Palmette jeweils auf gleicher Höhe an und verlaufen symmetrisch zur Mitte.

Sie können jedoch auch Seitenäste erziehen, die auf unterschiedlichen Höhen beginnen – das ergibt ein etwas natürlicheres Wuchsbild. Die Bildung einer Etage erreichen Sie durch Anschnitt der Mitte, wie bei der Verrier-Palmette beschrieben. Diese Erziehungsform eignet sich z.B. gut für Aprikosen.

Bei der Palmette mit waagerechten Ästen werden diese in mehreren Ebenen parallel waagerecht übereinander angeordnet. Am besten achten Sie schon beim Kauf darauf, dass geeignete Äste für eine oder mehrere Etagen vorhanden sind. Der Mitteltrieb wird zunächst belassen, der Rest der Triebe einfach entfernt.


Obstspaliere - SauerkirschenFotos: Neder, yamix/Fotolia Auch Sauerkirschen sind als Spalierobst geeignet – hier wird ein junger Baum als Palmette mit waagerechten Ästen gezogen.


Den Austrieb passender Seitentriebe können Sie durch Rückschnitt des Mitteltriebes ca. 10 cm über der gewünschten Verzweigung erzielen. Diese Spalierform gelingt leicht bei Äpfeln, Birnen oder Sauerkirschen.

Beim Senkrechten Kordon besteht der Baum nur aus der Hauptachse. Die Seitentriebe der Mittelachse werden regelmäßig und mehrfach im Jahr eingekürzt, sodass nur kurzes Quirlholz um die Hauptachse entsteht. Es muss gelegentlich verjüngt werden.

Der Schräge Kordon besteht wie der Senkrechte Kordon nur aus einem in der Schräge formierten Haupttrieb mit kurzen Seitenästen. Das Seitenholz wird durch mehrfachen Sommerschnitt dicht an der Hauptachse gehalten.

Um einer Vergreisung vorzubeugen, muss es ab und zu verjüngt werden. Schlanke Formen des Senkrechten oder Schrägen Kordons lassen sich z.B. beim Apfel mit wenig Schnittaufwand durch die Verwendung typischer Säulenformen erreichen.

Eine U-Palmette können Sie leicht selbst erziehen. Sind beim jungen Obstgehölz noch keine zwei Seitenäste auf gleicher Höhe vorhanden, die man waagerecht biegen kann, schneiden Sie einfach den Mitteltrieb ca. 10 cm über der gewünschten Verzweigung ab. Das forciert den Austrieb von Seitentrieben.

Obstspaliere - Verrier-PalmetteGrafik: Neder Eine Verrier-Palmette besteht aus zwei U-Elementen. Zwei passende Triebe binden Sie zunächst waa­ge­recht, den Rest der Triebe entfernen Sie. Die sich nach oben richten­den Triebspitzen binden Sie immer wieder waagerecht. Ist ein gewisser Abstand zum Mitteltrieb erreicht, leiten Sie die Trieb­spitzen senkrecht nach oben und erzielen auf diese Weise die U-Form. Al­ter­na­tiv können Sie die beiden Gerüsttriebe zunächst schräg heranziehen und erst später waagerecht bin­den. Die Seitentriebe halten Sie durch den Som­mer­schnitt kurz.

Bei der Verrier-Palmette können Sie ähnlich wie bei der U-Palmette vorgehen: Neben den zwei Sei­ten­trie­ben, die waagerecht gebunden werden, be­las­sen Sie jedoch zusätzlich einen Mitteltrieb. Dieser wird zur Ausbildung der zweiten U-Palmette, die in der Mitte des ersten U-Ele­mentes liegt, etwa 10 cm über der ge­wünschten Verzweigung angeschnitten. Die Formierung des zweiten U-Elementes erfolgt analog zur U-­Pal­met­te.

Thomas Neder

 



Schritt für Schritt zum Fächerspalier

01) Belassen Sie zwei passende Seitentriebe, die nach außen weisen, und entfernen Sie alle anderen. 02) Biegen Sie die beiden Triebe nach außen, und zwar im Winkel von etwa 60° zur Mitte, und kürzen Sie sie um etwa ein Drittel ein.

03) Von den neuen Austrieben auf der Oberseite lassen Sie im nächsten Jahr jeweils einen auf der linken und einen auf der rechten Seite stehen. Diese Triebe sollten am besten in der Nähe der gedachten Mitte ansetzen. 04) Biegen Sie die belassenen Triebe flach (ggf. auch bogenförmig) zur Seite. Den Rest der aufrechten Triebe kürzen Sie ein.


 

05) Das Gleiche geschieht nun wiederum im darauffolgenden Jahr mit den Austrieben auf dem zweiten Bogen. Störende lange Triebe in der Mitte sollten Sie einkürzen oder komplett entfernen. 06) Nach drei bis fünf Bögen ist die Form des Fächerspaliers in der Regel gut ausgefüllt. Nun können Sie Ihr Hauptaugen­merk auf die kontinuierliche Pflege des Fruchtholzes richten.
 

 

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