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Mischkultur

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Partnersuche im Gemüsebeet


Partnersuche im GemüsebeetFoto: botanikfoto/Steffen Hauser

Die Idee der Mischkultur ist der Natur abgeschaut, denn dort gibt es keine Monokulturen. In der Natur finden sich Pflanzenarten zusammen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Alle Arten sind gut an die speziellen Bedingungen ihres Standortes angepasst, und auch Tiere gehören zu dieser Lebensgemeinschaft dazu.

Schon seit Jahrhunderten wird in den sogenannten Bauerngärten Gemüse in Mischkultur an­ge­baut. Unsere Vorfahren fanden im Laufe der Zeit heraus, welche Pflanzen gut miteinander zu­recht­kom­men – sich sogar fördern – und welche sich nicht vertragen.


„Die drei Schwestern“

Auch die Mayas bauten schon vor Jahrhunderten ihr Gemüse in Mischkultur an: Sie pflanzten Mais, Bohnen und Kürbisse gemeinsam an. Diese Kombination wird auch „die drei Schwestern“ genannt: Die Stangenbohnen ranken am Mais hoch und reichern den Boden mit Stickstoff an. Dabei kommen sich die Wurzeln nicht in die Quere, da der Mais ein Flach- und die Bohnen Tiefwurzler sind. Der Kürbis beschattet den Boden durch seine großen Blätter und schützt ihn dadurch vor Austrocknung, gleichzeitig unterdrückt er lästiges Unkraut.

Diese Kultur lohnt sich auch in unseren Breiten, Sie sollten aber den Mais im Warmen vor­kul­ti­vie­ren, damit die rankenden Bohnen ihn im Wachstum nicht so schnell überholen. Es empfiehlt sich auch, die Maispflanze an einer Stütze anzubinden.


Vorteile der Mischkultur

Wenn Sie Gemüse in Mischkultur anbauen, haben Sie eine Menge Vorteile im Vergleich zum Anbau einer einzelnen Gemüseart auf einer Fläche:

  • Mischkultur hilft, Platz zu sparen. Pflanzen mit unterschiedlichen Wurzeltiefen ver­brau­chen in unterschiedlichen Bodenschichten Nährstoffe. Daher können Sie eine Vielzahl von Gemüsearten auf kleinem Raum anbauen, ohne dass diese um Nährstoffe konkurrieren.
  • Da die Gemüsepflanzen zudem unterschiedliche Nährstoffe benötigen, beugen Sie mit einer Mischkultur der Bodenmüdigkeit vor.
  • Eine dichtere Bepflanzung beschattet den Boden und hilft, den Wasserhaushalt zu re­gu­lie­ren. Außerdem unterdrückt sie unerwünschtes Unkraut.
  • Benachbarte Pflanzenarten können z. B. über Duftstoffe gegenseitig Schädlinge abwehren oder sie verwirren.
  • Bestimmte Pflanzen fördern sich gegenseitig in ihrem Wachstum.

Pflanzen kommunizieren

Einige dieser Vorteile der Mischkultur beruhen darauf, dass Pflanzen über Botenstoffe (Phytonzide) miteinander kommunizieren. Das tun sie nicht nur über die Wurzeln, sondern auch über die Luft. Bei Befall durch Insekten senden sie Botenstoffe aus, welche die Nachbarpflanzen alarmieren und sie anregen, Stoffe im Gewebe einzulagern, die Schädlinge am weiteren Fressen hindern. Genau diese Vorgänge macht man sich bei der Mischkultur zunutze.

Steckzwiebeln und ErdbeerenFoto: Lindner Zwiebelgewächse wirken gesundheitsfördernd auf Nachbarpflan­zen, hier z. B. Steckzwiebeln in Mischpflanzung mit Erdbeeren
Manche Pflanzen können auch Stoffe aussenden, die die Schädlinge direkt abwehren. Das be­kann­tes­te Beispiel dafür ist die Kombination von Möhren mit Zwiebeln. Möhren beeinträchtigen durch ihre Duft­stoffe die Gemüsefliege und Zwiebeln verwirren mit ihren Gerüchen die Möh­ren­flie­ge.
 

Abwechslung in der Reihe

Eine Reihenmischkultur, also nebeneinander liegende Reihen Möhren und Zwiebeln, nützt nicht viel, um den Schädling an der weiteren Ausbreitung zu hindern, denn er kann sich innerhalb der Reihe schnell weiterverbreiten. Deshalb sollten Sie auch innerhalb der Reihe für Abwechslung sorgen. Das ist bei Gemüse, das reihenweise ausgesät wird, zwar etwas schwieriger umzusetzen, erspart aber nachher den Ärger über Ernten, die von Schädlingen befallen sind. Vor allem ein­jäh­ri­ge Arten, wie z. B. Dill oder Bohnenkraut, können Sie direkt zwischen die Reihen setzen.

Ein gutes Beispiel ist hier die gemeinsame Aussaat von Dill und Pflücksalat in einer Reihe, denn Dill fördert die Keimung von Salat. Er sollte allerdings nur zu einem Drittel mit dem Salatsamen ver­mischt werden. Sie haben dann gleichzeitig ein leckeres Gewürz mit im Salat.

Mischkulturen mit größeren Pflanzen, wie z. B. mit Tomaten oder mit Kürbis, sind da einfacher. Die Tomate wird zudem gefördert, wenn Senf als Vorkultur auf der Fläche steht, wo später die Tomaten­pflan­zen stehen sollen. Sie können sogar Senfsamen in das Pflanz­loch geben – das soll das Anwachsen der Tomaten fördern.

Tomaten vertragen sich mit vielen anderen Gemüsearten: Bohnen, Kohl, Möhren, Porree, Pe­ter­si­lie, Salat, Sellerie, Spinat und Zwie­beln. Es wäre aber falsch, all diese Pflanzen in bunter Mi­schung um die Tomaten anzupflanzen oder auszusäen, denn manche vertragen sich un­ter­ein­an­der wieder nicht, wie z. B. Bohnen und Zwiebeln.

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