• Gartengenuss

Gurken – grün, frisch, knackig

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Gurke
  • Salatgurke
  • Einlegegurke
  • Anbau
  • Rankhilfen
  • Kürbisgewächs

Reiche GurkenernteFoto: alicja neumiler/Adobe Stock

Die Gurke (Cucumis sativus) gehört zur Familie der Kürbisgewächse und ist eine ausgesprochen wärmeliebende Kulturpflanze. Vermutlich stammt sie ursprünglich aus den subtropischen und tropischen Regionen Afrikas und Indiens, auch wenn ihre genaue Herkunft nicht eindeutig belegt ist: Bereits im Mittelalter gelangte die Gurke nach Europa und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Gemüse.

Heute ist sie aus der Küche kaum wegzudenken. Ob als frischer Salat, eingelegt im Glas oder als sommerliches Erfrischungsgetränk – Gurken bringen Frische und Leichtigkeit auf den Teller.

Der feine Unterschied

SnackgurkenFoto: thoren90/Adobe Stock Snackgurken bilden auch ohne Bestäubung Früchte. Grundsätzlich unterscheidet man zwei große Gurkentypen. Salat- oder Schlangengurken werden vor allem im Gewächshaus angebaut, können aber auch im Freiland gedeihen. Sie bilden lange, meist glatte Früchte mit mildem Geschmack und eignen sich besonders gut für den Frischverzehr. Hierzu zählen auch die trendigen, kleinen „Snackgurken“.

Einlege- oder Gewürzgurken werden dagegen überwiegend im Freiland kultiviert. Ihre kleineren, festeren Früchte besitzen eine dickere und meist raue Schale und eignen sich hervorragend zum Einlegen, Fermentieren oder Einkochen.

Je nach Sorte können Gurken zwischen 10 und 60 cm lang werden. Durch moderne Züchtung gibt es inzwischen auch kompaktere oder sogar rundliche Formen.

Wie alle einjährigen Pflanzen durchlaufen Gurken ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb eines Jahres: von der Aussaat über Wachstum und Blüte bis zur Fruchtbildung und schließlich zum Absterben der Pflanze.

Viele der Gewächshaussorten, insbesondere die der Snackgurken, sind parthenokarp (jungfernfrüchtig). Das bedeutet, sie bilden auch ohne Bestäubung Früchte, was besonders im Gewächshaus hohe Erträge sichert.

Leicht, erfrischend und gesund

Gurken bestehen bis zu 97 % aus Wasser und enthalten nur etwa 12 Kilokalorien pro 100 g. Trotz ihres hohen Wassergehalts liefern sie wertvolle Inhaltsstoffe. Dazu gehören Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C und Vitamin K. Außerdem enthalten Gurken Mineralstoffe wie Kalium und Eisen.

Passende Bedingungen, reiche ErträgeFoto: caftor/Adobe Stock Passen alle Bedingungen, liefern Gurken große Erträge.

Wärme und ein guter Boden

Als wärmeliebende Pflanzen reagieren Gurken sehr empfindlich auf Kälte und Frost. Deshalb ist der Anbau im Gewächshaus besonders im Frühjahr von Vorteil. Dort entwickeln sie sich bei gleichmäßig warmen Temperaturen besonders gut.

Im Freiland sollten Gurken erst nach den letzten Spätfrösten – etwa ab Mitte Mai – ausgepflanzt werden. Alternativ können Sie zu diesem Zeitpunkt auch direkt ins Beet säen, schützen Sie die jungen Pflanzen bei kühlen Nächten dann aber mit enem Vlies.

Der Boden sollte nährstoffreich und humos sein. Ideal ist ein Beet, das zuvor mit Kompost oder gut verrottetem Mist verbessert wurde. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 7,0, also im leicht sauren bis neutralen Bereich.

Ein bewährter Trick aus der Landwirtschaft ist der Anbau auf Strohballen. Dabei werden die Gurken in eine Schicht Komposterde ge­setzt, die auf einem Strohballen liegt. Während das Stroh langsam verrottet, entsteht Wärme – ein idealer Wachstumsplatz für die wärmeliebenden Pflanzen.

Empfehlenswerte Sorten

Gewächshausgurken

‘Helena’ – Salatgurke mit langen, glatten, mittel- bis dunkelgrünen Früchten und feinem Geschmack. Sehr er­tragreich.
‘Eiffel’ F1 – Robuste Sorte mit bis zu 30 cm langen Früchten und guter Resistenz gegen Mehltau und auch Gurkenkrätze.
‘Domenica’ F1 – Rein weiblich blühende Sorte mit bitterarmen Früchten und hoher Krankheitsresistenz.
‘Noahs Treib’ – Schlangengurke mit sehr langen, schlanken Früchten bis zu 50 cm Länge und mildem Geschmack.
‘Picolino’ F1 – Knackige Mini-Gurke, die bei etwa 10–12 cm Länge geerntet wird.
‘Tanja’ – Dunkelgrüne, bitterfreie Früchte mit aromatischem Fruchtfleisch und kleinem Kerngehäuse.

Einlege- und Gewürzgurken

‘Vorgebirgstraube’ – Traditionelle Sorte mit vielen kleinen, leicht stacheligen Früchten.
‘Charlotte’ F1 – Sehr ertragreiche und robuste Einlegegurke mit hervorragender Fruchtqualität.
‘Conny’ F1 – Besonders widerstandsfähig gegen Mehltau, Mosaikvirus und Gurkenkrätze.
‘Corentine’ F1 – Rein weiblich blühende Sorte mit hoher Ertragsleistung.
‘Delikateß’ – Bewährte Sorte mit 10–15 cm langen Früchten für Frischverzehr oder Einlegen.
‘Eva’ – Weiterentwicklung der Sorte ‘Delikateß’ mit hohem Ertrag und gutem Geschmack.
‘Zircon’ F1 – Ertragreiche Gewürzgurke mit ausschließlich weiblichen Blüten und guter Krankheitsresistenz.
‘Jurassic’ – Robuste Sorte für Gewächshaus und Freiland mit würzigem Geschmack und hohen Erträgen.


Gießen und vor Hitze schützen

Gurken besitzen relativ flache Wurzeln und benötigen deshalb eine gleichmäßige Wasserversorgung. Am besten gießen Sie regelmäßig direkt im Wurzelbereich. Als Starkzehrer benötigen die Pflanzen während der Wachstumszeit zudem eine regelmäßige Nährstoffversorgung mit Stickstoff und Kalium. Empfehlenswert ist, alle 14 Tage mit einem speziellen Gurken- bzw. Tomatendünger oder alle zwei bis drei Monate mit einem Langzeitdünger nachzudüngen.

Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Ebenso reagieren Gurken empfindlich auf starke Hitze und intensive Sonneneinstrahlung. Im Gewächshaus kann ein Kalkanstrich auf den Scheiben für leichten Schatten sorgen, im Freiland helfen Vlies oder Schattiernetze. Mancher Gartenfreund greift sogar zu improvisierten Lösungen wie einem alten Sonnen- oder Regenschirm.

Der Pflanzabstand sollte etwa 50 bis 60 cm betragen, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können.

Rankhilfe von VorteilFoto: Rodica/Adobe Stock Viele Sorten wachsen besonders gut an Rankhilfen.

Rankhilfen und gute Nachbarn

Viele Gurkensorten, insbesondere vom Typ Salat- und Schlangengurken, wachsen besonders gut, wenn sie an einer Rankhilfe nach oben geleitet werden. Das spart Platz, sorgt für eine bessere Belüftung der Pflanzen und erleichtert die Ernte. Als Rankhilfe eignen sich zum Beispiel Ranknetze, Maschendraht oder einfache Holzgestelle.

Als Mischkulturpartner haben sich verschiedene Gemüse und Kräuter bewährt. Besonders gut passen Dill, Basilikum, Buschbohnen, Erbsen, Salat, Zwie­beln, Sellerie, Kohl und Kapuzinerkresse zu Gurken.

Saatgut selbst gewinnen

Samen von Gurken lassen sich relativ einfach selbst gewinnen. Empfehlenswert ist es jedoch, dies nur bei samenfesten Sorten zu machen, damit die Nachkommen sortenecht sind. Dafür lässt man eine Gurke vollständig ausreifen, bis sie gelb und deutlich größer geworden ist.

Nach der Ernte wird die Frucht längs aufgeschnitten. Das Fruchtfleisch mit den Samen wird mit einem Löffel herausgelöst und anschließend mit kaltem Wasser gewaschen, bis die Samen vollständig vom Fruchtfleisch befreit sind. Danach legt man sie zum Trocknen auf ein Tuch. Die getrockneten Samen werden in beschrifteten Gläsern oder Papiertüten bis zum nächsten Frühjahr aufbewahrt.

Der übrige Teil der überreifen Gurke muss übrigens nicht weggeworfen werden – er lässt sich gut als Schmorgurke verwenden.
 

F1 – was steckt dahinter?

Beim Saatgutkauf findet man häufig die Bezeichnung F1. Dabei handelt es sich um sogenannte Hybrid-Sorten, die durch gezielte Kreuzung zweier Elternlinien entstehen. F1-Hybriden zeichnen sich häufig durch besonders kräftiges Wachstum, hohe Erträge und eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten aus. Viele dieser Sorten bilden ausschließlich weibliche Blüten, aus denen direkt Früchte entstehen.

Allerdings sind die Samen dieser Pflanzen nicht sortenecht. Wer Samen von F1-Gurken gewinnt, erhält im nächsten Jahr Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Für die eigene Saatgutgewinnung eignen sich daher nur samenfeste Sorten.

Wichtig zu wissen: F1-Hybriden sind keine gentechnisch veränderten Pflanzen, sondern entstehen durch klassische Kreuzungszüchtung.

Annerose Hilbich
Stellvertretende Fachberaterin
des Landesverbandes Braunschweig 
der Gartenfreunde

Online-Seminar am 13.05.2026

Blattgemüse (fast) das ganze Jahr

Salat, Spinat und Co. – Expertin Christel Rupp verrät Ihnen:
► wie Sie den Anbau für das Jahr planen
► geeignete Arten und Sorten für jede Jahreszeit
► wie Sie für eine lange Ernte gestaffelt aussäen
► Hilfsmittel um die Saison zu verlängern
► wie Sie Ernten und die Pflanzen pflegen
+ Am Ende beantwortet Christel Rupp Ihre individuellen Fragen zum Anbau von Blattgemüse.

Alle Infos & Anmeldung

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten Mai

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Mai.

mehr…

Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Sie sind auf der Suche nach Besonderheiten für Ihren Garten? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Gartenschätze an. 

mehr…

Gartenfreund Spezial - Wildbienen

„Gartenfreund Spezial“: Wildbienen

Eine Ausgabe „Gartenfreund Spezial“ mit nur einem Thema: Wildbienen!

Alles Wissenswerte zu den spannenden und schützenswerten Insekten. Vom Erkennen der unterschiedlichen Arten bis hin zu praktischen Tipps, wie man ihnen im eigenen Garten eine Heimat bieten kann.

Ideal auch für Schulungen und Lehrgänge.

Alle Infos & Bestellung

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten Mai

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Mai.

mehr…

Online-Seminar am 27.05.2026

Frische feigen ernten

Feigen wachsen bloß in südlichen Ländern? Von wegen – Experte Roland Kempf verrät Ihnen:
► Den perfekten Standort
► Tipps zur Sortenwahl
► Pflege, Schnitt, Düngung
► Kulturfehler und Winterschutz
► Tipps, wenn die Feige nicht trägt
+ Am Ende beantwortet Roland Kempf Ihre individuellen Fragen zum Anbau von Feigen.

Alle Infos & Anmeldung

Hurra! Ich habe einen Kleingarten.

Hurra! Ich habe einen Kleingarten.Ideal für Neupächter!
2. Auflage ab jetzt erhältlich.

Auf über 100 Seiten bleiben keine Fragen zum Gärtnern im Verein, zum Anbau von Obst und Gemüse, Ziergehölzen oder Wasser im Garten offen.

         mehr…
 

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten Mai

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Mai.

mehr…

„Der Fachberater“ – damit Sie auf dem Laufenden sind!

Der Fachberater

Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Klein­gar­ten­wesens. Die Ver­bands­zeit­schrift des Bun­des­ver­ban­des Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwer­punkt­the­men.

mehr...