- Tiere im Garten
Ratten im Garten
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Vogelfutter sollte für Ratten nicht erreichbar sein.
Wer von uns genießt es nicht, dem bunten Treiben der Wildvögel an den Futterhäuschen in unseren Parzellen zuzuschauen? Doch was wir aus Tierliebe tun, lockt oft auch ungebetene Gäste an. Ob Feldmaus oder Wanderratte – die „Schadnager“ haben das ganze Jahr über Saison.
Besonders die Wanderratte ist mit bis zu 2000 Nachkommen pro Jahr eine Herausforderung für uns Kleingärtner. Als zertifizierter Nagerbekämpfer ist es mir ein Anliegen, euch nicht nur über tiefgreifende rechtliche Änderungen zu informieren, sondern möchte hier direkt auch zur Prävention aufrufen.
Wendepunkt Verkaufsverbot
Seit April 2026 ist der Erwerb von Rattengift mit antikoagulanten, also blutverdünnenden, Wirkstoffen für Privatleute Geschichte. Künftig dürfen diese Mittel nur noch von Sachkundigen eingesetzt werden. Das hat gute Gründe: Die gängigen Wirkstoffe in den Rattengiften führen dazu, dass die Tiere innerlich verbluten, und so zu einem qualvollen Tod der Tiere.
Sie sind eine große Gefahr für unsere Umwelt. Haustiere, Raubtiere oder geschützte Wildvögel können durch Sekundärvergiftungen qualvoll verenden, wenn sie eine tote Ratte fressen. Von den Gefahren, wenn Rattengift nicht in den dafür vorgesehenen abschließbaren Köderboxen ausgebracht wird, ganz zu schweigen.
Gift in der Laube?
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) lässt uns eine theoretische Frist bis zum 22. Oktober 2026, um Restbestände auf dem eigenen gepachteten Grund aufzubrauchen. Auf Gemeinschaftswegen ist das ohnehin schon jetzt absolut verboten.
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Der Einsatz von Rattengift ist künftig Sachkundigen vorbehalten.
Wir sollten aber sofort einen Schlussstrich ziehen, statt bis zum Fristende zu warten. Es hat gute Gründe, warum das Zeug aus dem Verkehr gezogen wird. Wer diese Mittel ohne Fachwissen auslegt, gefährdet nicht nur Igel und Haustiere, sondern züchtet sich durch falsche Dosierung nur noch resistentere Ratten heran. Damit schadet ihr dem Garten, der Umwelt und euch mehr, als ihr helft. Packt den alten Chemie-Kram ein und bringt ihn direkt zum Schadstoffmobil. Lieber das Problem mit Verstand und Prävention lösen, statt mit gefährlicher Resteverwertung!
Prävention ist der beste Schutz
Foto: Eric Isselée/Adobe StockAls erfahrene Gärtner wissen wir: Vorbeugen ist besser als Heilen. Wir können den Tieren die Lust an unseren Gärten nehmen.
Nahrungsentzug: Lagern Sie Tierfutter und Saatgut in verschließbaren Blechbehältern. Essensreste gehören niemals auf den Kompost. Vogelfutter sollte für Ratten nicht erreichbar sein.
Zugänge sichern: Verschließen Sie an der Laube die Schlupflöcher mit Stahlwolle oder Beton – eine Ratte braucht oft nur einen Spalt von einem Zentimeter, um einzudringen.
Ordnung: Beseitigen Sie wilde Müll- oder Lagerecken auf den Parzellen, die als Verstecke dienen könnten, denn das ist oftmals der erste Einstieg.
Wenn es über den Kopf wächst
Wenn Sie einen Nagerbefall feststellen, handeln Sie schnell: Der Befall ist je nach örtlichen Vorschriften zu melden und muss konsequent bekämpft werden. In vielen Kommunen ist dabei die Unterstützung durch einen professionellen Schädlingsbekämpfer vorgeschrieben oder zumindest dringend zu empfehlen. Oftmals ist diese auch kostenlos.
Gemeinsam und mit etwas Umsicht können wir dafür sorgen, dass unsere Kleingärten sichere, gesunde und lebendige Orte bleiben.
Michael Hansen
Stellv. Vorsitzender des Landesverbandes
der Kleingartenvereine Schleswig-Holsteins









