- Tiere im Garten
Honig- gegen Wildbienen?
Chancen, Risiken und Wege zur Koexistenz
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Die städtische Imkerei nimmt weltweit zu. In Berlin hat sich die Zahl der Imker von 2005 bis 2022 mehr als verdreifacht. Die Zunahme der Honigbienen in Städten ist mit verschiedenen positiven Aspekten verbunden. Sie hat aber eine Debatte darüber ausgelöst, ob genügend Nahrung für die wachsenden Honigbienenpopulationen und die in den Städten heimischen Wildbienen vorhanden ist, sowie darüber, ob die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten und Parasiten zwischen Honigbienen und anderen Bestäubern besteht.
Wie die Journalistin Tove Danovich von der Washington Post sagte: „Die städtische Imkerei hat in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen, mit Folgen, die wir gerade erst zu verstehen beginnen.“ Wichtig ist, dass die städtische Imkerei einen Sonderfall darstellt. Er umfasst die Lage und Verteilung von Bienenstöcken in vom Menschen geschaffenen Lebensräumen ebenso wie die vielfältigen Profile der Imker – von Hobbyimkern bis hin zu Unternehmen, bei denen es erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse an den Bienenstöcken, der Motivationen und des Fachwissens gibt.
Vereinbarkeit als Ziel
Es überrascht daher nicht, dass zu den ersten Gruppen, die Bedenken äußerten am Boom der Imkerei in der Stadt, die Imker selbst und die sie vertretenden Verbände gehörten, darunter der Deutsche Imkerbund und die London Beekeeping Association (LBKA).
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Im Trend: Das Imkern in der Stadt wird immer beliebter.
Insbesondere die LBKA veröffentlichte einen Bericht, in dem es hieß: „Die vorherrschende ‚Rettet die Bienen‘-Erzählung basiert oft auf unzureichenden, irreführenden oder fehlenden Informationen über Bienen und ihre Bedürfnisse. Dies kann den Eindruck erwecken, dass die Haltung von Honigbienen den Bienen hilft, was nicht unbedingt der Fall ist.“
Daher bleibt die Vereinbarkeit von Imkerei und Wildbienen-Schutz in Städten ein wichtiges und aktuelles Thema. Während manche dieses Thema bewusst als Konfrontation zwischen Imkern und Naturschützern darstellen, zeigen verfügbare Beispiele kooperative Bemühungen zwischen städtischen Imkervereinen, Forschern und anderen Akteuren mit großem Potenzial, die kürzlich in einer Veröffentlichung von Imkern und Forschungseinrichtungen, darunter Forschende der Technischen Universität München (TUM), zusammengefasst wurden.
Konzept für ein Miteinander
Konkret haben wir in unserer jüngsten Studie durch Zusammenarbeit und Austausch mit Forschern, Imkern und politischen Entscheidungsträgern das „Urban Bee Concept“ entwickelt, das Prio-
ritäten festlegt und Vorschläge zur Förderung der Koexistenz von Honigbienen und Wildbienen liefert.
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Über die Koexistenz von Honig- und Wildbienen ist eine Debatte entflammt.
Dazu gehören:
1. Die Verbesserung und Diversifizierung der Blütenressourcen unter Berücksichtigung der von ihnen bereitgestellten Nährstoffe.
2. Verringerung der Bienenstockdichte und Priorisierung bestimmter Akteure der städtischen Imkerei, wie beispielsweise Hobbyimker, die in der Regel nur sehr wenige Bienenstöcke besitzen.
3. Förderung des Wohlergehens von Honigbienen und der Tierrechte von Bienen durch das Verbot von Bienenstöcken an ungeeigneten Standorten, zum Beispiel auf versiegelten Dächern mit überhöhten Temperaturen.
4. Dokumentation, Kartierung und Überwachung von Wildbienen.
5. Überwachung der Bienengesundheit und der Krankheitsdynamik.
6. Förderung von Schulungen, Aufklärung und Verhaltenskodizes durch städtische Imkervereine sowie Anerkennung und Wertschätzung ihrer Schlüsselrolle bei der Verwirklichung einer nachhaltigen Imkerei.
Die Bewältigung städtischer Herausforderungen durch die Zusammenarbeit zwischen Imkern, Forschern, politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit ist der Schlüssel zur Schaffung einer bienenfreundlichen Stadt. Gemeinsam müssen wir Wege finden, unsere Bestäuber in der Stadt zu schützen. Das sind wir ihnen schuldig.
Dr. Joan Casanelles Abella,
Prof. Dr. Monika Egerer
Technische Universität München,
Professur für Urbane Produktive Ökosysteme








