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Nachtkerzen – die mit dem Plopp

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  • Nachtkerze
  • Ruderalstandorte
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  • Nachtfalter
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  • Insekten

Nachtkerzen an BahngleisenFoto: Sebastian Rittau/Flickr Die Nachtkerze wächst häufig auf Ruderalstandorten, wie etwa an Bahngleisen.

Unbeliebt kann sich die Nachtkerze nur machen, wenn sie sich mit ihrer fleischigen Pfahlwurzel und ihren Samen im Garten ungebührlich verbreitet und zum Unkraut wird. Ansonsten gibt es von ihr nur Gutes zu berichten. Ein Erlebnis ist es, wenn sich mit beginnender Dämmerung immer wieder zwei, drei oder mehr große gelbe Blüten mit einem„Plopp“ aus ihrer Umhüllung befreien. Mit etwas Glück können Sie dann am Abend beobachten, wie sausenden Flugs Nachtfalter die Blüte ansteuern.

Der Nektar lockt die Nachtfalter

Nachtfalter wie etwa Wolfsmilch- und Labkrautschwärmer„stehen rüttelnd“ vor der Blüte, entrollen ihre langen Saugrüssel und tauchen sie tief in den auffällig verlängerten Blütenbecher ein. An seinem Grund, dichtüber dem unter­ständigen Fruchtknoten, wird der Nektar abgesondert. Diesen saugen die Falter auf, ohne sich dabei auch nur einen Augenblick auf die Blüte zu setzen. Dann schießen sie urplötzlich mit einer blitzschnellen Wendung von dannen, NachtkerzeFoto: unpict/Adobe Stockweil sie ständig auf der Flucht sind. Trotzdem wird so mancher Falter Beute einer der lautlos durch die Dämmerung huschenden Fledermäuse.

Eingewandert und eingebürgert

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) kam 1612 aus Nordamerika nach Europa, wo sie im Botanischen Garten zu Padua kultiviert wurde. Von dort breitete sie sich bis 1720 nach Mitteleuropa aus und wurde als Zierpflanze bekannt. Später verwilderte sie, weil sie sich gut an die hiesigen Bedingungen auf sandigen Wegen, Bahndämmen, aufÖdland und an Flussufern anpassen konnte. Heute ist die Nachtkerze weltweit an solchen Ruderalstandorten verbreitet. Die Arten der ursprünglichen, amerikanischen Gattung wurden als wichtige Versuchspflanzen für die Vererbungsforschung bekannt.

Ein zarter Duft lockt auch tagsüber Insekten an

Die Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr dichtüber dem Boden eine Blattrosette treibt. Im zweiten Jahr wächst der Stängel samt seiner Seitentriebe bis 1,50 m hoch. 

Mit den wachsenden Trieben entstehen immer neue Blütenkelche, die von Juni bis in den Herbst ständig Blüten entlassen. Sie sind seitlich gestellt, erreichen einen Durchmesser von 4,5–5 cm und fallen schon nach einem Tag zusammen. Solange sie blühen, herrscht auf ihnen lebhafter Betrieb von kleinen Insekten, die sich auch zum Naschen in den Blütenkelch vorwagen. Aber auch größere Insekten, darunter Schwebfliegen, Bienen und Hummeln, werden von dem zarten Duft der Blüten an­gelockt.

Heilende Wirkung der Blätter und Wurzeln

Sie enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und Schleimstoffe, die blutreinigend und krampflösend wirken. Das Nachtkerzensamenöl dient unter anderem zur Linderung von Hauterkrankungen und wird dank seiner dreifach ungesättigten Gamma-Linolensäure in der Kosmetik genutzt.

Die fleischigen, nach Wein duftenden, rötlichen Wurzeln bieten sich sogar als Gemüse an.Ähnlich wie Schwarzwurzel können sie mitÖl und Essig zubereitet oder gekocht werden.

IVA

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