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Kerzenstauden – Ausrufezeichen für den Garten

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KerzenstaudenFoto: guentermanaus/Adobe Stock

Wenn wir ein Staudenbeet betrachten, bleibt unser Blick selten an Gleichförmigem hängen. Unser Auge liebt Kontraste: Unterschiedliche Farben, Formen und Höhen bringen Spannung und Lebendigkeit in eine Pflanzung. Zwischen rundlich buschigen Stauden sorgen daher Pflanzen mit schlankem, straff aufrechtem Wuchs für die nötige Vertikale – sie geben dem Beet Rhythmus und Struktur.

Genau hier kommen Kerzenstauden ins Spiel. Als Kerzenstauden werden Gartenpflanzen mit kerzen- oder kandelaberförmigen Blütenständen bezeichnet, die durch ihre aufwärtsstrebende Blütenform markante Ausrufezeichen setzen. Botanisch handelt es sich dabei meist um Ähren- oder Rispenblüten, bei denen zahlreiche Einzelblüten dicht an einem hohen Stängel sitzen – elegant, klar und weithin sichtbar. Sie schaffen reizvolle Gegensätze zu den kugeligen Blüten von Beetnachbarn oder in einer ansonsten flächigen Bepflanzung.

Damit Kerzenstauden diese Wirkung erreichen, sollten sie gezielt eingesetzt werden. Entscheidend ist die richtige Auswahl. Nur wenn ihre Ansprüche zum Standort passen, werden Kerzenstauden im Beet zum gewünschten Blickfang.

Für sonnige Standorte

Edel-RitterspornFoto: Liudmila/Adobe StockEdel-RitterspornDelphinium Belladonna- und Elatum-Hybriden
Von Karl Foerster als „Blauer Schatz der Gärten“ bezeichnet, gilt die Prachtstaude als anspruchsvoll. Vor allem beim Austrieb im Frühjahr muss der Rittersporn vor Schneckenfraß geschützt werden.
Blüte: je nach Sorte blau bis violett, auch hellblau, rosa und weiß, Juni/Juli, Rückschnitt nach der Blüte fördert Nachblüte im August/September
Höhe: je nach Sorte 80–180 cm
Standort: gleichmäßig feuchter Boden mit neutralem pH-Wert, regelmäßige Düngung, um die Pflanze über Jahre vital zu erhalten
Besonderheit: gute Fernwirkung
Sortentipps: ‘Atlantis’, ‘Ballkleid’, ‘Lanzenträger’, ‘Merlin’, ‘Sternennacht’, ‘Völkerfrieden’

 

Dunkle KönigskerzeFoto: Amalia Gruber/Adobe StockDunkle KönigskerzeVerbascum nigrum
Die heimische Wildstaude bildet dicht mit Blüten besetzte, schlanke und hohe Blütenkerzen und ist sehr trockenheitsverträglich.
Blüte: hellgelb mit dunkelroten Staubgefäßen, Juni bis August
Höhe: 80–120 cm
Standort: vollsonnig mit durchlässigem, trockenem Boden
Besonderheit: wertvolle Insektenpflanze
Sortentipp: ‘Album’ blüht weiß mit dunkelroten Staub­gefäßen

 

FackellilieFoto: fgsmiles/Adobe StockFackellilieKniphofia
Aus Südamerika stammende Schönheit mit schilfartigem Laub und Blütenfackeln in feurigen Farben. Viele einzelne Röhrenblüten bilden einen kolbenförmigen Blütenstand, der von unten nach oben aufblüht.
Blüte: je nach Sorte gelb, orange oder rot, Juli bis September
Höhe: 60–100 cm
Standort: tiefgründig, mit guter Nährstoff- und Wasserversorgung während der Blüte, winterliche Staunässe vermeiden, Winterschutz ratsam
Besonderheit: auch für Kübel gut geeignet
Sortentipps: ‘Alcazar’, ‘Feuerkerze’, ‘Mango Popsicle’, ‘Redhot Popsicle’

 

DuftnesselFoto: zayacsk/Adobe StockDuftnesselAgastache Rugosa-Hybriden
Wärmeliebende Staude mit nesselartig gezähnten Blättern und langer Blütezeit. Die ganze Pflanze duftet aromatisch.
Blüte: Blütenkerzen in dichten Quirlen, blau bis tiefviolett, Juli bis September
Höhe: je nach Sorte 40–120 cm
Standort: durchlässiger Boden, wächst auch an trockenen, sandigen Plätzen
Besonderheit: Insektenweide, verströmt an heißen Tagen einen aromatischen Duft, auch als Teepflanze verwendbar
Sortentipps: ‘Blue Fortune’, ‘Black Adder’, ‘Little Adder’, ‘Purple Haze’

 

SteppensalbeiFoto: Olga Ionina/Adobe StockSteppensalbeiSalvia nemorosa
Reich und lange blühende Staude mit zahlreichen schlanken Blütenkerzen.
Blüte: blau bis tiefviolett, aber auch purpurn, rosa oder weiß, Hauptblüte Juni/Juli, nach Rückschnitt Nachblüte im September
Höhe: 30–60 cm
Standort: vollsonnig, durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Boden
Besonderheit: insektenfreundlich, passt sehr gut zu Rosen und in mediterrane Pflanzungen
Sortentipps: ‘Blauhügel’, ‘Caradonna’, ‘Eos’, ‘Mainacht’, ‘Ostfriesland’

 

Kaukasus-GamanderFoto: vita/Adobe StockKaukasus-GamanderTeucrium hircanicum
Noch recht unbekannte Staude, die sehr reich und lange blüht.
Blüte: purpurviolett, Juni bis Oktober
Höhe: 50–60 cm
Standort: sonnig bis halbschattig, durchlässiger Boden, feucht bis trocken
Besonderheit: schnellwüchsig und robust, keine Gefahr von Schneckenfraß

 

Wiesen-EhrenpreisFoto: Danny/Adobe StockWiesen-EhrenpreisVeronica longifolia
Die Wildart ist in weiten Teilen Europas und auch in Deutschland heimisch. Reich blühend mit zahlreichen attraktiven Sorten.
Blüte: schlanke, aufrechte Blütenkerzen, Juni/Juli, je nach Sorte blau, violett, rosa oder weiß
Höhe: 40–80 cm
Standort: nicht zu trocken, sonnig bis leicht halbschattig
Besonderheit: Insektenweide, passt gut in naturnah gestaltete Bereiche
Sortentipps: ‘Blauriesin’, ‘Dark Maetje’, ‘Pink Damask’, ‘Schneeriesin’

 

DiptamFoto: guentermanaus/Adobe StockDiptamDictamnus albus
Heimische, langlebige Staude, die auch als „Brennender Busch“ bezeichnet wird, da die abgesonderten ätherischen Öle sich bei großer Hitze selbst entzünden können. Achtung: Öle wirken auf der Haut phototoxisch, Pflanze nur mit Handschuhen berühren!
Blüte: rosa Einzelblüten mit charakteristischer Aderung, Juni/Juli, ganze Pflanze duftet Höhe: 80–100 cm
Standort: sonnig, trocken, kalkhaltiger Boden
Besonderheit: Wildbestände sind geschützt, Raupenfutterpflanze für den Schwalbenschwanz, Nektarpflanze für Wildbienen

 
Für halbschattige Standorte

SilberkerzeFoto: kateej/Adobe StockSilberkerzeCimicifuga
Langlebige Staude für schattige Bereiche, hellt durch ihre Blüte dunkle Gartenecken auf und ist auch ohne Blüte eine attraktive Blattschmuckstaude.
Blüte: reinweiß, cremeweiß oder zartrosa, später Blühzeitpunkt von August bis Oktober
Höhe: je nach Sorte 90–200 cm
Standort: nährstoffreiche, humose, frische Böden, eher kühle Stand­orte
Besonderheit: starker, vanillear­tiger Duft, Insektenmagnet

 

KerzenknöterichFoto: AnnaReinert/Adobe StockKerzenknöterichBistorta amplexicaulis
Ausdauernde und pflegeleichte Staude mit sehr langer Blütezeit.
Blüte: je nach Sorte weiß, rosa oder rot, Juli bis Oktober
Höhe: 70–130 cm
Standort: sonnig bis halbschattig, Boden sollte frisch bis feucht sowie humos sein
Besonderheit: kein Schneckenfraß
Sortentipps: ‘Album’, ‘Ample Pink’, ‘Firetail’, ‘JS Caliente’, ‘Orangofield’, ‘Taurus’

 
Für feuchte Standorte

Kerzen-GreiskrautFoto: Flower_Garden/Adobe StockKerzen-GreiskrautLigularia przewalskii
Stammt aus Ostasien und wird auch Goldkolben genannt. Neben den Blüten sind auch die großen Blätter attraktiv.
Blüte: leuchtend gelbe Blütenkerzen, Juli bis September
Höhe: 80–120 cm
Standort: sonnig bis halbschattig, feuchter, nährstoffreicher Boden, auch sumpfige Plätze
Besonderheit: Spätsommer-Nahrungsquelle für Insekten, Blütenstängel als Winterschmuck belassen, Rückschnitt erst im Frühjahr

 

BlutweiderichFoto: Oleg Marchak/Adobe StockBlutweiderichLythrum salicaria
Die heimische Wildstaude blüht reich und lange und ist ein Insektenmagnet. Sie verträgt auch staunasse, sumpfige Standorte und vermehrt sich durch Selbstaussaat.
Blüte: je nach Sorte pink, purpurrosa oder weiß, Juli bis September
Höhe: 40–120 cm
Standort: frischer bis feuchter Boden, auch sumpfige Plätze, Kultur ist auch in Töpfen möglich
Besonderheit: Blutweidereich-Sägehornbienen und -Langhornbienen nutzen den Pollen für ihren Nachwuchs, ­Futterpflanze für Raupen des Mittleren Weinschwärmers, des Faulbaum-Bläulings und des Weiderich-Blütenspanners
Sortentipps: ‘Blush’, ‘Feuerkerze’, ‘Puck’, ‘Robert’, ‘Rose Queen’

 

Schön – aber giftig!

Es gibt eine Reihe heimischer Wildpflanzen, die attraktiv und wertvoll für Insekten sind, aber auch sehr stark giftig. Hier kommt es darauf an, wie der Garten genutzt wird – ob etwa kleine Kinder dort spielen.

Blauer Berg-EisenhutFoto: tom/Adobe Stock Blauer Berg-EisenhutAconitum napellus
Heimische, langlebige Wildstaude mit dekorativen Blüten.
Blüte: violettblaue, große Ein­zelblüten an hohen Blütenstielen
Höhe: 80–120 cm
Standort: kühle, feuchte ­Lagen, humoser oder lehmiger, nährstoffreicher Boden
Besonderheit: wertvolle ­Pollen- und Raupenfutterpflanze, beim Berühren der Pflanze Handschuhe tragen

 

Roter FingerhutFoto: Flower_Garden/Adobe Stock Roter FingerhutDigitalis purpurea
Der Rote Fingerhut ist keine Staude, sondern eine zweijährige Pflanze. Er vermehrt sich aber zuverlässig durch Selbstaussaat und bleibt so im Garten dauerhaft erhalten.
Blüte: purpurrote Blüten mit dekorativer Zeichnung im Innern, auch weiße und rosafarbene Sämlinge, Juni/Juli
Höhe: 80–140 cm
Standort: halbschattig, gedeiht auch in voller Sonne, solange der Boden feucht genug ist, kalkarmer und humusreicher Boden
Besonderheit: heimische Wildpflanze, Hummelmagnet

 

Kerstin Dreischang
Landesverband der Gartenfreunde
Mecklenburg und Vorpommern

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