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Einfache Gemüsekulturen

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  • Gemüse
  • Anbau
  • Möhre
  • Tomate
  • Süßkartoffel
  • Radieschen
  • Feldsalat
  • Zucchini
  • Spinat

Gemüse für jedenFoto: Oksana Kuzmina/Adobe Stock

Eine möglichst ökologische und naturgemäße Bewirtschaftung bildet die Grundlage für den erfolgreichen Gemüseanbau im Kleingarten. Wenn Sie Anfänger sind, entscheiden Sie sich am besten für Gemüsearten, die sich einfach anbauen lassen und meist ohne großen Pflegeaufwand zuverlässig gelingen.

Gute Böden als Erfolgsbasis

Achten Sie auf einen leichten bis mittelschweren Boden mit einem günstigen Humusgehalt von etwa 5–7 % und ohne Staunässe. Der pH-Wert sollte idealerweise zwischen 6 und 7 liegen, damit Ihre Pflanzen die Nährstoffe optimal aufnehmen können.

An Gemüsesorten werden heute vielfältige Ansprüche gestellt: Neben einem guten Ertrag wünscht man sich pflegeleichte, krankheitsresistente, aromatische und gesunde Pflanzen. Auch die Anpassungsfähigkeit an klimatische Veränderungen gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Passen Sie die Düngung stets an die jeweilige Kultur an. Schwach-, Mittel- und Starkzehrer haben unterschiedliche Nährstoffansprüche. Wenn Sie zu viel düngen, kann Stickstoff ins Grund­wasser gelangen und sich als Nitrat im Erntegut anreichern. Bei Nährstoffmangel hingegen leiden Ertrag und Qualität der Pflanzen.

Eine Bodenuntersuchung liefert Ihnen wertvolle Informationen über die Nährstoffversorgung Ihrer Gartenfläche. Ist der Gehalt an Phosphor, Kali und Magnesium hoch, bringen Sie Kompost oder Stallmist nur maßvoll aus – max. 1–3 l/m2 pro Jahr.

Pflege, die sich auszahlt

Die richtige Pflege entscheidet maßgeblich über Ihren Erfolg. Setzen Sie Salat oder Kohlrabi etwas höher, um Fäulnis vorzubeugen. Kopfkohl oder Lauch pflanzen Sie dagegen tiefer ein, damit sie stabiler stehen. Durch Mulchen verbessern Sie die Bodenstruktur, regulieren den Wasser- und Nährstoffhaushalt und unterdrücken Beikräuter.

Nutzen Sie rundum geschlossene Netze, um Schädlinge effektiv zu reduzieren. Säen oder pflanzen Sie außerdem bunte Sommerblüher zwischen Ihre Gemüsebeete. Sie verschönern den Garten und locken gleichzeitig viele Nützlinge an, die Sie bei der Schädlingsbekämpfung unterstützen.
 

Möhre

MöhreIllustration: Andrews/Adobe Stock Familie: Doldenblütler (Umbellifereae)
Standort: vollsonnig, mäßig warm (16–20 °C), windoffen
Boden: leicht, humos, steinfrei, ohne Staunässe; tiefgründig vorbereitet; pH 6,0
Fruchtfolge: Anbaupause vier Jahre
Botanik: Rüben bilden sich im ersten und Blüten im zweiten Jahr; Temperaturen unter 10 °C für längere Zeit führen zu vorzeitigem Schossen
Düngung: Mittelstarkzehrer; ca. 80 g/m² Horndünger in zwei Gaben, nach vier und acht Wochen
Anzucht: Direktsaat; Saattiefe max. 2 cm; 150– 200 Pfl./m²; Reihenabstand 20–25 cm; Pflanzenabstand 2–3 cm
Anbauzeit: satzweise möglich, von März bis Mitte Juli
Pflege: eventuell Vlies; Hacken zwischen den Reihen; mäßig, aber gleichmäßig gießen; Netzabdeckung gegen Möhrenfliege
Ernte: sortenunterschiedlich nach zwölf bis 18 Wochen
Sorten: sehr frühe (zwölf bis 14 Wochen): z.B. ‘Adelaide’, ‘Jerada’ F1, ‘Sugarsnax 54’ F1, ‘Milan Nantaise 2’

 

Süßkartoffel
SüßkartoffelIllustration: F-ART/Adobe Stock Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Standort: vollsonnig
Boden: humoser, sandiger Lehm; tief gelockert; pH 6–7
Fruchtfolge: keine verwandte Gemüseart; Anbau- pause drei Jahre
Botanik: sehr wärmebedürftig, frostempfindlich, Tem­peratur 18–22 °C; einjährig kultiviert; Knollenentwicklung ab August; bei uns keine Blüte, keine Samenbildung
Düngung: Schwachzehrer; ca. 50 g/m² Horndünger
Anzucht: ab März aus überlagerten Knollen, nach Austrieb Stecklinge vermehren; alternativ: Zukauf pflanz­fertiger Setzlinge im Mai
Pflanzung: auf Damm im Abstand 75 x 30 cm (vier Pfl./m²); tief einsetzen
Anbauzeit: Mai/Juni bis September/Oktober
Pflege: anfänglich Beikraut jäten; anfangs mäßig, aber gleichmäßig gießen, ab August hoher Gießbedarf
Ernte: ab Anfang September, Pflanzen mit Spaten ausheben und Knollen freilegen; Ertrag ca. 1 kg/Pfl.; beste Lagertemperatur 13 °C
Sorten: Standardsorte ‘Beauregard’ mit ­orangem Fleisch; ‘Erato White’ (weißes Fleisch)

 

Radieschen

RadieschenIllustration: F-ART/Adobe Stock Familie: Kreuzblütler (Crucifereae)
Standort: vollsonnig, luftig, mäßig warm
Boden: locker, wenig humos, durchlässig
Fruchtfolge: Anbaupause vier Jahre, auch mit Rettich und allen Kohlgewächsen
Botanik: einjährig, niedrig wachsend; Schossen durch zu kalte Temperaturen, Lichtmangel oder dichte Saat
Düngung: Schwachzehrer; ca. 50 g/m² Horndünger
Anzucht: Direktsaat üblich, 200–250 Korn/m², Saattiefe 1 cm; alternativ: breitwürfige Aussaat und Pikieren der Sämlinge ins Beet, 10 x 4 cm
Anbauzeit: satzweise von Anfang März bis Mitte ­September
Pflege: Beikraut jäten; mäßig, aber gleichmäßig gießen; ggf. mit Vlies abdecken
Ernte: je nach Jahreszeit nach drei bis sieben Wochen; größere zuerst, kleinere später ziehen
Sorten: Form rund oder länglich; unterschiedliche Farben; beste Eignung von Frühjahr bis Herbst: z.B. ‘Rudi’, ‘Raxe’, ‘Lucia’ F1

 

Feldsalat

FeldsalatIllustration: lnsdes/Adobe Stock Familie: Baldriangewächse (Valerianaceae)
Standort: vollsonnig
Boden: humoser, sandiger Lehm, ohne Stau­nässe; pH 6,0–7,0
Fruchtfolge: Anbaupause zwei bis drei Jahre; nicht mit anderen Gemüsearten verwandt
Botanik: einjährig; rosettenbildend; flachwurzelnd; kälteverträglich, gut frosthart; Schossbeginn nach Überwinterung ab März/April und im Sommer bei hohen Temperaturen
Düngung: Schwachzehrer; ca. 35 g/m² Horndünger nach drei bis vier Wochen
Anzucht: Direktsaat; Saattiefe max. 1 cm; 50–100 Korn/lfdm.; Reihenabstand 7–10 cm; alternativ: Anzucht in 4-cm-Topfplatten, sechs bis sieben Korn je Topf; bei 15–18 °C drei bis fünf Wochen bis zur Keimung; Tempera­turen über 20 °C können die Keimung hemmen
Pflanzung: Abstand 10 x 10 cm; Topf nur flach einsenken
Anbauzeit: ganzjährig, satzweise möglich, vor allem Herbst-/Winteranbau
Pflege: Beikraut jäten; mäßig, aber gleichmäßig gießen
Ernte: nach acht bis zehn Wochen, bei Pflanzung zwei bis drei Wochen früher; Schnitt unter den untersten ­Blättern; Ertrag 0,5–1 kg/m²
Sorten: u.a. ‘Vit’, ‘Elan’, ‘Favor’ F1; gegen Falschen Mehltau resistente Sorten bevorzugen

 

Tomate

TomateIllustration: aang/Adobe Stock Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Standort: sonnig, lichtreich, warm, regengeschützt
Boden: humoser, sandiger Lehm; tiefgründig; pH 6,5
Fruchtfolge: Anbaupause vier Jahre; gilt auch für Kartoffel, Paprika, Aubergine
Botanik: einjährig kultiviert; frostempfindlich; tief wurzelnd; Temperaturen von 15–25 °C ideal
Düngung: Starkzehrer; ca. 140 g/m² Horndünger, verteilt auf vier bis fünf Gaben bis Anfang August; gute Kaliversorgung sicherstellen
Aussaat: ab Anfang März, in Saatschale oder Anzuchttopf; Keimtemperatur soll über 20 °C liegen
Pflanzung: ab Mitte Mai; zwei bis drei Pfl./m²; tiefe Pflanzung möglich, außer bei Veredlung
Anbauzeit: je nach Anbaubedingungen von Mai bis Oktober möglich
Pflege: Aufleiten an Stäben/Schnüren; Seitentriebe entfernen (ausgeizen); untere drei bis vier Blätter entfernen; nicht mehr ausreifende Blütenrispen im Herbst entfernen; Laub ­trocken halten
Ernte: sortenabhängig ab Juli
Sorten: in verschiedenen Farben, Formen und Größen; resistente Sorten sind anbausicherer

 

Zucchini

ZucchiniIllustration: lnsdes/Adobe Stock Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Standort: vollsonnig
Boden: humos, locker, warm
Fruchtfolge: Anbaupause vier Jahre, auch mit Gurke, Kürbis, Wasser- und Zuckermelone
Botanik: einjährig; buschig wachsend; wärmebedürftig, frostempfindlich, Temperaturbereich 18–22 °C günstig
Düngung: Starkzehrer; ca. 150 g/m² Horndünger insgesamt, verteilt auf mehrere Gaben
Anzucht: ab Anfang Mai in Töpfen; alternativ: Direktsaat möglich, aber riskant
Pflanzung: Mitte/Ende Mai, 140 x 50 cm (1,5 Pfl./m²); flach einsetzen
Anbauzeit: zwei bis drei Sätze möglich bis Ende September
Pflege: mulchen, anfänglicher Vliesschutz förderlich, hoher Wasserbedarf
Ernte: Beginn vier bis sechs Wochen nach Pflanzung, zwei- bis dreimal pro Woche; mit Messer vom Stiel schneiden; Fruchtlänge 15–20 cm
Sorten: grün: z.B. ‘Mastil’ F1, ‘Leila’ F1; gelb: ‘Sebring’ F1, ‘Gold Rush’ F1; virus- und mehltautolerante Sorten bevorzugen

 

Spinat

SpinatIllustration: F-ART/Adobe Stock Familie: Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)
Standort: vollsonnig
Boden: humoser, sandiger Lehm; tief gelockert; pH 6–7
Fruchtfolge: Anbaupause vier Jahre, auch mit Mangold und Roter Bete
Botanik: einjährig, niedrig wachsend; tiefwurzelnd; kälteverträglich, bedingt frosthart; Langtagpflanze
Düngung: Schwach- bis Mittelstarkzehrer; ca. 70 g/m² Horndünger
Anzucht: Direktsaat ab Anfang/Mitte März; Dunkelkeimer; 250 Korn/m²; Reihenabstand 15–20 cm; alternativ: Anzucht in 4-cm-Topfplatten; fünf bis sechs Korn je Topf; 15–18 °C; drei bis fünf Wochen bis zur Keimung
Pflanzung: Abstand 10–20 x 10 cm; Topfballen nur flach einsenken
Anbauzeit: ganzjährig, satzweise möglich, vor allem Frühjahrs-, Herbst-, Winteranbau
Pflege: Beikraut jäten; mäßig, aber gleichmäßig gießen Ernte: meist nach sechs bis acht Wochen, Ernte mehrmals möglich; Ertrag 1,5–2,5 kg/m²
Sorten: jeweils geeignete Sorte für den Anbauzeitraum wählen; Resistenz gegen Falschen Mehltau berücksichtigen, z.B. ‘Palco’ F1, ‘Toucan’ F1, ‘Corvair’ F1

 

Thomas Jaksch
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH), ehemaliger Betriebsleiter ­Gemüsebau,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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