Birchmeier
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Bodendecker mit Früchten

Ernten statt jäten

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BodenbeerenFoto: strukt/Adobe Stock

In wohl jedem Garten findet sich ein Bereich, der so „nebenbei“ mit sauber gehalten und nicht richtig genutzt wird, weil er z.B. im Schatten liegt. Doch auch für solche Stellen gibt es noch passende Pflanzen – sofern Sie den Boden entspre­chend vorbereiten – wie etwa fruchttragende Bodendecker.

Mit ihren Blüten und Beeren bieten die niedrig und hauptsächlich horizontal wachsenden Gehölze nicht nur einen schönen Blickfang, sie schützen den Boden auch vor dem Austrocknen. Zudem werden Wildkräuter unterdrückt, Nützlinge finden einen Lebensraum, und für den Gartenfreund besteht die Aussicht auf eine Beeren-Ernte.

Saurer Boden für leckere Beeren

Bei fast allen der hier vorgestellten Beeren handelt es sich um sogenannte Moorbeetpflanzen, daher bevorzugen sie einen kalkarmen und sauren Boden (pH-Wert zwischen 4,0 und 5,0). Für
eine Bepflanzung mit den „Bodenbeeren“ müssen Sie also den Boden zunächst entsprechend vorbereiten, was aber auch torffrei möglich ist.

Bei leichten Böden können Sie den Pflanzen dafür eine dicke Schicht torffreie Moorbeet-Erde „unter die Füße“ geben oder saure Bodensubstrate wie Nadelstreu- und Laubkompost etwa 20 cm tief einarbeiten. Bei einem lehmigen Gartenboden müssen Sie die oberste Schicht (ca. 30 cm) gegen ein Gemisch aus Sand und Rindenmulch oder Laubkompost austauschen (einen Artikel über „Torffreie Substrate“ finden Sie im „Gartenfreund“ 9/18). Die Versorgung mit Stickstoff können Sie durch Hornspäne verbessern.

Nach dem Pflanzen ist reichliches Gießen angesagt. Dafür nehmen Sie am besten Wasser aus der Regentonne. So vermeiden Sie, dass durch den im Leitungswasser enthaltenen Kalk der pH-Wert angehoben wird. Die weitere ­Pflege beschränkt sich auf einen erforderlichen Rückschnitt, den Sie grundsätzlich im Frühjahr vornehmen sollten. Ein Ausdünnungsschnitt ist nur alle paar Jahre not­wendig. Auch wenn vielleicht keine großen Erntemengen zu erwarten sind, eine Bereicherung für den Garten ist die kleine Beerenplantage auf der ungenutzten Fläche allemal.

BodenbeerenFoto: Botanikfoto/Hans-Roland Müller

Schwarze Krähenbeere 
(Empetrum nigrum

Schwarze KrähenbeereFoto: de2marco/Shutterstock

Ihr Name wird auf die Verbreitung durch Krähen zu­rück­geführt. Regional ist sie aber auch unter Namen wie Affenbeere, Beerenheide, Felsenstrauch, Stein­beere oder Trunkelbeere bekannt. Die Schwarze Krähenbeere wächst auf Moorheiden und ist an den Küsten weit verbreitet. Sie ist ein immergrüner, sich teppichartig ausbreitender Zwergstrauch, der eine Höhe von 10–30 cm erreicht. Die Blütezeit ist von April bis Juni. Sie entwickelt ab August schwarze, säuerliche, leicht bittere, beerenartige Früchte, die Sie roh essen können, als Kompott oder Marmelade jedoch besser schmecken.

Gewöhnliche Moosbeere
(Vaccinium oxycoccus)

Gewöhnliche MoosbeereFoto: emberiza/Shutterstock

Die auf moorigen Böden wachsende, heimische, zur Gattung der Heidelbeeren gehörende Art erreicht als immergrüner Zwergstrauch lediglich eine Höhe von 2–6 cm, bildet dafür aber bis zu 1 m weit kriechende Triebe. Die Blüten zeigen sich von Mai bis August. Erntezeit ist im September/Oktober. Die roten oder auch gelbroten Früchte sind leicht bitter und erreichen eine Größe von 1,5–2 cm. Sie sind reich an Vitamin C und passen gut zu Wildbraten.

PreiselbeereFoto: Sergey Uryadnikov/Shutterstock

 

 

Preiselbeere
(Vaccinium vitis-idaea

Sie wird auch Kronsbeere genannt und ist in Nordeuropa, Asien und Nordamerika verbreitet. Sie gehört zu den Heidekrautgewächsen und gedeiht bevorzugt auf trockenem, saurem Heideboden. Als immergrüner, kriechender Zwergstrauch mit ledrigen, wintergrünen Blättern erreicht sie eine Höhe zwischen 10 und 40 cm. Ab Ende Mai bis etwa Anfang August öffnen sich die rötlich weißen Blüten in dich­ten Trauben. Im August und September entwickeln sich zunächst weiße Früchte, die später ihre rote Färbung annehmen.
 

Großfrüchtige Moosbeere 
(Vaccinium macrocarpon)

Sie stammt ursprünglich aus den USA und Kanada und ist daher eher unter dem Namen Cranberry bekannt. Mit sei­nen niederliegenden Zweigen verbreitet sich der Zwerg­strauch schnell (etwa 1 m pro Jahr) und ist so ein leistungsstarker Bodendecker. Die immergrünen Blätter sind 1–2 cm lang und ledrig. Auf der von ihm besetzten Fläche sind die Einzelpflanzen nicht mehr erkennbar.

Großfrüchtige MoosbeereFoto: Björn Wylezich/Adobe Stock

Die rosa-weißen Blüten erscheinen von Mai bis August. Die leuchtend roten Früchte können die Größe von kleinen Kirschen erreichen und ab Oktober geerntet werden. Sie kön­nen sie frisch oder getrocknet verwenden. Bei uns erfreuen sie sich hauptsächlich als Backzutat mit ihrem säuerlichen und herben Geschmack wachsender Beliebtheit.

Shallon-ScheinbeereFoto: Crazy nook/Adobe Stock; monamakela.com/Adobe Stock

 

 

 

 

Shallon-Scheinbeere
(Gaultheria shallon

Die zur Familie der Heidekrautgewächse gehörende Art ist auch unter dem Namen Hohe Rebhuhnbeere bekannt. Der kleine, immergrüne Strauch aus Nord­amerika hat ledrige, runde oder auch ovale Blätter.
Die weißen Blütenglöckchen erscheinen im Mai und Juni. Die blauen, in der Reife fast schwar­zen Früchte können Sie im Herbst ernten. Sie können die Beeren zwar roh verzehren, jedoch sind sie etwas mehlig und fade und daher besser für Gelee oder Marmelade geeignet.

MoltebeereFoto: maxsol7/Adobe Stock

Moltebeere 
(Rubus chamaemorus)

Der botanische Name leitet sich von dem Griechischen chamai = „auf der Erde“ und mōros = „Brombeere“ ab, bedeutet also „Bodenbrombeere“. Die mehrjährige Pflanze gedeiht auf Moor- und Heideböden. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 25 cm. Ihr Ver­breitungsgebiet reicht von Kanada über die nord­europäischen Länder bis Tschechien. Die Blütezeit beginnt Mitte Mai und endet im Juni. Die bis zu 2,5 cm großen, orangefarbenen Früchte sind reich an Vitami­nen und haben einen bitter-säuerlichen Geschmack. Marmeladen und Gelees werden ebenso aus ihr herge­stellt wie der finnische Likör Lakka.

Allackerbeere
(Rubus arcticus)

AllackerbeereFotos: Nick Pecker/Shutterstock; Von Olga Popova/Shutterstock;

Hierbei handelt es sich um eine staudenartig wachsende Pflanze aus dem nördlichen Skan­di­na­vien, weshalb sie gelegentlich auch als arktische Himbeere oder Brombeere bezeichnet wird. Sie gedeiht am besten auf frischen bis feuchten Böden. Die 10–30 cm hohen Pflanzen ziehen sich im Spätsommer in den Wurzelstock zurück und treiben im Früh­jahr üppig wieder aus. Die rosaroten Blüten erscheinen von Mai bis Juni, die süßen, himbeerähnlichen Früchte im Herbst.

ErdbeerhimbeereFoto: multik79/Adobe Stock

Erdbeerhimbeere 
(Rubus illecebrosus)

Bei ihr handelt es sich um eine krautige Pflanze bzw. einen Halbstrauch, die in erster Linie als Zierpflanze verwendet wird. Sie ist ein sehr ansprechender und ausdauernder Bodendecker und bildet durch Ausläufer schnell dichte Teppiche. Von Juli bis September ent­wickeln sich an den Triebspitzen der bis zu 40 cm langen Ruten große, weiße Blüten. Die Reife der roten, erdbeerähnlichen Früchte verläuft parallel zur Blüte und reicht bis in den Herbst. Die Früchte der reinen Art schmecken leider etwas fade, deutlich süßer und aromatischer sind die der Sorte ‘Asterix’.

Echte BärentraubeFoto: mauritius images/Manfred Ruckszio/Alamy

Echte Bärentraube 
(Arctostaphylos uva-ursi

Die Bärentraube ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet. Ihren etwas ungewöhnlichen Namen verdankt die Pflanze wohl dem Umstand, dass Bären den Geschmack der Früchte angeblich besonders mögen. Der niedrige, immergrüne Strauch erreicht eine Höhe von etwa 5–50 cm, hat zunächst behaarte Blätter, die später glatt werden. Die Zweige wachsen niedrig und horizontal. Die in Trauben hängenden, weißen bis rosafarbenen Blüten zeigen sich vom frühen Frühjahr bis in den Juni.
Die roten, beerenartigen Früchte reifen zwischen August und Oktober. Sie können die Früchte entweder roh essen, dann sind sie allerdings etwas fade und mehlig, oder daraus Marmelade machen, denn beim Kochen entwickeln sie mehr Süße.

Jens Carstens
Stellv. Vorsitzender des Landesverbandes
Schleswig-Holstein der Gartenfreunde

 

Bezugsquellen:

Eggert Baumschulen
Tel. 00 43/1/7 69 97 69-0
www.eggert-baumschulen.de

Erzgebirgische Wildobstzucht
Tel. 037291/695 30
www.wildobstschnecke.de

Hof Jeebel Biogartenversand
Tel. 039037/781
www.biogartenversand.de

Lubera
Tel. 04403/984 75 90
www.lubera.de

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