• Pflanzenporträts

Aromatische Minzen

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Minze
  • Pfefferminze
  • Ananas-Minze
  • Wasserminze
  • Polei-Minze
  • Ackerminze
  • Rundblättrige Minze
  • Schoko-Minze
  • Englische Grüne Minze
  • Marokkanische Minze
  • Dunkle Spearmint-Minze
  • Thüringer Pfefferminze
  • Kräuter

Aromatische MinzenFoto: Valerii Honcharuk/Adobe Stock

Die Heimat vieler Minzarten liegt im gemäßigten Klima der Nordhalbkugel, in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Dort kommt das Gewürz- und Heilkraut meist an Gewässer­ufern, Gräben und feuchten Wiesen vor. Die zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) zählende Gattung weist eine große Arten- und Sortenvielfalt auf – was auch daran liegt, dass die Arten sich leicht kreuzen.

Minzen riechen und schmecken ganz unterschiedlich: von herb, balsamisch, scharf oder mentholhaltig bis zu fruchtig. Ebenso vielfältig ist die Art der Verwendung: Sie reicht von kalten und heißen Getränken bis zum Würzen von Salaten, Soßen und Kräuterquark. Auch beim Aromatisieren von Konfitüre und Süßspeisen kann Minze punkten. Zudem werden die Blätter medizinisch ge­nutzt, etwa als Tee bei Magen-Darm-Beschwerden oder Erkältungen.

Das Aussehen der Minze variiert je nach Art und Sorte. So gibt es kriechende Arten mit nur 5 cm Höhe, während starkwüchsige Arten bis zu 1 m hoch werden. Die Stängel sind kantig und die Blätter meist eiförmig und gesägt. Die im Sommer erscheinenden Blütenstände bestehen aus zahlreichen winzigen Einzelblüten und ziehen viele Insekten wie Wildbienen und Schwebfliegen an.

Minzen bevorzugen einen feuchten, nährstoffreichen Boden, überstehen aber auch kurzzeitige Trockenphasen. Zwar lieben sie Wärme, vertragen aber Hitze und pralle Sonne schlecht – daher ist ein Platz im Halbschatten ideal.

Minzen bändigen

Alle Arten und Sorten der Minze sind ausdauernd und wüchsig. Das einzige Problem ist ihr unbändiger Ausbreitungsdrang – über lange Ausläufer wandern sie quer durch den Garten.

Am einfachsten ist es daher, Minzen in Pflanzgefäßen zu kultivieren. Wählen Sie große Töpfe mit mindestens 25 cm Durchmesser bzw. 10 l Erdvolumen. Dann kann die Pflanze etwa drei Jahre darin wachsen, bis Sie sie in frische Erde umtopfen müssen. Versorgen Sie Minzen in Töpfen im Frühjahr mit einem organischen Volldünger. Sie können die Minze auch in einem großen Tontopf im Beet einsenken – dann müssen Sie seltener gießen.

Minzen bändigenFoto: Rawpixel.com/Adobe Stock

Wenn Sie im Garten ein Minzbeet anlegen wollen, stecken Sie am besten im Halbschatten einen kleinen Bereich ab und bauen Sie eine Wurzelsperre ein. Empfehlenswert sind hier etwa Rasenkanten aus verzinktem Metall, die Sie mindestens 30 cm tief in den Boden stecken. Lassen Sie sie oben ca. 5 cm heraus­gucken, damit die Triebe nicht so leicht über den Rand wachsen. Nun können Sie in den abgesteckten Bereich verschiedene Minzarten und -sorten pflanzen. Mit der Zeit werden diese wild durcheinander wachsen – bei etwa gleich starken Arten ist das kein Problem.

Vielleicht gibt es ja auch Bereiche in Ihrem Garten, die Sie weniger intensiv nutzen und wo die Ausläuferbildung nicht stört. Hier können Sie Minzen auch ohne Sperre pflanzen und bei Bedarf den „Überschuss“ mit einem Spaten abstechen.

Vermehren geht leicht

Minzen lassen sich schnell und einfach vermehren. Schneiden Sie etwa 10 cm lange Triebe ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie die Triebe in ein Wasserglas. Schon bald bilden sich zahlreiche Wurzeln, dann können Sie topfen. Platzieren Sie die Töpfe am besten an einer schattigen, windgeschützten Stelle, bis sich die Pflanzen fest verwurzelt haben. 

Auch eine Vermehrung über Ausläufer gelingt leicht und zuverlässig – oft sind hier schon erste Wurzeln erkennbar. Größere Pflanzen können Sie auch teilen, oder Sie stechen Teilstücke mit Trieben und Wurzeln ab und pflanzen sie neu.
 

Ährige Minze und Sorten

Mentha spicata, auch Grüne Minze

Die Ährige Minze wird für Tee, zum Würzen von Soßen und zum Garnieren genutzt. Als eine der bekanntesten Arten dient sie auch zum Aromati- sie­ren von Zahnpasta, Kaugummi und Süßigkeiten.

  • Englische Grüne Minze
    Mentha spicata ‘Englische Grüne’
    Höhe: 70–100 cm
    Blüte: zartlila, Juli/August
    Aroma: frisches, reines Minzaroma
    Besonderheit: Klassiker der englischen Küche
     
  • Marokkanische Minze
    Mentha spicata var. crispa ‘Maroccan’
    Höhe: 30–60 cm
    Blüte: weiß, Juli/August
    Aroma: frisches, reines Minz­aroma
    Besonderheit: Klassiker aus Nord­afrika, perfekt für Tee oder Eistee

Marokkanische MinzeFoto: banjongseal324/Adobe Stock Marokkanische Minze

  • Dunkle Spearmint-Minze
    Mentha spicata ‘Black Spearmint’
    Höhe: 40–80 cm
    Blüte: zartlila, Juli/August
    Aroma: typisches Spearmint-Aroma
    Besonderheit: rötliches Blatt an dunklen Stielen

 

Pfefferminze und Sorten

Mentha x piperita

Bei der Pfefferminze handelt es sich um eine Kreuzung aus Wasserminze und Ähriger Minze. Sie zeichnet sich durch großes Laub und intensives Minzaroma aus. Pfefferminze enthält Menthol und wirkt dadurch kühlend.

  • Thüringer Pfefferminze
    Mentha x piperita var. piperita ‘Multimentha’
    Höhe: 70–100 cm
    Blüte: lila, Juni bis August
    Aroma: intensives Minzaroma
    Besonderheit: sehr robust und wüchsig
     
  • Schoko-Minze
    Mentha x piperita var. piperita ‘Chocolate’
    Höhe: 30–60 cm
    Blüte: lila, Juni bis August
    Aroma: frisch mit süßen Noten
    Besonderheit: dekoratives rötliches Blatt und dunkle Stiele

‘Chocolate’Foto: STUDIO GRAND WEB/Adobe Stock ‘Chocolate’

 

Rundblättrige Minze und Sorten

Mentha suaveolens, auch Apfelminze

Die Rundblättrige Minze punktet mit feinem, fruchtigem Apfelaroma. Ihre Blätter enthalten wenig Menthol, daher sind Duft und Geschmack mild.

  • Rundblättrige Minze
    Mentha suaveolens
    Höhe: 30–60 cm
    Blüte: weiß bis zartrosa, Juli/August
    Aroma: mild, fruchtig
    Besonderheit: dekoratives, silbrig grünes Blatt; leicht pelzig

Ananas-MinzeFoto: ChrWeiss/Adobe Stock Ananas-Minze

  • Ananas-Minze
    Mentha suaveolens ‘Variegata’
    Höhe: 30–60 cm
    Blüte: weiß bis zartrosa, Juli/August
    Aroma: herbe Zitrusnoten
    Besonderheit: dekoratives Blatt, frischgrün mit breitem, weißem Rand

 

Wertvolle Wildarten

Unter den Minzen gibt es etliche heimische Wildarten. Sie sind besonders für naturnahe Bereiche im Kleingarten erste Wahl.

  • Wasserminze Mentha aquatica
    Die Wasserminze wächst in der Natur an Gräben und Teichufern. Sie eignet sich als Uferbepflanzung für Gartenteiche, gedeiht aber auch im feuchten, halbschattigen Gartenbeet.
    Höhe: 40–60 cm
    Blüte: lila, Juli/August
    Aroma: intensiver Minzgeschmack, enthält kein Menthol
    Besonderheit: hoher ökologischer Wert für Insekten

WasserminzeFoto: Pete Mella/Adobe Stock Wasserminze

  • Polei-Minze Mentha pulegium
    Die Polei-Minze ist eine heimische Wildstaude mit kompaktem, polsterartigem Wuchs. Da sie leicht giftig ist, ist sie nicht zum Verzehr geeignet. Sie ist aber für Duftgärten und als robuster Bodendecker perfekt.
    Höhe: 20–40 cm
    Blüte: lila, Juli/August
    Aroma: intensives Minzaroma; Duftpflanze, nicht essbar!
    Besonderheit: hoher ökologischer Wert für Insekten
     
  • Ackerminze Mentha arvensis
    Die zierliche Ackerminze ist in allen Regionen Deutschlands heimisch. Sie gedeiht problemlos an fast jedem Gartenplatz in Sonne oder Halbschatten.
    Höhe: 20–40 cm
    Blüte: lila, Juli/August
    Aroma: starker, frischer Minzgeschmack
    Besonderheit: sehr hoher Mentholgehalt


Annerose Hilbich
Stellvertretende Fachberaterin
des Landesverbandes Braunschweig der Gartenfreunde

Pflanzenkohle herstellen und anwenden

Pflanzenkohle herstellen und anwenden

Pflanzenkohle ist Ihnen zu teuer? Dann stellen Sie sie einfach selbst her – Experte Thomas Kilousek verrät Ihnen:
► was Pflanzenkohle und Terra Preta sind
► die Rolle der Pflanzenkohle im Klimawandel
► Tipps und Tricks zum Herstellen eigener Pflanzenkohle
► wie Sie Pflanzenkohle im Kleingarten richtig anwenden
► Praxistipps: was wirklich funktioniert – und was nicht
+ Am Ende beantwortet Tomas Kilousek Ihre individuellen Fragen zur Pflanzenkohle.

Alle Infos & Anmeldung

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten Juni

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juni.

mehr…

Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Sie sind auf der Suche nach Besonderheiten für Ihren Garten? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Gartenschätze an. 

mehr…

Der Blühkalender der Stauden

Der Blühkalender der Stauden

Unser Blühkalender hilft Ihnen dabei, Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten zu pflanzen – das freut das Auge und bietet vielen Insekten das ganze Gartenjahr Nahrung.

mehr…

Gartenfreund Spezial - Wildbienen

„Gartenfreund Spezial“: Wildbienen

Eine Ausgabe „Gartenfreund Spezial“ mit nur einem Thema: Wildbienen!

Alles Wissenswerte zu den spannenden und schützenswerten Insekten. Vom Erkennen der unterschiedlichen Arten bis hin zu praktischen Tipps, wie man ihnen im eigenen Garten eine Heimat bieten kann.

Ideal auch für Schulungen und Lehrgänge.

Alle Infos & Bestellung

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten Juni

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juni.

mehr…

Blühkalender Sommerblumen

Mit ein- und zweijährigen Sommerblumen können Sie für ein wahres Blütenmeer im Garten sorgen. Unser Aussaat- und Blühkalender hilft Ihnen dabei, die Blumen so auszuwählen, dass Sie das gesamte Gartenjahr Wildbienen und Co. Nahrung bieten können.

mehr…

Hurra! Ich habe einen Kleingarten.

Hurra! Ich habe einen Kleingarten.Ideal für Neupächter!
2. Auflage ab jetzt erhältlich.

Auf über 100 Seiten bleiben keine Fragen zum Gärtnern im Verein, zum Anbau von Obst und Gemüse, Ziergehölzen oder Wasser im Garten offen.

         mehr…
 

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten Juni

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juni.

mehr…