• Kleingartenwesen

Was bedeutet „kleingärtnerische Nutzung“?

Entdecke die Möglichkeiten!

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Kleinworth
  • Kleingartennutzung
  • Drittelnutzung
  • Fachberater

Was bedeutet „kleingärtnerische Nutzung“?Foto: Kleinworth Hauptsache gärtnern – die kleingärtnerische Nutzung hat viele Formen.

Die Gründe dafür, einen Kleingarten zu pachten, sind so vielfältig wie die Kleingärtner selbst. Manche haben Spaß an der Bewegung im Freien, andere wollen ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen oder die Natur beobachten. Andere wiederum suchen etwas zum Stressabbau oder möchten Teil einer starken Gemeinschaft sein. Aber alle haben etwas gemeinsam: Um die Vorzüge eines Kleingartens genießen zu können, müssen sie sich an eine Handvoll Regeln halten – die wichtigste davon ist die sogenannte „kleingärtnerische Nutzung“. Ein Gespräch dazu mit Bundesfachberater Thomas Kleinworth.

Thomas Kleinworth

Herr Kleinworth, woher kommt der Begriff „kleingärtnerische Nutzung“?

Im Bundeskleingartengesetz ist festgehalten, dass ein Kleingarten zur „nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zur Erholung“ dienen muss. Das bezeichnet der Gesetzgeber als „kleingärtnerische Nutzung“. Halten wir uns nicht daran, riskieren wir Vorzüge, wie unseren besonderen Kündigungsschutz und die Pachtpreisbegrenzung, zu verlieren.

Was umfasst denn diese „Nutzung“?

Ein klassisches Missverständnis ist, dass man darunter nur den Anbau von Obst und Gemüse und vielleicht noch Kräutern versteht. Diese Gartenbauerzeugnisse sollen zwar auf jeden Fall im Vordergrund stehen, bei der kleingärtnerischen Nutzung geht es aber nicht nur um die leckeren, sondern auch um die schönen und nützlichen Pflanzen, also Gehölze, Stauden, blühende Sträucher oder z.B. auch Wildblumenrabatten.

Wie passt das mit der sogenannten Drittel-Regelung zusammen?

Der BGH hat 2004 geurteilt, dass in einer Kleingartenanlage mindestens auf einem Drittel Obst und Gemüse angebaut werden sollen. Das umfasst aber eben nicht nur die Kultur von Obst und Gemüse, sondern etwa auch – in einem kleineren Anteil – die von Zierpflanzen. Dabei sollten wir auch den Naturschutz beachten. Niemand muss Beete im rechten Winkel anlegen oder gar einen sterilen Garten vorweisen. Wichtig ist, dass das Gärtnern im Vordergrund steht!

kleingärtnerische NutzungFoto: Kleinworth Kleingärtnerische Nutzung bedeutet nicht, dass alles zwangsläufi geradlinig sein muss.

Wie kann das konkret aussehen?

Obst, gezogen als Stamm oder Spalier, als Spindel, Säule oder Zwerg, gehört ein­fach in jeden Kleingarten. Ein leckerer Sichtschutz kann durch ein Spalier aus Brombeeren oder Himbeeren gepflanzt werden. Die Gestaltung des Gartens muss nicht gradlinig sein: Pflanzen Sie verschiedene Arten durcheinander. Mit Jo­hannisbeer- oder Stachelbeerstämmchen lassen sich würzige Kleinsträucher wie Rosmarin oder Salbei gut kombinieren.

Mit besonderen Gemüsesorten, wie Mini- oder Naschgemüse, folgen die Züch­ter den Bedürfnissen, die heutige Kleingärtner bei Freizeit und gesunder Ernährung haben. Auch wenn der gemischte Anbau immer beliebter wird, sind einige Sorten am besten getrennt im Beet aufgehoben.

Für die Anlage eines eigenen Kräutergartens reicht schon eine kleine Fläche aus. Wandeln Sie ein Stück Rasenfläche um, auch Blumenrabatten können in Kräutergärten umgewandelt oder miteinander kombiniert werden. Kräuterspiralen sind ebenso ein idealer Standort für viele Kräuter.

Kletter- und Ziergehölze bestimmen den Charakter eines Gartens und geben ihm das ganze Jahr über Struktur. Sie dienen vielen Gartenbewohnern als Versteck und bieten Nistmöglichkeiten. Mit Bedacht ausgewählt, brauchen sie wenig Pflege. Gestalten Sie mit Kletterpflanzen, begrünen Sie alte Obstgehölze mit Clematis oder Ramblerrosen. Verzichten Sie aber möglichst auf Koniferen, sie bieten den Nützlingen wenig Nahrung oder Unterschlupf. 

Pflanzen Sie Zwiebel- und Knollenpflanzen. Und sehr viele Stauden sind beliebt bei Insekten. Ein Staudenbeet, einmal angelegt, bietet für viele Jahre ein Blütenmeer!

Um alles auszuprobieren, was die kleingärtnerische Nutzung umfasst, dafür sind unsere Gärten zu klein. Wenn Sie sich aber aus jedem Bereich etwas aussuchen, dann werden Sie die kleingärtnerische Nutzung zu 100 Prozent erfüllen!

Das Interview führte Sören Keller, 
Redaktion „Gartenfreund“, Verlag W. Wächter

Online-Seminar am 18.06.2024

Wassermanagement im Kleingarten

Gießwasser wird im Sommer immer rarer, denn Trockenperioden nehmen zu. Tanja Matschinsky erläutert die Grundlegendes zum Gießen im Klimawandel, stellt Bewässerungsarten vor und gibt Tipps zum Wassersparen im Garten.

Mehr Informationen 

Anzeige:
Ballistol Universalöl
Unsere Gartenschätze

Im Fokus: Gartenschätze

Sie sind auf der Suche nach Besonderheiten für Ihren Garten? Dann schauen Sie sich doch mal unsere Gartenschätze an. Neben interessanten Infos zu den einzelnen Pflanzen, finden Sie hier auch passende Bezugsquellen.

mehr…

Der Blühkalender der Stauden

Der Blühkalender der Stauden

Unser Blühkalender hilft Ihnen dabei, Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten zu pflanzen – das freut das Auge und bietet vielen Insekten das ganze Gartenjahr Nahrung.

mehr…

Was liegt an im Obstgarten?

Obstgarten Juni

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juni.
mehr…

Starter-Paket: FISKARS SingleStep Heckenschere HS 22 & Hurra-Buch für Gartenneulinge

Starter-Paket FiskarsEgal ob für sich selbst oder als Geschenk für Garten-Anfänger. Die Kombination aus dem Buch „Hurra! Ich habe einen Kleingarten“ und der Heckenschere HS 22 von Fiskars ist perfekt für einen erfolgreichen Start im eigenen Garten.

mehr…

Was liegt an im Gemüsegarten?

Gemüsegarten Juni

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juni.
mehr…

Was liegt an im Ziergarten?

Ziergarten Juni

Hier finden Sie unsere aktuellen Gartentipps für den Juni.
mehr…

Blühkalender Sommerblumen

Mit ein- und zweijährigen Sommerblumen können Sie für ein wahres Blütenmeer im Garten sorgen. Unser Aussaat- und Blühkalender hilft Ihnen dabei, die Blumen so auszuwählen, dass Sie das gesamte Gartenjahr Wildbienen und Co. Nahrung bieten können.

mehr…

„Der Fachberater“ – damit Sie auf dem Laufenden sind!

Der Fachberater

Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Klein­gar­ten­wesens. Die Ver­bands­zeit­schrift des Bun­des­ver­ban­des Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwer­punkt­the­men.

mehr...