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Vielfalt im Kleingartenverein

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Zusammenhalt im KleingartenFoto: jackfrog/Adobe Stock Im Kleingarten profitiert man vom Zusammenhalt.

Von jung bis alt, von neu bis alteingesessen: In unseren Kleingärten begegnen wir den unterschiedlichsten Menschen. Bei uns im Verein ist das jüngste Mitglied erst Anfang 20 und das Älteste weit über 80 Jahre alt. Das liegt auch am niedrigen Pachtzins. Er ermöglicht es Familien mit Kindern, Menschen mit niedrigem Einkommen und/oder Rentnern, einen Garten zu pachten.

So gärtnert der „Alte Hase“ neben dem „Neuen“ oder der Lehrer neben dem Rentner. Da lädt der Gartenfreund einfach seine Nachbarn ringsherum zum gemeinsamen Essen ein. Man lernt sich kennen und verbringt einen schönen Nachmittag zusammen. So entsteht ein reger Austausch von Erfahrungen, und es werden Freundschaften geknüpft.

Der Geschmack anderer Länder

Bei einem Spaziergang durch den Verein kommt man leicht mit Gartenfreunden ins Gespräch. Das endet dann oft bei einer Tasse Tee oder Kaffee, und es kommen immer mehr Gartenfreunde dazu.

Wir hatten bei der Planung zu einem Gartenfest die Idee, dass wir unsere Gartenfreunde aus anderen Ländern fragen, ob sie ein für ihr Herkunftsland typisches Essen zubereiten würden, damit man mal probieren kann, wie es in anderen Ländern schmeckt. Viele unserer Pächter hatten gleich Lust dazu, und am Ende gab es italienische, russische, türkische, kurdische und auch deutsche Gerichte – um nur einige zu nennen. Im Anschluss wurden viele Rezepte ausgetauscht. Das war ein sehr interessantes Erlebnis für alle Teilnehmer.

Ehemalige und Zukünftige

Aber auch unsere Rentner und ehemaligen Gartenfreunde werden nicht vergessen, sie werden gern bei Feiern wie Sommerfest, Erntedankfest und anderen Aktivitäten gesehen. Einmal im Jahr findet das Seniorencafé statt. Es richtet sich nicht nur an die aktiven Gartenfreunde, sondern auch an die ehemaligen Kleingärtner.

Es ist immer sehr interessant, was die ältere Generation für Erfahrungen gesammelt hat – ob nun gute oder schlechte. Da erzählt ein älterer Gartenfreund, dass er Gießwasser für die Pflanzen aus einem Bombentrichter holen musste, oder dass es einen Wachdienst gab, um zu verhindern, dass die Ernte gestohlen wird.

Neugier weckenFoto: lithiumphoto/Adobe Stock Kleine Gartenfreunde sind meist neugierig.

Unsere kleinen Gartenfreunde sind oft neugierig und fragen meist einfach nur: „Was machst du da?“ So ging es mir beim Pflücken von Stachelbeeren, als mich ein kleiner Junge ansprach. Ich habe ihm erklärt, dass ich aus den Beeren Marmelade koche. Als ich ihm ein paar Tage später ein kleines Glas schenkte, strahlte er vor Freude.

Treffen auf dem Weg

Der Zusammenhalt in den Vereinen zeigt sich auch dadurch, dass man sich gegenseitig hilft. Etwa, wenn der Nachbar krank ist oder im Urlaub. Ebenso, wenn eine Arbeit erledigt werden muss, die dem einem oder anderen nicht so leicht von der Hand geht.

Wir helfen auch der Tafel: Sonntags bringt jeder, der Obst oder Gemüse übrig hat, es zu einer Sammelstelle. Am Montagmorgen werden die Nahrungsmittel dann abgeholt, um sie Bedürftigen zur Verfügung zu stellen. So denken die Gartenfreunde auch an jene, die keinen Garten haben, und sorgen dafür, dass auch sie frisches, regionales Obst und Gemüse bekommen.

Vielfalt im KleingartenvereinGrafik: Moe/Adobe Stock

Ich finde es immer wieder schön, durch unsere Anlage zu gehen. Oft werde ich dabei angesprochen, meistens mit: „Ich hab da mal ‘ne Frage.“ Und schon steht man mit mehreren Gartenfreunden auf dem Weg und unterhält sich. So treffen sich die unterschiedlichsten Menschen – aber mit den gleichen Interessen.

Annerose Hilbich
Stellvertretende Fachberaterin
des Landesverbandes Braunschweig der Gartenfreunde

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