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Pools in Kleingärten

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PlanschbeckenFoto: Lunaundmo/Adobe Stock Wer nicht auf Abkühlung verzichten möchte, sollte kleine Planschbecken bevorzugen.

An heißen Sommertagen erscheint ein eigener Pool im Kleingarten die perfekte Lösung: schnell aufgebaut, güns­tig und jederzeit verfügbar. Besonders Frame-Pools, Stahlrahmenpools oder Quick-Up-Pools erfreuen sich wachsender Beliebtheit, da bei ihnen aufwendige Bauarbeiten entfallen. Doch im Kontext des Kleingartenwesens sind diese Pools mit erheblichen Problemen verbun­den, insbesondere für Umwelt und Gesundheit.

Ein häufig genanntes Argument ist die einfache Handhabung. Sie lassen sich wie die Möbel eines schwedischen Möbelhauses einfach auf- und wieder abbauen – es braucht kein Fundament und es sind auch keine Erdbewegungen notwendig. Zudem sind sie recht kostengünstig und beinahe jedes Jahr gibt es besonders preiswerte Angebote bei den Discountern. Alles Gründe, warum sie immer häufiger auf Parzellen auftauchen und der Eindruck entsteht, sie ­seien vereinbar mit den Vorgaben des Kleingartenwesens.

Aber auch die temporäre Nutzung widerspricht häufig dem gärtnerischen Zweck: Ein Pool beansprucht meist die sonnigste Fläche auf der Parzelle, die besser für Obst und Gemüse geeignet ist und dieser Nutzungsverpflichtung dienen sollte.

Ohne Chlor geht es nicht

Der geringe Anschaffungspreis täuscht zudem darüber hinweg, dass der Badespaß nur mit kontinuierlicher Wasserpflege möglich ist, damit die Pools keine Keim- und Krankheitsherde werden. Dafür wird dann meist Chlor eingesetzt, häufig noch in Kombination mit stromverbrauchenden Umwälzpumpen und Filtersystemen. Chlor tötet zwar zuverlässig Keime, es reagiert aber auch mit organischen Stoffen im Wasser wie Schweiß, Hautpartikeln, Bestandteilen aus Sonnencremes oder Kosmetika.

Dadurch entstehen Chloramine und der flüchtige Stoff Chlor wird im Wasser gebunden. Chloramine können wir zwar nicht sehen, aber riechen: sind sie doch für den „typischen Schwimmbadgeruch“ hauptverantwortlich.

Leider können sie auch gesundheit­­liche Beschwerden auslösen: Augen-, Haut- und Schleimhautreizungen sind oft die Folge. Reagieren Chloramine weiter, entsteht sogar Trichloramin, das Atemwege schädigen kann und im Verdacht steht, Asthma zu fördern. Zusätzlich ent­stehen weitere chemische Ne-benproduk­te, deren Wirkung auf Gesundheit und Umwelt noch nicht vollständig erforscht sind.

Für den Kleingarten ungeeignetFoto: Jan S./Adobe Stock So lieber nicht: Pools sind in Kleingärten mit erheblichen Probleme verbunden.

Wohin mit dem Abwasser?

Im Kleingarten verschärft sich das Problem: Oft besteht kein Anschluss an die Kanalisation, das Poolwasser muss nach Nutzung im Garten versickern. Chlorhaltiges Wasser wirkt oxidierend, schädigt Bodenorganismen, beeinträchtigt die Bodenfruchtbarkeit und kann Pflanzen schädigen sowie das Grundwasser belasten.

Ohne Chlor droht ein hygienisches Risiko durch Algen und Keime – ein Dilemma zwischen Gesundheit und Umweltrisiko. Selbst bei kleinen Pools bleibt dieses Problem bestehen und nur die Wassermenge wird reduziert. Hinzu kommen hoher Wasserverbrauch und mögliche Konflikte mit Nachbarn oder Vereinsregeln.

Planschbecken statt Pool!

Ein weiterer Aspekt darf nicht übersehen werden: Diese Pools eignen sich nicht zum Schwimmenlernen. Sie sind zu klein und flach, es fehlt an Bewegungsraum und sicheren Rahmenbedingungen wie in öffentlichen Bädern. Kinder erlernen hier keine Schwimmfähigkeiten und für die Kleinsten bleibt ein hohes Unfallrisiko. Parallel geraten öffentliche Bäder zunehmend unter Druck, da Besucherzahlen sinken. Private Pools im Garten können diesen Trend unbeabsichtigt verstärken und langfristig Orte für Schwimmausbildung und sicheres Baden verdrängen.

Wer dennoch nicht auf Abkühlung verzichten möchte, sollte auf sehr kleine Planschbecken mit unbehandeltem Wasser oder Babypools setzen. Diese fassen „nur“ einige hundert Liter Wasser, die nicht mit Chemie behandelt werden müssen, weil Sie nach dem Fußbad oder Planschvergnügen zur Bewässerung genutzt werden können. So wird der nachhaltige Gedanke des Kleingartenwesens gewahrt und die gravierendsten Probleme klassischer Poollösungen vermieden.

Joschka Meyer
Fachberater des Landesbundes
der Gartenfreunde in Hamburg

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