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Das Osterfeuer fällt aus ...

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Osterfeuer
  • Klimaschutz
  • Verantwortung
  • Gesundheit
  • Umweltschutz
Messungen sind dramatisch

Verlauf der Halbstundenwerte der Feinstaub- (PM10-) Konzentrationen Zeitlicher Verlauf der Halbstundenwerte der Feinstaub- (PM10-) Konzentrationen vom 28.03. bis 02.04.2002 an norddeutschen Stationen des Umweltbundesamtes
Quelle: UBA

In einem Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) vom Mai 2009 wird die Situation deutlich. Die enor­me Zunahme der Feinstaubkonzentration begann meistens in den Abendstunden des Sonn­abends und erreichte am Ostersonntag ihren Höhepunkt.

Der Ort Waldhof in der Lüne­burger Heide erreichte Ostersonntag 2002 den höchsten Wert seit 1989. In Regionen, in denen kein Osterfeuer abgebrannt wird, zeig­ten Vergleichsmessungen keinen Anstieg an den Ostertagen.

Kommen zu der erhöhten Fein­staubbelastung ungünstige – austauscharme – Wetterlagen hinzu, so können Osterfeuer großflächig für einen der 35 Überschreitungstage im Jahr verantwortlich sein, so das UBA. Das wiederum bedeutet für die Kommune, dass das Os­terfeuer die Pflicht zur Einführung der Umweltzone beschleunigen kann. So war in Münster der Wert nach dem ersten Quartal be­reits 13-mal überschritten worden!


Klimaschutz ist Bürgerpflicht

Osterfeuer fällt aus Sind Osterfeuer noch zeitgemäß? Klimaschutz geht uns alle an. Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass unsere Welt auch für kommen­de Ge­ne­ra­tio­nen noch lebenswert ist. Das gilt für die großen Unternehmen genauso wie für jeden einzelnen Bürger.

Wir alle, auch wir Gartenfreun­de, wer­den uns in Zukunft noch um­welt­be­wuss­ter verhalten müssen, um die unvermeidliche Katastrophe we­nigs­tens in ihrem Ablauf zu mildern. Und das gilt auch für die Osterfeuer.

 

Brauchtum bewahren

Wir Gartenfreunde pflegen seit vie­len Jahrzehnten das Osterfeuer als eine der ersten Veranstaltungen im Gartenjahr, die für viele Men­schen das Ende einer langen, dunklen und oft auch einsamen Winterzeit bedeutet. Aber wir müs­sen unsere Umwelt dabei im Blick be­hal­ten.

Osterfeuer sind keine Gelegenheit, um lästigen Baumschnitt oder andere brennbare Abfälle zu entsorgen. Auf das Ostfeuer gehören nur abgelagerte, trockene Laubhöl­zer. Und auch der Umsatz von Brat­wurst und Bier darf nicht im Vordergrund stehen.

Bewahren wir uns eine alte Tradition, indem wir sie als solche pflegen: mit Maß und Vernunft für unsere Umwelt und unsere Gesundheit.

 

Osterfeuer als Brauchtum

Osterfeuer werden am Samstag vor Ostern entzündet, mancherorts auch erst am Abend des Ostersonntags. Die Ursprünge die­ses Brauches werden im heidnisch-germanischen Sonnenkult vermutet. Das Feuer diente dazu, den Winter zu vertreiben. Später wurde der Brauch von den Christen übernommen. Das Osterfest beginnt häufig mit einem Feuerritual in der Osternacht. Zu Beginn der feierlichen Ostermesse wird vor der Kirche ein klei­nes Feuer entfacht. Der Priester entzündet daran die Osterkerze, die als Sinnbild für den auferstandenen Christus steht, und trägt sie in die dunkle Kirche. Die Gläubigen folgen in feierlicher Prozession.

 

Joachim Roemer,
Vizepräsident des Landes­verbandes Niedersächsischer Gartenfreunde

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