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Der „Karl-Foerster-Staudenweg“

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Ein lebendiges Denkmal

Das Projekt trägt die Handschrift von Hans-Dieter Manegold. Der Staudenweg war sein Le­bens­in­halt im Alter. Im Gewächshaus seines Gartens zog er viele Stauden selbst. Der eigene Vorgarten war ein Test- und Experimentierfeld.


Stauden am WegesrandFoto: Frank Müller Während der gesamten Vegetationszeit ­blühen Stauden am Wegesrand.


Sein Augenmerk richtete er besonders auf das Wachstum der Pflanzen unter den Bedingungen des Leipziger Umlandes. Cha­rakteristisch sind hier schwere Lehmböden.

Er beobachtete die Wechselwirkungen zwischen den Pflanzen sehr genau und achtete z.B. darauf, dass große Pflanzen die kleinen nicht überwuchern, Ungeziefer, das von einer Pflanze angezogen wur­de, andere nicht zerstört und der Nährstoff­entzug einer Pflanze einer anderen nicht die Le­bens­grund­la­ge nahm.

Nach dem Ableben von Hans-Dieter Manegold am 25.4.2009 sprachen sich der Verein und der Kreisverband gemeinsam für die Weiterführung des Projektes „Staudenweg“ aus.


Ein Projekt – viele Träger

Drei Jahre vorher, im Juni 2006, war der „Dr.-Karl-Foerster-Staudenweg“ der Öffentlichkeit vor­ge­stellt worden – unter der Schirmherrschaft des Kreisverbandes Leipzig, der Kleingärtner West­sach­sen und der Stadt Leipzig.

Die Stadt Leipzig stellte für die Rea­lisierung dieses Projektes großzügig Fördermittel bereit und will das Projekt auch weiterhin unterstützen. Die Pflege der neu gestalteten Vorgärten wird durch die Pächter der angrenzenden Gärten sichergestellt und ist vertraglich geregelt. Die anderen Freiflächen werden ebenfalls von Gartenfreunden des Vereins gepflegt.

Dass die Vereinsmitglieder neben den eigenen Gärten noch ein zusätzliches Stück Land pflegen, ist vorbildlich und gebührt der Hochachtung. Sie wollen damit die Na­turerziehung fördern, das Empfinden für Schönes wecken und die Menschen für unser gemeinsames Hobby interessieren.

Vielleicht könnte dieses Projekt eine Anregung für andere Gartenfreunde sein, in der eigenen Kleingartenanlage Freiflächen einer sinnvollen Nutzung zuzuführen und darüber hinaus die Liebe zur Schönheit der Natur an andere Menschen weiterzu­reichen – ganz im Sinne von Prof. Dr. Karl Foerster.

Lothar Fritzsch
Vizepräsident des Landesverbandes
Sachsen der Kleingärtner

 

Philosoph und Gartenpionier

Karl Foerster (1874–1970) war weit mehr als ein Pionier der Staudenzüchtung. Der gebürtige Berliner wirkte zudem als Autor und Philosoph und gilt als Vorreiter für eine neue Art des Gärtnerns.

Philosoph und Gartenpionier Foerster betrachtete jede Pflanze als ein In­di­vi­du­um, das auch für sich allein und nicht nur im Zusammenspiel mit anderen Pflanzen einen äs­the­ti­schen Wert hat. So importierte und züchtete er unzählige Stauden, Gräser und Farne, die er mit Unterstützung berühmter Landschaftsarchitekten in den hiesigen Gärten populär machte. Be­son­de­ren Wert legte er dabei auf das Zusammenspiel von Gestalt, Farbe und Duft verschiedener Arten in ihrer jahreszeitlichen Abfolge. Außerdem kon­zen­trier­te er sich auf die Züchtung von wi­der­stands­fähi­gen und winterharten Stauden.

Neben zahlreichen Artikeln veröffentlichte Foerster fast 30 Bücher, von denen einige noch heute im Buchhandel erhältlich sind. Nicht ohne Grund gingen zahlreiche Intellektuelle in Foersters Wohnhaus in Potsdam-Bornim ein und aus – später bezeichnete man sie als „Bornimer Kreis“.

Foersters Staudengärtnerei in Potsdam-Bornim gibt es noch heute, und sein Garten nebenan gehört zu den meistbesuchten Privatgärten in Deutschland. Erhalten geblieben ist auch der erste Schaugarten für Stauden, Farne und Gräser auf der Potsdamer Freundschaftsinsel. Weitere Infos auf: www.foerster-stauden.de und www.ulmer.de/Karl-Foerster/4128.html

sök

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