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Imkern im Kleingarten

… und es hat Summ gemacht!

Schlagworte zu diesem Artikel:
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Imker bei der ArbeitFoto: mauritius images/nature picture library/David Woodfall


Beate Tschirpich kann es kaum erwarten – wie jedes Jahr im Frühjahr wartet sie auf das erste große Lebenszeichen ihrer Bienen. „Ich fiebere immer den ersten warmen Tagen entgegen, stehe dann fasziniert vor den Stöcken und warte darauf, dass die Winterbienen nach langer Zeit endlich ihren Stock verlassen. Erst dann weiß ich, dass es meinen Bienen gut geht und sie den Winter überstanden haben. Dann habe ich alles richtig gemacht und muss jetzt Daumen drücken, dass die Bienen genug Nahrung finden, damit die Königin wieder Eier legen kann und das Volk wachsen kann.“

Auf die Biene gekommen

Beate Tschirpich und Dirk BeusenFoto: Kleinworth Beate Tschirpich und Dirk Beusen

Wie Tschirpich kommen zurzeit viele Kleingärtner „auf die Biene“ und fangen an, auf den Parzellen zu imkern. Über immer mehr Anlagen surren Honigbienenvölker durch die Luft und sorgen dafür, dass wieder mehr Blüten bestäubt werden und die Gartenfreunde – ganz nebenbei – eigenen Honig ernten können.

Beate Tschirpich und ihren Partner Dirk Beusen packte 2013 das Bienen-Fieber. „Die Erntemenge an Früchten wurde bei uns immer geringer, und wir fragten uns, woran das liegen kann, etwa am Alter der Gehölze oder dem Wetter. Da bemerkten wir, dass es immer weniger Bestäuber auf unserer Parzelle gab, und fragten uns, was wir dagegen tun können.“

Die Gartenfreunde fuhren zur Veranstaltung eines Imkers. Beate Tschirpich fragte, ob sie mal beim Schleudern der Honigwaben helfen dürfe. „Es ist faszinierend, wie viel Honig in einer Wabe ist. Ich hatte Feuer gefangen, und wir beschlossen, dass wir Imker werden wollten.“

Bis zum ersten eigenen Bienenvolk mussten die Mitglieder des Kleingärtnervereins „Raisdorf“ bei Kiel aber noch viel lernen. „Jeder, der mit der Imkerei anfangen will, sollte sich im Klaren darüber sein, dass das kein Hobby für ein Jahr ist. Man hat es mit Tieren zu tun, um die man sich kümmern muss. Wenn die Honigernte ansteht, kann man z.B. nicht in den Urlaub fahren, und es kostet auch Geld. Am besten ist es, bei einem Imker ein Jahr mitzulaufen, damit man schon mal eine Vorstellung bekommt, wie ein Bienenjahr aussieht“, rät Beusen.

Imker und BienenFoto: santypan/Adobe Stock Im Trend: Immer mehr Gartenfreunde imkern auf den Parzellen.

Honig für die Nachbarn

Auch rechtlich gibt es einiges zu beachten: „Grundsätzlich ist die Bienenhaltung überall erlaubt, Näheres dazu regelt das Bürgerliche Gesetzbuch. Jedes Volk muss beim Kreisveterinäramt angemeldet werden. Vom Vereinsvorstand braucht man eine Genehmigung. Wenn die Satzung oder die Vereinsordnung des Vereins die Bienenhaltung nicht verbietet, ist diese erlaubt“, erläutert Beusen. Laut Bundeskleingartengesetz ist die Bienenhaltung sogar ausdrücklich erwünscht, da die Bienen für die Bestäubung der Blüten nützlich sind und somit der kleingärtnerischen Nutzung dienen.

Bevor man den ersten Stock aufstellt, sollte man mit seinem Gartennachbarn sprechen. „Es haben leider immer noch viele Menschen Angst vor Bienen. Wir haben unseren Nachbarn gezeigt, wo die Stöcke aufgestellt werden sollen. Die stehen so, dass die Bienen, sobald sie ihren Stock verlassen, nach ca. 1,5 m hochfliegen müssen. Auch mit der Aussicht auf Honig aus der eigenen Anlage lassen sich viele Bedenken zerstreuen. Einfach mal den Nachbarn frisch geschleuderten Honig probieren lassen und fragen, was er rausschmeckt, das wirkt manchmal Wunder“, so Beusen.
Ein Nutzen für alle Ihre Entscheidung, Imker zu werden, haben Dirk Beusen und Beate Tschirpich nie bereut: „Wir sind um sehr viele Erfahrungen reicher geworden, die Bienen haben uns die Augen geöffnet für eine neue Sichtweise auf die Natur. Man erlebt die ganze Umwelt viel intensiver!“

Jeder, der Imker werden möchte, sollte Schulungen besuchen, einen erfahrenen Imker fragen, ob man ihn als Paten gewinnen kann, und einem Imkerverein beitreten, rät Tschirpich. „Es muss ja nicht jeder Kleingärtner gleich Imker werden. Aber wenn es einen Imker in der Kleingartenanlage gibt, profitieren alle davon!“

Corinna Leposa
Redaktion Landesverband Schleswig-­Holstein der Gartenfreunde

Weitere Informationen:
www.deutscherimkerbund.de
www.die-honigmacher.de

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