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Gesundheitsquell Kleingarten

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Gesundheit
  • Gar­ten­ar­beit
  • Projekte
  • Kinder im Garten
  • Kosten

Ernte wird stolz präsentiertFoto: Schrebergärtner-Verein Brunsbüttel Das Gartenjahr ist in vollem Gange, die Ernte wird stolz präsentiert Dieser Sommer konnte mit Spit­zen­wer­ten dienen, so heiß war wohl selten ein Juli. Groß war die Anzahl hit­ze­ge­stress­ter Personen, die mit ihrem Ge­sund­heits­zu­stand zu kämpfen hatten. Auf dem Balkon sitzen und die erhitzte Luft der Stadt zu atmen, brachte wahrhaftig keine Abkühlung. Und in der Wohnung half bei solch extremen Tem­pe­raturen nur eine Klimaanla­ge. Wer die nicht hatte, schlief nachts oft schlecht und ihm graute schon vor dem nächsten Hitze-Tag.


Früh im Garten aktiv

Wie hingegen ergeht es einem Gar­tenfreund bei solchen Temperatu­ren? Betrachten wir einen Tag am Wochenende: Früh beginnt der Gar­tenfreund den Tag, denn seine An­pflanzungen benötigen seine Zuwendung. Bevor die Sonne senk­recht steht, ist er schon längst im Garten und versorgt das Grün mit Wasser und sonstiger Pflege.

Die Bewegung, dieses Bedürfnis, sich um etwas zu bemühen, sorgt für geistige und körperliche Frische. Die große Mittagshitze wird entspannt unterm schattenspenden­den Apfelbaum genossen, bevor in den frühen Abendstunden das bereits reife Gemüse geerntet wird, um es daheim zu einer frischen und genussvollen Mahlzeit zu verarbeiten.

Für Kleingärtner und gerade für diejenigen, die schon länger dabei sind, ist es eindeutig: Gar­ten­ar­beit hält jung und fördert die Gesundheit.


Viel Freude mit Projekten

Es sind aber auch die vielen Projekte in den Kleingärtnervereinen, die das Leben der Kleingärtner reicher machen. Was für eine Freude macht es, wie viel positive Le­bensenergie wird frei, wenn das geplante Konzept am Ende den erwünschten Erfolg bringt!

Der Schrebergärtnerverein Bruns­­büttel, Schleswig-Holstein, schlug vor vier Jahren einer inte­gra­ti­ven Schule vor, sie könne ei­ne Parzelle bewirtschaften, um den Kindern das Gärtnern „in echt“ zu zeigen. Anpflanzen, pflegen, ernten, genießen – was für ein Erfolg!

Wissen gepaart mit jugendlicher EnergieFoto: Schrebergärtner-Verein Brunsbüttel Das haben wir gemacht! Wissen gepaart mit jugendlicher Energie bringt ein prima Ergebnis. Außerdem verleiht der Kreis Dith­marschen regelmäßig einen Umweltpreis an die engagierten Schu­len. Nicht der Betrag auf dem Scheck ist hier wichtig, viel wichti­ger ist es, dass die Kinder von den erfahrenen Gar­ten­freun­den lernen, wie sich die Natur verhält. Regeln müssen eingehalten werden, klare Handlungen führen zum Erfolg.

Kontinuität wird als wichtig erkannt und gelernt, dass auch manch­mal ein etwas längerer Weg zum Ziel führt. Werte werden vermittelt und gegenseitig Res­pekt gezollt. Die Damen und Herren, die dieses Projekt seit mehreren Jahren begleiten, finden Bestätigungen an jedem Tag gemeinsamer Zeit. Die Achtung der Jugend vor dem Alter und die Wertschätzung dem Wissen gegenüber ist der positive Ne­beneffekt!

Kirchliche Einrichtungen wie in Lübeck pachten und bewirtschaften gleich mehrere Parzellen und machen einen Naturkindergarten daraus. Die Ernteerzeugnisse werden dann selbst geerntet, weiterverarbeitet und verzehrt. Es gibt auch Organisationen, die das ge­ern­te­te Obst und Gemüse zum Erntedankfest in die Kirche bringen. Hier dürfen sich alle bedienen, die mögen.

Die Arbeiterwohlfahrt in Neumünster bewirtschaftet zurzeit 15 Parzellen. Aufgegebene Kleingärten werden hergerichtet und mit Obst und Gemüse bepflanzt. Die erwachsenen Langzeitarbeitslosen, die daran mitarbeiten, finden dabei viel Bestätigung.

Zu wissen, dass etwas Sinnvol­les durch die eigene Arbeitskraft entsteht, verdrängt die eine oder andere schlechte Erfahrung aus dem Alltag. Stolz wird die Ernte eingebracht, und die Ernte­er­zeug­nis­se werden unter den Teilnehmern verteilt: frische gesunde und vitaminreiche Kost für die, die sonst nur „aus der Dose leben“ kön­nen.


Pacht zukünftig von Krankenkassen erstattet?

Diese Beispiele – und ich bin mir sicher, es gibt noch viele mehr – belegen eindeutig: Der Klein­gar­ten ist ein Gesundheitsquell! Wenn die Kosten für diverse Angebote der Sportvereine wie Pilates, Rückenschule, Herzkreislauf- oder sonstige Fitnesskurse bei den Kran­kenkassen ein­ge­reicht werden kön­nen und erstattet werden, da sie als gesundheitsfördernd gelten – dann muss die Frage erlaubt sein, warum z.B. die Pacht für den Kleingarten nicht auch von der Kranken­kasse erstattet wird.

Schön, wenn wir durch unser flei­ßiges Tun solche Fragen und Denkanstöße in Gang bringen. Noch schöner, wenn die Anerkennung und die Bestätigung sich auch ein­mal in einer messbaren Form zeigen würden!

Thomas Kleinworth,
Landesfachberater des Landesverbandes
Schleswig-Holstein der Gartenfreunde

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