• Kleingartenwesen

Geräte im Kleingärtnermuseum

Etablierte Innovationen

Geräte im KleingärtnermuseumFoto: Deutsches KleingärtnermuseumDas Kleingärtnermuseum in Leipzig präsentiert weltweit einzigartig die Geschichte des Klein­gar­ten­we­sens. Die chronologisch aufgebaute Dau­er­aus­stel­lung beinhaltet neben Dokumenten, historischen Fotografien und Objekten natürlich auch historische Gartengeräte. Jeder Kleingärtner kennt etwa Schaufel und Spaten. Wo diese altbewährten Gegenstände ihren Ursprung haben, wissen aber die wenigsten.


Vom Holz- zum Metallspaten

Mit der Entwicklung von sesshaften Sied­lungs­grup­pen in der Jungsteinzeit (6500 bis 2000 v. Chr.) entstanden Gemeinschaften von Ackerbauern und Viehzüchtern, die nun auf eine lokale Versorgung angewiesen waren. Für die Bewirtschaftung der Anbauflächen wurden spezielle Werkzeuge und Anbaumethoden entwickelt.

Neben archäologischen Funden vermitteln schrift­li­che oder bildliche Quellen einen Eindruck von den früheren Formen dieser Geräte. Grundlegende Typen haben sich dabei im Laufe der letzten Jahrhunderte nicht wesentlich verändert. So sind die Grundformen von Spaten, Schaufel, Hacke, Gartenmesser und -schere und Pflanzhölzern im Wesentlichen gleich geblieben und bis heute etabliert.

Im Mittelalter wurden randbeschlagene Holzspaten genutzt. Dabei waren lediglich die Kanten des hölzernen Blattes mit einem eisernen Beschlag versehen. Erst mit Einsetzen der Industri­a­li­sie­rung und kostengünstigeren Herstellung von Eisenwaren wurden die Blätter komplett aus Stahl gefertigt. Oftmals haben sich aufgrund regionaler Anforderungen bzw. für spezielle Einsatzgebiete besondere Formen herausgebildet.

GartengeräteZeichnungen: Archiv Deutsches KleingärtnermuseumIm heutigen Fachhandel gibt es noch ca. 20 ver­schie­de­ne Spatenmodelle. Beispiele sind: Gartenspaten, Englischer Gartenspaten, Irischer Gartenspaten, Deichspaten, Dränierspaten, Wurzelballenspaten oder Setzspaten. Dabei unterscheiden sich diese meist lediglich in Details: in der Ausformung des Blattes (immer rechteckig – allerdings auch in schmaleren Ausführungen, abgerundeter Kopf, teilweise mit Auftritteisen), bei der Verbindung von Stiel und Blatt (Tüllenverbindung, Stahlbänder), der Länge des Stieles (Herren-, Damen- oder Kinderspaten) oder des Griffes (D- oder T-Griff). Auch werden Spaten aus unterschiedlichen Materialien (Stiele aus Metall, Fiberglas, Holz; Blätter aus rostfreiem Edelstahl, Stahl) angeboten.
 

KleingärtnermuseumDas Kleingärtnermuseum

Erleben Sie die Geschichte des Kleingarten­wesens im Kleingärtnermuseum in Leipzig.
Infos: Tel. 0341/211 11 94, www.kleingarten-museum.de


190 Jahre Rasenmäher

Im Laufe der Jahrhunderte dienten Nutzgärten als Anbaufläche für Obst und Gemüse sowie Heilkräuter und Gewürze. Sie bildeten so neben den landwirtschaftlichen Flächen eine Grundlage für die Nahrungsmittelversorgung. Die Innovation des heute oft unerlässlichen Rasenmähers ist mit dem Aufkommen von Ziergärten verbunden.

Rasenmäher In den frühen bewirtschafteten Gärten gab es nur wenig Rasenfläche, da das Areal größtmöglich für den Anbau eingeplant war. Zur Pflege der eher kleinen Flächen wurden handliche Grasscheren eingesetzt. Dementgegen waren die Rasenflächen in den weit­läu­fi­gen herrschaftlichen Flaniergärten der Barockzeit Ausdruck von Wohlstand und gestalterisches Mittel. Zum Kürzen wurden dort Sensen verwendet. 

Der erste Rasenmäher wurde um 1830 in England entwickelt. Durch das Rollen wurde eine Spindel mit Schneidemessern in eine rotierende Bewegung gesetzt. Somit war ein kraftschonendes und rascheres Mähen möglich und erleichterte die Arbeit enorm. Als industriell gefertigtes Massenprodukt waren Spindelmäher ab ca. 1900 weltweit sehr verbreitet. Elektrische Rasenmäher wurden in den 1950er Jahren entwickelt und lösten seitdem die mechanischen Geräte fast gänzlich ab.

In den letzten Jahren haben sich alte Gar­ten­werk­zeuge und -utensilien zu begehrten Objekten ge­wan­delt. Besonders geschätzt werden dabei die bessere Haltbarkeit, umweltschonende Funk­tions­wei­se sowie die Robustheit und das klassisch-nostalgische Design – zu bewundern im Kleingärtnermuseum Leipzig.

Caterina Paetzelt
Leiterin Deutsches Kleingärtnermuseum Leipzig

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Für Gartenfachberater, Vereinsvorstände und alle, die es genauer wissen wollen: „Der Fachberater“ informiert Sie vier Mal im Jahr über gartenfachliche und verbandspolitische Themen des Klein­gar­ten­wesens. Die Ver­bands­zeit­schrift des Bun­des­ver­ban­des Deutscher Gartenfreunde widmet sich zudem Ausgabe für Ausgabe verschiedenen Schwer­punkt­the­men.

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