• Kleingartenwesen

Ein Kleingärtnerverein macht sich hübsch

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PflanzenFoto: Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde Interessante und hochwertige Pflanzen in den öffentlich zugänglichen Bereichen sorgen für die gewünschte  Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Rosina’, ‘Carola’, ‘Leikora’ und ‘Wudonia’ – das sind nicht die Mitglieder einer Girl-Group, sondern Obstgehölze, die seit dem Herbst des Jahres 2015 die Kleingartenanlage „Am Kienberg“ verschönern. Die Gartenfreunde im östlichsten Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf haben dort mit Unterstützung zahlreicher Baumpaten inzwischen 399 Obstbäume auf den Gemeinschaftsflächen ihrer Anlage gepflanzt.

Mit diesen Baumpflanzungen bereiten sich die Gartenfreunde auch auf ihre Rolle als Mit-Gastgeber der Internationalen Gar­tenausstellung 2017 in Berlin (IGA 2017 Berlin) vor. Immerhin befindet sich die Kleingartenanlage in unmittelbarer Nähe zu den „Gärten der Welt“ (ein großer Park mit verschiedenen Themengärten) und den im Bau befindlichen „Kienbergterrassen“. Die Terrassen sind Teil eines „Panoramaweges“, der ab April 2017 zum Eingang auf das IGA-Gelände führen soll – mit Streuobstwiesen und offenen Wiesenbereichen.


Öffnung der Anlage

Die Aktivitäten rund um die IGA sind Teil einer Strategie, die Kleingartenanlage dauerhaft zu sichern, indem sie sich zum Wohnumfeld hin öffnet und sich durch Kooperationspartner noch stärker in der Gesellschaft verankert. Als Bezirksverband unterstützen wir diesen Ansatz nach Kräften.

Der 2002 im Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ mit Gold ausgezeichnete Verein „Am Kienberg“ legt seit seiner Gründung im Jahr 1984 großen Wert darauf, dass sich die Anlage als öffentliche Grünanlage mit einem hohen Erholungswert und als Stätte der öffentlichen Bildung präsentiert. Bereits vor über 30 Jahren wurden die Ränder der öffentlichen Wege mit Obstgehölzen bepflanzt, sodass sich Besucher nicht nur an der Obstbaumblüte im Frühjahr erfreuen können, sondern auch im Sommer und Herbst Äpfel, Kirschen, Birnen und Pflaumen naschen können. Mit Unterstützung des Bezirksamtes wird außerdem ein öffentlicher Spielplatz unterhalten, und oftmals öffnen die Kleingärtner die Pforten ihrer Anlage für interessierte Gäste.


Baumpaten gesucht

Diese positiven Erfahrungen führten Anfang 2013 zu der Idee, entlang der Wege und Plätze der Anlage einen großen Lehrgarten mit alten einheimischen Obstsorten anzulegen. Die Vereinsmitglieder erklärten sich bereit, die Pflege der Gehölze zu übernehmen. Zur Finanzierung des Projektes sollten potenzielle „Baumpaten“ angesprochen werden. Mit Erfolg: Alle Beteiligten waren überrascht, wie groß die Resonanz bei Kommunalpolitikern, Vereinen oder auch vielen Einzelpersonen war. Bis über die Bezirksgrenzen hinaus gab es Menschen, die bereit waren, eine „Baumpatenschaft“ zu übernehmen, also einen finanziellen Beitrag zum Ankauf des Pflanzgutes und zu weiteren Sachkosten zu leisten.

Inzwischen sind alle Bäume gepflanzt – die letzten 18 in einer gemeinsamen Ak­tion aller Berliner Bezirksverbände, für die wir sogar die Stiftung NatureLife International, die Allianz-Umweltstiftung sowie die IGA 2017 Berlin GmbH als Unterstützer gewinnen konnten. Die Bemühungen dafür, dass die Kleingartenanlage in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird, sind also aufgegangen!


Bildungsangebote schaffen

Davon lassen sich die Gartenfreunde nun anspornen und werden dieses Jahr nutzen, um zusammen mit einer Behindertenwerkstatt alle Gehölze mit Beschriftungen zu versehen. Dann werden die Besucher z.B. erfahren, dass die Edel­eberesche ‘Rosina’ (Sorbus aucuparia var. edulis) eine Züchtung der bekannten Vogelbeere mit süßen essbaren Früchten ist. Sie werden auch darüber informiert, dass Schlehen (Prunus spinosa) wichtig für 126 Schmetterlingsarten sind und dass der Echte Kreuzdorn (Rhamnus ca­thartica) eine Futterpflanze für zwölf Schmetterlingsarten, darunter den Kreuz­dornglasflügler, ist.

Die Besucher werden auch lesen können, dass der „Albrechtapfel“ genau genommen ‘Prinz Albrecht von Preußen’ heißt und durch einen Hofgärtner 1865 in Kamenz als Sämling von ‘Kaiser Alexander’ und ‘Baumanns Renette’ entdeckt wurde und ein idealer Gartenapfel ist.


Netzwerke ausbauen

Außer an diesen Bildungsnutzen denken die Kleingärtner der Anlage aber schon weiter. Sie möchten alle Hobbygärtner Berlins einladen, in Zusammenarbeit mit der VHS Marzahn-Hellersdorf an den Obstgehölzen den Obstbaumschnitt zu erlernen. Und auch über die Ernte und Verarbeitung der essbaren Früchte machen sich die Gartenfreunde Gedanken: So planen sie, eine nur für die IGA 2017 gedachte Kooperation mit Kinder- und Jugendgruppen dauerhaft auszubauen.

 

Lern- und Erlebnisort

Diese Aktivitäten lohnen sich! Viele Kleingartenanlagen befinden sich auf kommunalen Grund­stücken. Mit der Bereitstellung von preiswertem Pachtland zur privaten Bewirtschaftung verbinden die Kommunen die berechtigte Erwartung, dass sich die Besucher der Anlagen sowohl an den meistens ja für die Allgemeinheit nicht zugänglichen Parzellen erfreuen können als auch im Rahmengrün einen Erlebnis- und Lernort finden.
 

Lern- und ErlebnisortFoto: Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde
Das setzt jedoch voraus, dass die Sicht in die Gartenparzellen nicht etwa durch zu hohe Hecken eingeschränkt ist und dass interessante und hochwertige Pflanzen in den öffentlich zugänglichen Bereichen zu sehen sind. Zusätzliche Informationen durch Beschriftungen oder Piktogramme verstärken den Nutzen für Kita-Gruppen, Schulklassen, erwachsene Besucher und oft sogar auch für die wechselnde Schar von Pächtern. Wenn darüber hinaus ein gärtnerisch interessantes Konzept umgesetzt wird, ist die gewünschte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und potenzieller Kooperationspartner fast schon sicher.


Lebensraum für Tiere

Zudem hat das Rahmengrün einer Kleingartenanlage einen wichtigen ökologischen Wert. Es kann den niedrigstämmigen Baumbestand der Parzellen sinnvoll ergänzen und einen Beitrag zur Verbesserung der Biodiversität in einer Kleingartenanlage leisten. Das Rahmengrün kann so auch Baum- und Pflanzenarten umfassen, die üblicherweise in einer einzelnen Kleingartenparzelle nicht gepflanzt werden oder aus unterschiedlichen Gründen nicht erwünscht sind, die aber dennoch für die Tierwelt wertvoll sind. So kann eine Kleingartenanlage insgesamt betrachtet auch einen hohen Wert für die Biodiversität haben. Wichtig ist dabei immer ein Gesamtkonzept, das mit Experten des Natur- und Umweltschutzes entwickelt und ggf. auch umgesetzt werden sollte.


Raum für Begegnungen

Und schließlich hat die gemeinsame Gestaltung und Pflege des Rahmengrüns auch einen ver­bin­den­den Charakter. Sie fördern das gemeinschaftliche Gärtnern, sie sind Garant für einen pfleg­lichen Umgang mit dem gemeinschaftlichen Besitz, und sie bringen Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammen – Sinn und Zweck eines Vereins.

Ob und wie die Kleingärtnervereine in den Ballungsgebieten als gesellschaftliche Akteure auftreten und damit ihre Existenz sichern können, werden die Gartenfreunde vor Ort ermitteln können. Die Kleingartenanlage „Am Kienberg“ wird nun durch das Bezirksamt als dauerhafte Kleingartenanlage baurechtlich geschützt. Diesen Schutz haben sich die Kleingärtner mit ihren Aktivitäten selbst erarbeitet!


Gert Schoppa
Vorsitzender des Bezirksverbandes
Berlin-Marzahn der Gartenfreunde

 

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