• Kleingartenwesen

Bundesverbandstag des BDG

Die Stadt der Zukunft braucht Kleingärten

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • BDG, Bundesverbandstag, Kleingärten, Zukunft, Präsidium, Wissenschaftspreis, Ehrenmitglieder, Dresden

28. BundesverbandstagFoto: BDG/Christian Held Zum 28. Mal richtete der BDG den Bundesverbandstag aus.

Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde veranstaltete am 6. und 7. September 2019 in Sachsens Landeshauptstadt Dresden seinen 28. Bundesverbandstag. Über 250 Delegierte und Gäste aus Politik, Wissenschaft und Presselandschaft kamen zusammen. Dabei stand die Wahl eines neuen Bundesvorstandes auf der Tagesordnung, genauso wie die offizielle Vorstellung der Studie „Kleingärten im Wandel“ und die Verabschiedung eines umfangreichen Positionspapiers. Dass Kleingärten auch in der Wissenschaft angekommen sind, bewies die große Beteiligung an der Auslobung des BDG-Wissenschaftspreises.

BDG-Verbandstag in DresdenFoto: BDG/Christian Held Über 250 Delegierte und Gäste kamen zum BDG-Verbandstag nach Dresden. Kleingärten gewinnen an Bedeutung – und müssen langfristig gesichert werden. Diese Forderung wurde beim Bundesverbandstag mit einem umfangreichen Positionspapier öffentlich vorgestellt. Gestützt werden diese und weitere Forderungen zum Erhalt und zur Bedeutung der Gärten durch eine aktuelle Studie des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

„Gerade um die bedarfsgerechte Weiterentwicklung zu unterstützen, müssen Kleingartenanlagen klarer als Adressaten der Städtebauförderung Berücksichtigung finden“, erklärte Dirk Sielmann, neu gewählter Präsident des BDG. „Wachsende Städte brauchen die grünen Oasen dringend – für das Klima, für die Natur und ganz besonders für das Wohlbefinden der Menschen und den sozialen Zusammenhalt.“

BDG-Präsident Dirk SielmannFoto: Verlag W. Wächter Der neue gewählte Präsident Dirk Sielmann forderte, vor allem die „bedarfsgerechte Entwicklung der ­Kleingärten“ zu fördern.

Kleingärten im Wandel

Die Studie „Kleingärten im Wandel“ des BBSR stützt die Forderungen des BDG nach einer Sicherung der Kleingärten. Sie wurde am Samstag durch Monika Thomas, Abteilungsleiterin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), vorgestellt. „Forschungen sind die beste Basis, um bedarfsgerechte Lösungen zu finden und Fehlentwicklungen zu erkennen“, betonte Thomas.

Monika Thomas und Peter PaschkeFoto: Verlag W. Wächter Monika Thomas überreicht die Studie „Klein­gärten im Wandel“ an Peter Paschke. Die Ergebnisse bestätigen eine hohe und weiter steigende Nachfrage nach Gärten, insbesondere in Ballungsräumen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass sich die Kleingärten stetig für ihr Umfeld öffnen – z.B. über öffentliche Grünflächen, Gemeinschaftsgärten oder Natur- und Umweltbildung. So profitieren weit mehr Menschen von den grünen Oasen als allein die Gartenpächter. Das BBSR schreibt den Gärten daher nicht nur eine wichtige Rolle für das Klima in verdichteten Städten zu, sondern betont auch ihren wichtigen sozialen Beitrag als Orte der Gemeinschaft und Begegnung.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk HilbertFoto: Verlag W. Wächter Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert lobte vor allem die soziale Funktion des Kleingartenwesens. Thomas übergab nicht nur die druckfrische Studie an den BDG-Vorstand, sie kündigte zudem an, dass sich das BMI grundsätzlich vorstellen kann, sich an der Finanzierung des nächsten Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“ zu beteiligen. Auf Grundlage der Studie stellte der Verband ein Positionspapier mit bundespolitischen Forderungen vor, in deren Zentrum der Schutz der Gartenanlagen und ihre bedarfsgerechte Weiterentwicklung stehen.

Staatssekretär Dr. Frank PfeilFoto: Verlag W. Wächter Staatssekretär Dr. Frank Pfeil vom säch­sischen Landwirtschaftsministerium sprach sich gegen die Aufhebung von Pachtpreisbindung und Kündigungsschutz aus.

Wissenschaftspreis verliehen

In einer Festveranstaltung wurde zudem der BDG-Wissenschaftspreis 2019 verliehen. Vier Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern, u.a. mit den Schwerpunkten Klima, Biodiversität und Kleingartenentwicklungsplanung, wurden prämiert. Ziel des Preises ist es, junge Wissenschaftler für das Thema Kleingärten in Stadt- und Regional- sowie Landschaftsplanung zu sensibilisieren. Den ersten Preis nahm Agnieszka Schlegelmilch persönlich entgegen für ihre an der TU Berlin eingereichte Masterarbeit mit dem Titel „The cooling potential of allotment gardens during summer – case study ,Kleingartenkolonie Johannisberg‘ in Berlin“. Schlegelmilch bewies mit einer methodisch sehr differenzierten Feldstudie, dass Kleingärten, ähnlich wie andere Grünflächen in der Stadt, ein bedeutendes Potenzial zur Regulierung des Stadtklimas innehaben und dem bekannten Phänomen städtischer Wärmeinseln zumindest in ihrer unmittelbaren Umgebung entgegenwirken können.

Agnieszka Schlegelmilch erhielt den BDG WissenschaftspreisFoto: BDG/Christian Held Den Wissenschaftspreis des BDG erhielt Agnieszka Schlegelmilch, die nachwies, dass Kleingärten ein bedeutendes Potenzial zur Regulierung des Stadtklimas haben (v.l.): Peter Paschke, Agnieszka Schlegelmilch, ­Helmut Kern (Jury-Vorsitzender), Dirk Sielmann. Die Studie „Biodiversität der Wiener Kleingärten“ wurde mit dem zweiten Platz des BDG-Wissenschaftspreises 2019 ausgezeichnet. Sie belegt empirisch, dass der Artenreichtum in Kleingärten im Bereich der Flora auch positiven Einfluss auf den Artenreichtum der Fauna hat. Erstellt wurde die Studie von einem Team der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherung) unter Leitung von Dipl.-Ing. Anna Moyses.

Mit Platz drei ausgezeichnet wurde die Arbeit „Kleingartenentwicklungskonzeption der Stadt Schwarzenberg/Erzgebirge“, die von einem studentischen Team an der Fachhochschule Erfurt angefertigt wurde. Diese Arbeit macht deutlich, wie wichtig eine Bedarfsanalyse in Regionen mit rückläufiger Bevölkerungsentwicklung ist.  Kleingartenanlagen mit guter Zukunftsperspektive und hoher Auslastung müssen erhalten werden. Bei strukturell zu geringer Nachfrage bedeutet es im Umkehrschluss aber auch, dass ganze Anlagen geschlossen werden müssen.

Mit Platz vier ausgezeichnet wurde die Masterarbeit von Valerie Milicevic, eingereicht an der TU Darmstadt. Sie setzt sich mit einem aktuell brisanten Thema in wachsenden Großstädten – der „Kleingartenverlagerung im Kontext der Entwicklung von Potenzialflächen im Siedlungszusammenhang“ – auseinander.

Neue Ehrenmitglieder des BDG

Mit der höchsten Auszeichnung des BDG wurden in Dresden Peter Paschke und Jürgen Sheldon geehrt. Sie wurden zu Ehrenmitgliedern des BDG ernannt. Durch ihr Wirken im Interesse des Kleingartenwesens haben sich Paschke und Sheldon in besonders hohem Maße über einen langen Zeitraum verdient gemacht. 

Neue Ehrenmitglieder: Jürgen Sheldon (l.) und Peter PaschkeFoto: BDG/Christian Held Die neuen Ehrenmitglieder des BDG Jürgen Sheldon (l.) und Peter Paschke. Peter Paschke unterstützte seit 1996 die Arbeit des BDG im Gesamtvorstand. Der ehemalige Geschäftsführer und Präsident des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner war von 2003 bis 2007 Mitglied im Präsidium des BDG. Er übernahm ab November 2012 Verantwortung an der Spitze des BDG, dem er ab 2015 als Präsident vorstand. Schwerpunkte seiner Arbeit waren u.a. die enge Zusammenarbeit mit allen demokratischen Fraktionen des Bundestags, dem Städte- und Gemeindebund, dem Deutschen Städtetag sowie verschiedenen Ministerien.

Jürgen Sheldon war ein Vierteljahrhundert für den BDG tätig. Der ehemalige Gartenamtsleiter von Bremerhaven wurde 1994 zum Präsidiumsmitglied des BDG gewählt. Als Bundesfachberater verantwortete er alle Fachberaterseminare, wirkte als Mitglied des Redaktionsausschusses von „Der Fachberater“ mit und war als Jury-Vorsitzender hauptverantwortlich für die Bundeswettbewerbe „Gärten im Städtebau“.

Gartenfreunde, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl und die klein­gärtnerische Gemeinschaft auf Bundesebene engagieren, wurden mit der Eintragung in das BDG-Ehrenbuch gewürdigt. Geehrt wurden Dirk Sielmann (LV Hamburg), Norbert Wolff (LV Bayern), Hans-Dieter Schiller (LV Schleswig-Holstein), Reinhold Six (LV Hessen), Wilhelm Spieß (LV Westfalen und Lippe) und Günter Landgraf (LV Berlin).

Neuer Vorstand gewählt

Das neue Präsidium des BDGFoto: Verlag W. Wächter Das neue Präsidium des BDG (v.l.): Werner Heidemann (Präsidiumsmitglied für Verbandszeitschrift), Friedrich Pils (Präsidiumsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit), Sandra Böhme (Präsidiumsmitglied für ­Jugend und Soziales), Jens Peter (Vizepräsident), Dirk Sielmann (Präsident), Jürgen Maßalsky (Präsi­diumsmitglied für Schriftführung), Viola Kleinau (Präsidiumsmitglied für Finanzen), Thomas Kleinworth (Bundesfachberater), Dr. Wolfgang Preuß (Präsidiumsmitglied für Seminare) Ebenso wurde am 7. September 2019 ein neuer Bundesvorstand gewählt. Als Präsident wurde Dirk Sielmann, bisheriger Vizepräsident und Vorsitzender des Landesbundes der Gartenfreunde in Hamburg, gewählt, neuer Bundesfachberater ist Thomas Kleinworth, Geschäftsführer und Landesfachberater des Landesverbandes Schleswig-Holstein. Insgesamt wurde der Vorstand deutlich verjüngt, er wird die Geschicke des Verbandes jetzt für die nächsten vier Jahre lenken.

Sandra von Rekowski
Bundesverband Deutscher Gartenfreunde

 

Kleingärten im WandelWeitere Informationen:

Positionspapier des BDG: 
http://bit.ly/bdg-position2019

Details zum „BDG-Wissenschaftspreis 2019“: 
http://bit.ly/bdg-wissenschaft

Die Studie „Kleingärten im Wandel“ können Sie auf 
der Homepage des BBSR runterladen: 
http://bit.ly/bbsr-studie
 

 

 

 

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