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Dr. Heinz WolffFoto: SaldenDr. Heinz Wolff (75) von der AG Geschichte im Landesverband Sachsen der Kleingärtner hat seit 45 Jahren in der Gartenanlage „Pauluspark“ in Zwickau einen Garten gepachtet. Im Vorfeld des
90-jährigen Jubiläums 2017 beschäftigte sich der ehemalige Berufsschullehrer drei Jahre lang mit der Geschichte der Anlage und verfasste eine großformatige Chronik mit 250 Seiten. „90 Jahre Paulus­park – Eine Marienthaler Geschichte“ wurde für den Sächsischen Landespreis für Heimatforschung vorgeschlagen. Im „Gartenfreund“ spricht er über Faszination und Bedeutung der Vereinsgeschichtsschreibung.

Wie kamen Sie darauf, sich der Geschichte Ihres Vereins zu widmen?
Fünf Jahre vor unserem Jubiläum kam der Vorstand auf mich zu. Zuerst habe ich gezögert, da ich nicht sicher war, ob ich überhaupt etwas zur Geschichte unseres Vereins finden würde. Da unsere Anlage auf Kirchenland entstanden ist, war mein erster Weg ins Kirchenarchiv. Dort fand ich so viel, dass ich beschloss, die Chronik anzugehen – ohne zu wissen, wie viel ich finden würde und wie mich das, was ich in den Archiven gefunden habe, im positiven Sinne fast erschlagen würde.

Wie gingen Sie konkret vor?
Es reicht nicht aus, nur zu einem Archiv zu gehen. Zu allen möglichen Sachgebieten gibt es eigene Archive, ob nun im Bauamt oder im Garten- und Friedhofsamt. Ich habe alleine in Zwickau an zehn bis zwölf Stellen irgendein interessantes Stück Papier gefunden. Die größte Quelle waren aber die Gartenfreunde selbst. Etwa die Hälfte aller Pächter hat sich eingebracht – mit einem Bild, einer Urkunde oder einer Erinnerung. Dafür habe ich sie auf jeder Mitgliederversammlung über den aktuellen Stand informiert. Das hat immer mehr Interesse geweckt. Ich habe bei null angefangen, am Ende hatte ich einen Wäschekorb voller Material.

Wichtig war, dass der Vorstand voll hinter mir stand. Ich wurde durch Beschluss der Mitgliederversammlung zu einem zeitweiligen Mitglied des erweiterten Vorstandes. Außerdem habe ich ein offizielles Dokument erhalten, in dem stand, welche Aufgabe ich habe. Das hat mir den Zugang zu den Archiven erheblich erleichtert.

KleingartenwesenFoto: Archiv Deutsches Kleingärtnermuseum in Leipzig e.V.

Was hat Sie überrascht?
Negativ war natürlich die Zeit des Nationalsozialismus, die bislang wenig erforscht war. Ungewöhnlich waren auch die langen Wartelisten der 60er und 70er Jahre. Überraschend war aber vor allem, dass anfangs keine armen Leute die Gärten pachteten, sondern vor allem Menschen aus dem Mittelstand.

Interessant war auch die Gründungsgeschichte: Die Gemeinde hatte nach dem Bau ihrer Kirche 1901 kein Geld für ein Gemeindehaus, so hatte der Pfarrer die Idee, inspiriert durch die Naturheilbewegung, ein Gemeindehaus im Grünen mit Spiel- und Sportplätzen, Schrebergärten und einem Licht- und Luftbad zu schaffen. Der Pfarrer war dann immer der 1. Vorsitzende auf Lebenszeit.

KleingartenwesenFoto: Archiv Deutsches
Kleingärtnermuseum in Leipzig e.V.
Die Geschichte unseres Vereins war eng verzahnt mit der Geschichte der Kirche und des Ortes. Eine Garten­anlage ist keine Insel im Niemandsland. Darum bin ich auch darauf eingegangen, wo die Menschen gewohnt und gearbeitet haben. Auf unserem Gelände gab es auch die Außenstelle eines Zuchthauses oder in Kriegszeiten eine Beobachtungstelle für den Luft­schutz. Statt „Pauluspark“ hießen wir zu DDR-Zeiten „Gartensparte 7. Oktober“. Das Kleingartenwesen war nie unpolitisch, sondern immer Ausdruck der herrschenden Umstände.

Was hat Sie persönlich motiviert?
Irgendwann hat mich das Schatzfieber gepackt, ich war richtig süchtig nach immer neuen Informationen. Es darf nichts verloren gehen. Wer seine Vergangen­heit nicht kennt, der hat keine Zukunft. Das Erinnern an die Probleme und Erfolge unserer Vorfahren, an das, was das Gartenleben zu verschiedenen Zeiten ausge­macht hat, ist gerade bei den jungen Pächtern auf großes Interesse gestoßen.

Welche Resonanz gab es auf die Chronik?
Die war sehr groß, ich habe viele Lesungen gehalten und werde bis heute zu Mitgliederver­sammlungen anderer Vereine eingeladen. Die erste Auflage von 300 Exemplaren war innerhalb weniger Tage ausverkauft – und das bei gerade mal 100 Pächtern. Am Ende ist über unseren Verein auch oft in der Lokalpresse berichtet worden. Das war eine gute Werbung für uns.

Das Interview führte Sören Keller, 
Verlag W. Wächter.

 

Infos und Hilfe
Deutsches Kleingärtnermuseum
Tel. 0341/211 11 94
www.kleingarten-museum.de

 

Eine Chronik schreiben leicht gemacht

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