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Zimmergewächshäuser und SmartGardening-Systeme

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Zimmergewächshäuser
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  • Kapsel-System
  • Pflanzenlicht
  • Salatfarm
  • Kulturförderung

Haben Sie auch schon mal versucht, im Winter Kräuter auf der Fensterbank zu kultivieren? Dann werden Sie vielleicht auch die Erfahrung gemacht haben, dass das meist mehr schlecht als recht funktioniert. Entweder ist die Fensterbank doch zu kalt, die Heizungsluft zu trocken, oder es ist ganz einfach zu dunkel. Doch auch für diese Probleme gibt es Abhilfe. Mit Zimmergewächshäusern für die Fensterbank können Sie im Winter weitergärtnern – auch, indem Sie etwa Kulturen fürs Freiland vorziehen.

Von Plastikdeckel bis Aquarium

Im Vergleich zu normalen Zimmergewächshäusern, die in der Regel nur aus einem Unterteil und einer transparenten Abdeckhaube ohne technische Ausstattung bestehen, gibt es auch sogenannte „Smart Gardening Systeme“. Dabei handelt es sich um zum Teil automatische Systeme, mit denen Sie optimale Bedingungen für den Anbau Ihrer Pflanzen schaffen können.

Pflanzenleuchte „SUNLiTE“Foto:  Venso EcoSolutions Pflanzenleuchte „SUNLiTE“

Hier gibt es neben beleuchteten Zimmergärten auch noch Gewächshaus-Modelle mit Licht, Heizung und Lüftung oder – für den Gartenfreund sicher weniger relevante – Systeme, mit denen Sie auch Fische halten können. Erschwingliche Modelle fürs Gärtnern in den eigenen vier Wänden bekommen Sie mit integrierter Beleuchtung schon ab rund 40 Euro. Dann aber geht es schnell über 100 Euro bis zu mehreren tausend Euro – je nachdem, für welche Zwecke das Zimmergewächshaus eingesetzt werden soll, ob Sie etwa im Winter nur ein paar Samen für die Gartensaison vorziehen, ab und zu das Essen mit frischem Grün aufpeppen oder täglich frische Kräuter oder Salat ernten wollen.

Technik für die Vorkultur

Wenn Sie gerne Chilis und andere Pflanzen mit langer Kulturdauer anbauen, ist es von Vorteil, sie im zeitigen Frühjahr auf der Fensterbank vorzuziehen. Die Wärme liebenden Pflanzen keimen im warmen Zimmer recht schnell, benötigen aber auch ausreichend Licht, um gut zu gedeihen.

Zimmergewächshaus „Maximus Complete 3.0“Foto: Romberg Zimmergewächshaus „Maximus Complete 3.0“

In diesem Fall bieten sich vor allem kleine Zimmergewächshäuser mit LED-Lampen an. Denn dank der energiesparenden Beleuchtung können Sie so selbst in einem Raum ohne Südfenster schon frühzeitig mit der Vorkultur beginnen. Und auch für die Kultur von Küchenkräutern und Salaten sowie für die Anzucht von Keimsprossen und Weizengras eignen sich die Zimmergewächshäuser mit Licht. Aufgrund der kompakten Größe versteht es sich jedoch von selbst, dass nur verhältnismäßig klein bleibende Kulturen angebaut werden können. Wurzelgemüse funktionieren dementsprechend nicht.

Wenn Sie es noch etwas technischer mögen, gibt es neben der Beleuchtung auch Zimmergewächshäuser mit zusätzlicher Heizung und Belüftung (z.B. „Climatic M“ oder „Maximus Complete 3.0“ von Romberg), wahlweise sogar mit automatischer Steuerung aller Komponenten.

Kapsel-Systeme

Es gibt im Handel auch Systeme (wie „Click & Grow“ von Emsa, „Smart Grow“ von Bosch oder „GreenBox“ von BerlinGreen), die in der Regel aus einem Gestell mit einem Wassertank und Beleuchtung bestehen. Der Wassertank ist dabei mit Aussparungen versehen, die entweder ganz ins Wasser hineinragen oder über einen Docht damit verbunden sind. In die Aussparungen werden passende Samenkapseln gelegt. Die Kapseln (auch Pods genannt) bestehen aus unterschiedlichen Materialien (z.B. Kokosfaser, Spezialsubstrat oder Mineralwolle) und enthalten neben dem Saatgut manchmal auch Langzeitdünger.

Kapsel-System „Click & Grow“Foto: Emsa Kapsel-System „Click & Grow“

Ein erster Satz an Samenkapseln ist in der Regel bereits im Lieferumfang enthalten. Weitere können nachbestellt werden. Je nach System gibt es auch Kapseln, in die eigenes Saatgut gesät werden kann, das ist aber leider eher die Ausnahme. Zudem sind die Kapseln zum Schutz vor Feuchtigkeit häufig auch noch in Plastik verpackt.

Über den Löchern für die Kapseln befinden sich energieeffiziente LEDs – manche mit ausschließlich weißen LEDs, andere leuchten zusätzlich auch in Rot, Blau und zum Teil Grün. In Sachen Automatisierung gibt es solche mit höhenverstellbarer Beleuchtung und einer einfachen Zeitschaltung bis hin zu Systemen, die per App bedienbar sind.

Kapsel-System „Smart Grow“Foto: Bosch Kapsel-System „Smart Grow“

Zimmergärten für Topfpflanzen

Wenn Sie im Winter frisches Grün für die Küche ernten möchten, ist ein Mini-Zimmergarten für Sie bestens geeignet. Auch hier handelt es sich um ein Gestell, das die Beleuchtung und einen Wassertank enthält. Jedoch finden darin Kräuter oder andere Pflanzen samt Topf ihren Platz. Es gibt Modelle mit und ohne integrierte Bewässerung (u.a. „Ambient Kräuter @home“ von WMF oder „Home Garden“ von Romberg). Auch gehört eine Beleuchtung dazu, die genau wie bei den Kapselsystemen wahlweise automatisch funktioniert.

Zimmergarten Foto: Romberg Zimmergarten „HOME GARDEN“

Der besondere Clou bei diesen Systemen ist: Sie können darin Pflanzen aus Ihrem Garten im Haus noch eine Zeit lang weiterkultivieren, etwa verschie­dene mediterrane Kräuter. Heimische Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch eignen sich zwar nicht zum durchgehenden Kultivieren, sie können die Pflanzen allerdings nach einer gewissen Ruhephase im Januar oder Februar ins Haus holen. Die Wärme und das Licht im Zimmergarten gaukelt ihnen den Frühling vor, sodass Sie schon bald frisches junges Grün ernten können.

Fisch düngt Pflanze

Fische und Gemüse gleichzeitig im Haus kultivieren, das machen Kombinationen aus einem Aquarium und Zimmergarten möglich. Sie heißen Aquaponik-Systeme und sind auch als Bausatz für Hobbygärtner erhältlich. Sie benötigen jedoch etwas mehr Platz als die oben erwähnten Smart Gardening Systeme. Bei der Aquaponik ergänzen sich Flora und Fauna gegenseitig. In einem Kreislauf dienen die Fischausscheidungen den Pflanzen als Nährstoff und das Pflanzensubstrat filtert wiederum das Wasser für die Fische.

Christine Schonschek

 

Die automatische Salatfarm

Menschen, die das nötige Kleingeld übrig haben, können sich auch eine Kräuter- und Salatfarm wie einen Kühlschrank in die Küche einbauen (z.B. „Plantcube“ von Agrilution). Solche Geräte kosten mehrere tau­send Euro. Das hängt mit der Größe und der technischen Ausstattung zusammen. Denn hinter den Glas­türen kümmert sich die Technik um das optimale Wachstumsklima für die jeweiligen Pflanzen – von der Aussaat bis zur Ernte.

SalatfarmFoto: Stefan Randlkofer

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