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Torffreie Substrate für Heidelbeeren

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Torf, saure Erde, Früchte, Heidelbeeren, Substrat, Boden, Mineralien, Gartenerde, Düngen

TorfFoto: M.Dörr & M.Frommherz/Adobe Stock

Die Ansprüche von Kultur-Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum) als Moorbeetpflanzen sind jedem Liebhaber der beerenstarken Alleskönner bekannt: Sie gedeihen nur zuverlässig in einem sauren und kalkfreien Boden mit niedrigem pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5. Um diese Kulturbedingungen sicherzustellen, besteht die Möglichkeit, das Pflanzloch mit einer Rhododendronerde zu füllen, die für die Pflanzung von Moorbewohnern wie Rhododendren, Eriken, aber auch Heidelbeeren empfohlen wird. Sie besteht in der Regel aus reinem, nur schwach aufgekalktem Torf und ist in jedem gut sortierten Gartenfachgeschäft erhältlich.

Wer aber bewusst auf Torf verzichten möchte, für den bietet der Handel auch torffreie Varianten. Oder Sie stellen die saure Gartenerde selbst her – aber der Reihe nach.


Torffreie Substrate

Speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse von Moorbeetpflanzen eignet sich die NeudoHum® Rhododendronerde von Neudorff auch für die Pflanzung von Kulturheidelbeeren. Sie besteht aus Rindenhumus, Holzfaser, Kokosfaser sowie Tongranulat, ist zu 100 % torffrei und leicht organisch vorgedüngt. Ihr niedriger pH-Wert soll nach Herstellerangaben bei 4,6 liegen.

Auch frux bietet eine gebrauchsfertige Bio Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von kalkempfindlichen Moorbeetpflanzen an. Der niedrige pH-Wert von Bio Rhododendronerde -torffrei- ohne Torf sorgt für die natürlichen Bodenbedingungen, die Moorbeetpflanzen benötigen.


Saure Erde selbst herstellen

MoorbeetpflanzenFoto: Koch Moorbeetpflanzen benötigen einen sauren und kalkfreien Boden.

Möchten Sie eine saure Erde selbst herstellen, kommen Nadelstreu- und Laubkomposte in Betracht, die dann natürlich ohne Kalkzugaben hergestellt werden sollten. Besonders die Blätter von Eichen eignen sich hierfür gut, da sie sehr säurereich sind. Sie zersetzen sich aber auch langsamer, da sie zunächst in der Anfangsphase der Verrottung von Regenwürmern unberührt bleiben. Daneben enthalten auch Walnusslaub sowie Kastanien- und Platanenblätter viel Gerbsäure und können mit eingemischt werden.

Beim Kompostieren ist zu beachten, dass die Blätter nicht allzu stark aufeinanderkleben, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Mit einer Häckselmaschine oder dem Rasenmäher lassen sich die Blätter zerkleinern und nachher mit Erde im Verhältnis 2:1 vermischt als Kompost aufsetzen. Je nach pH-Wert des Mischpartners erhalten Sie als Endprodukt eine leicht saure Erde, die sich bedingt für die Pflanzung von Heidelbeeren eignet.


Wichtige Pflegetipps

Auch nach der Pflanzung Ihrer Heidelbeeren gibt es noch einiges zu beachten. Verwenden Sie beispielsweise nur weiches, kalkfreies Wasser zum Gießen, damit die Erde schön sauer bleibt. Aufgefangenes Regenwasser eignet sich hierfür gut. Das Gießen mit hartem Stadt- oder Brunnenwasser hätte zur Folge, dass die mitgeführten Karbonate den pH-Wert erhöhen.

KaffeesatzFoto: Koch Kaffeesatz ist ein wertvoller, leicht sauer wirkender Naturdünger. Zudem sollten Sie beim Düngen darauf achten, dass Sie physiologisch sauer wirkende Dünger verwenden. Wenn Sie regelmäßig Kaffeesatz unter die Kulturheidelbeeren streuen und vorsichtig einarbeiten, erzielen Sie ebenfalls eine leicht säuerliche Wirkung. Mit einem im Handel erhältlichen Set für Bodenproben können Sie den pH-Wert ermitteln. So haben Sie den Säuregrad Ihres Bodens stets im Blick.

Robert Koch
Dipl.-Ing. (FH) für Gartenbau

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