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Naturnahes Gärtnern: Stauden als Insektenweide – die Späten

Schlagworte zu diesem Artikel:
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Wir hatten Ihnen bereits früh blühende Stauden vorgestellt. Nachfolgend wollen wir Ihnen Arten vorstellen, die später im Jahr Insekten Nahrung bieten. So können Sie auch im Zier­gar­ten die ganze Saison über einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Anis-YsopFoto: Heger In den letzten Jahren hat der Anis-Ysop Einzug in unsere Gärten gehalten – eine attraktive Pflanze, nicht nur für Schmetterlinge.


Korbblütler

Sehr viele für Insekten interessante Stauden finden sich in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Blüten dieser Pflanzen bestehen aus einem oder mehreren äußeren Kränzen von Zun­gen­blüten und/oder aus Röhrenblüten in der Mitte. Die Röhrenblüten enthalten viel Nektar und Pollen.

Außerdem haben die Korbblütler Blütenröhren, die auch für unsere Honigbienen mit ihrem kurzen Rüssel gut erreichbar sind. Dazu gehören z.B. die Garten-Margerite (Leucanthemum x superbum) und die Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare), die Goldgarbe (auch Gelbe Schafgarbe genannt, Achillea filipendulina) und die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Gelber Sonnenhut (Rud­be­ckia fulgida), Mädchenauge (Coreopsis spec.), Roter Schein­sonnenhut (Echinacea purpurea), Son­nen­,au­ge (Heliopsis helian­tho­ides) und Sonnenbraut (Helenium-Hybriden).

All diese Pflanzen lieben die volle Sonne, stellen an den Boden keine besonderen Ansprüche und kommen an trockenen Standorten gut zurecht. Eine gute Nährstoffversorgung mit reifem Kompost (ca. 3 l/m²) ist wichtig. Die Blütenstände der Stauden sollten nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Eine anschließende Düngung mit Kompost kräftigt die Pflanzen und bringt bei einigen noch eine Nachblüte im Herbst. Danach sollten die abgeblühten Blütenstände stehen bleiben, sie dienen als Futter für viele Vögel und als Ver­steck für Insekten.


Lippenblütler

In anderen Pflanzenfamilien gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Stauden, die für Insekten wertvoll sind. Fast so ergiebig wie die Korbblütler sind die Lippenblütler (Lamiaceae).

Viele unserer Gartenkräuter gehören in diese Familie, wie z.B. Anis-Ysop (Agastache foeniculum), Bergbohnenkraut (Satureja montana), Scharlach-Indianernessel (Monarda didyma), Katzen­min­ze (Nepeta spec.), Lavendel (Lavandula angustifolia), Oregano (auch Gewöhnlicher Dost genannt, Ori­ga­num vulgare), Salbei (Salvia officinalis), Thymian (Thymus vulgaris) und Zitronenmelisse (Melissa subsp. officinalis). Diese Pflanzen sind extrem sonnige Standorte und nährstoffarme Böden ge­wohnt und bilden auch nur unter diesen Bedingungen ihre spezifischen Aromastoffe aus.

Echtes JohanniskrautFoto: Heger Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) lässt sich leicht im Garten kultivieren.


Spätblüher

Wenn im Spätsommer die Blütezeit vieler Stauden vorbei ist, sollten Sie mit Vertretern aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassu­laceae) für eine späte Blüte bis zum Frost sorgen. Purpur­fett­hennen (Sedum telephium) bzw. Schöne Fetthennen (Sedum spectabile) sind nicht nur in violett und rosa Farbtönen, sondern auch mit zitronengelben und weißen Blüten erhältlich. Es gibt sogar blauviolett gefärbte oder panaschierte Blätter, die im Staudenbeet für besondere Farbakzente sorgen.

Auch bei den Korbblütlern gibt es Arten mit späten Blütezeiten, vor allem bei den Astern. Die Rauhblattaster (Aster novaeangliae) und die Glattblattaster (Aster novibelgii) sind in vielen ver­schie­de­nen Farbtönen von Rosa, Blau, Violett bis Weiß und in unterschiedlichen Wuchshöhen erhältlich. Unter den spät blühenden Winterastern (Chrysanthemum indicum) besitzen die ungefüllten Sorten viel Nektar und Pollen. Auch diese Pflanzen stehen am liebsten in der Sonne und kommen mit allen Gartenböden gut zurecht.

Verzichten Sie möglichst auf die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Späte Goldrute (Solidago gigantea), da sie als invasive Neophyten gelten. Eine Alternative ist z.B. das heimische Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum). Es wächst gern im Halbschatten auf warmen, tro­cke­nen Standorten. Im Garten lässt es sich leicht kultivieren.


Qualität zahlt sich aus

Überlegen Sie gut, welche Stauden Sie an welchen Standort setzen wollen. Denn die Pflanzen bleiben über Jahre am selben Platz stehen. Tipp zum Einkauf: Besser einen Euro mehr ausgeben und Qualitätsware aus dem Fachhandel kaufen! Dann haben Sie länger Freude an den Pflanzen.

 

Claudia Heger
Fachberaterin des Landesverbandes
Braunschweig der Gartenfreunde

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