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  • Gartengestaltung

Schnittblumen aus dem Garten

Ein Strauß für zu Haus

Schnittblumen aus dem GartenFoto: goodmoments/Shutterstock

Sie lieben es, Ihr Zuhause mit frischen Blumen zu verschönern? Dann legen Sie doch einfach einen kleinen Teil Ihres Gartens als Ihren persönlichen Schnittblumengarten an! Schnittblumen aus dem eigenen Garten sind nicht nur preiswert, wunderschön und super frisch, sie punkten auch in Sachen Nachhaltigkeit. Denn leider sind die Blumen aus dem Blumenladen in den sel­tens­ten Fällen regional und erst recht nicht aus nachhaltigem Anbau. Über 90 % der Schnittblumen werden aus fernen Ländern importiert – häufig ohne Obergrenzen für Spritz- und Pflan­zen­schutz­mittel und mit einem erschreckenden CO2-­Fußabdruck für den gekühlten Transport per Flugzeug.
 

Dazwischen oder extra

DahlienFoto: Flora Press/Melli Freudenberg Dahlien bieten eine tolle Farb- und Formenvielfalt. Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, so viele Blumen im Garten zu haben, dass Sie sich jede Woche einen schönen Strauß mit nach Hause nehmen können. Entweder Sie integrieren die (einjährigen) Blumen für den Vasenschnitt gezielt in kleineren Grüppchen in bestehende Beete. Das sieht hübsch aus, liefert zusätzliches Schnittmaterial, birgt aber gleichzeitig das Risiko, dass man sich nicht so recht traut, beherzt zur Schere zu greifen. Schließlich sehen die Beete nach der Blumenernte geplündert und nicht mehr so schön bunt aus.

Die Alternative dazu ist, ein reines Schnittblumenbeet anzulegen. Ein abgetrennter Bereich wird speziell mit Blumen für den Vasenschnitt bepflanzt. Ähn­lich wie ein Gemüsebeet ist es in erster Linie funk­tional und dient der Ernte, obwohl es dabei trotzdem noch hübsch aussieht.

Mindestens 3 m² sollten Sie dafür einplanen, damit Sie bei geschickter Planung jede Woche einen schönen Blumenstrauß schneiden können. Am besten siedeln Sie das Blumenbeet neben oder zwischen den Gemüsebeeten an. Das sieht hübsch aus, dient gleichzeitig der Mischkultur und hält ein breites Nahrungsangebot für Bie­­nen, Schmet­terlinge und andere Blütenbesucher bereit.
 

Von Frühjahr bis Herbst

Wenn Sie wissen, wie viel Platz Sie dem Beet ein­räu­men möchten, überlegen Sie sich, welche Arten Sie gerne hätten. Emp­fehlenswert sind un­kom­pli­zier­te Arten, die möglichst viele Stiele zum Schneiden entwickeln. Hierzu gehören Löwenmäul­chen, Cos­meen, Zinnien, rankende Wicken und (mehrtriebige) Sonnenblumen als Einjährige. Hinzu kommen Stauden wie Margeriten, Rittersporn oder Phlox, die jedes Jahr erneut blühen. Auch Dahlien sollten nicht fehlen, es gibt wun­der­schö­ne Sorten mit ganz unterschiedlichen Wuchshöhen und Blüten.


SchnittblumenGrafik: Verlag W. Wächter nach Vorlage Soboll/Blüten;Adobe Stock


Achten Sie bei der Auswahl auf möglichst un­ter­schied­liche Blütezeiten, dies garantiert Ihnen fast über das ganze Jahr Blumen für den Vasenschnitt. Im zeitigen Frühjahr eignen sich z.B. Tulpen oder Narzissen, deren Zwiebeln im Herbst gesetzt wurden, oder Lenzrosen, die ab Februar ihre Blüten öffnen. Da­nach folgen Margeriten und Ranunkeln, bis ab Mai/Juni mit Lö­wen­mäul­chen, Wicken und Cosmeen die nächsten Blumen blühen. Herbstastern, Herbst­ane­monen und Sonnenblumen folgen nach den klassischen Sommerblühern.

Mit einer guten Planung können Sie sich also von Februar bis zum Frost mit frischen Blumen versorgen. Besonders schön im Strauß machen sich auch Ziergräser oder Blätter von Blatt­schmuck­pflan­zen wie Funkien oder Frauenmantel als Bindegrün.
 

Vorbereiten und bepflanzen

Das Blumenbeet bereiten Sie entweder schon im Herbst vor und versehen es mit einer dicken Mulchschicht aus grobem Material wie Rindenmulch, Laub oder Stroh oder im zeitigen Frühjahr. Lockern Sie hierfür den Boden gründlich auf und fügen Sie eine gute Gabe Kompost hinzu. Dadurch stehen ausreichend Nährstoffe zur Verfügung.

ZinnienstraußFoto: Flora Press/Melli Freudenberg Zinnienstrauß aus dem Garten Die erste Aussaat für das Blumenbeet sind Lö­wen­mäul­chen, die Sie ab Mitte/Ende Februar auf der hellen Fensterbank vorziehen. Ab Anfang April können sie ins Beet gepflanzt werden, da sie auch leichte Fröste überstehen. Ab Mitte März werden dann Cosmeen und Zinnien aus­gesät und ab Mai ins Beet gesetzt.

Eine weitere Aussaat sollte dann gegen Anfang Mai erfolgen. In kleineren Töpfen können die Pflanzen dieser zweiten Aus­saat bis zu einer Größe von etwa 20 cm heranwachsen, damit sie im Juli die bereits abgeernteten Pflanzen ersetzen. So können Sie sich ab August am zweiten Blütenflor bis zu den ersten Frösten und bei Löwenmäulchen sogar bis in den Win­ter hinein erfreuen.

Beim Auspflanzen ist es ausreichend, wenn Sie die Mulchschicht etwas zur Seite schieben. Dadurch bleibt der Boden zwischen den Pflanzen bedeckt, hält die Feuchtigkeit, und gleich­zeitig wird der Wuchs von Unkraut unterdrückt. Sollte noch keine Mulchschicht vorhanden sein, mulchen Sie nach dem Auspflanzen zwischen den Pflanzen z.B. mit Rasenschnitt. Dann müssen Sie nur noch warten, bei Bedarf gießen und die Pflanzen gegebenenfalls an Stäbe oder Stützen anbinden.
 

Schneiden und bewundern


Blumen schneidenFoto: Mariia Boiko/Shutterstock Schneiden Sie Ihre Blumen möglichst in den Morgenstunden.


Der Schnitt erfolgt am besten morgens. Wählen Sie für die Blumenvase die Blüten aus, die sich gerade erst geöffnet ha­ben bzw. kurz davor sind. Setzen Sie beim Schneiden ruhig etwas tiefer mit der Sche­re an und schneiden Sie, wenn mög­lich, über einem gut verzweigten Blattpaar. Ent­fernen Sie danach die unteren Blätter, Sei­tenstiele und Blütenknospen. Diese Knos­­pen öffnen sich in der Regel nicht, verringern aber die Versorgung der Haupt­blüte.

Stellen Sie die Blumen möglichst schnell in sauberes Wasser. Für den Transport nach Hause umwickeln Sie die Schnittflächen am besten mit einem feuchten Tuch. Beträgt die Zeit vom Schnitt bis zum Ins-Was­serstellen mehr als 20 Minuten, schneiden Sie die Stiele besser noch ein­mal frisch an.

Miriam Soboll
Fachberaterin des Landesverbandes ­Niedersächsischer Gartenfreunde

 

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