• Gartengestaltung

Pflanzen für Mensch und Tier

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  • insektenfreundlichen Garten
  • Nektarquelle
  • Pollenquelle
  • Blüten
  • Blütenhecke

SalbeiblütenFoto: Sheila Sund/Flickr (CC BY-SA 2.0) Salbeiblüten sind ein wahrer Insektenmagnet.

Einmal links geguckt, einmal rechts und ein bisschen herumgehüpft – nun aber flugs ab ins Wasser! Die Meise genießt das Herumplanschen am Teichrand sichtlich. Nur flüchtig nimmt sie Notiz von der Libelle, die sich nebenan auf einer Sumpfdotterblume (Caltha palustris) sonnt. Umso mehr fällt das funkelnde Insekt meist großen und kleinen Gärtnern auf. Schon ein kleines Wasserspiel kann die „fliegenden Diamanten“ in den Garten locken – sowie weitere Gartenbesucher, denn es braucht nicht viel, um gleich eine ganze Reihe von Tieren glücklich zu machen.

Die Grundlage bilden die Insekten

Die Grundlage von allem sind die Insekten, denn sie dienen Vögeln, Eidechsen, Kröten und kleinen Säugetieren wie Igel und Haselmaus als Futter. Ohne Insekten gäbe es kein Leben im Garten, deshalb ist es so wichtig, für ausreichend Nektar- und Pollenpflanzen zu sorgen und auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, da diese auch Nützlinge gefährden.

Käfer und BlütenFoto: GMH/Bettina Banse Auch zahlreiche Käferarten sind auf ein breites Nektar- und Pollenangebot angewiesen.

Eine gute Möglichkeit sind insektenfreundliche Blütenstauden. Diese mehrjährigen Blütenpflanzen sind für Insekten ebenso praktisch wie für Gartenfreunde. Wenn Sie z.B. Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten kombinieren, blüht es im Garten – anders als in artenarmen Schottergärten – fast rund ums Jahr. Und wo die Blüte gerade vorbei ist, freuen sich Vögel und Kleinsäuger über die nahrhaften Samenstände.

Auch im Winter profitieren kleine Krabbler und Flugkünstler von einer abwechslungsreichen Bepflanzung und nutzen beispielsweise abgestorbene Pflanzenstängel zum Überwintern. Daher sollten Sie mit dem Rückschnitt immer bis zum Frühjahr warten. Das lohnt sich sogar doppelt, denn Arten wie Fetthenne (Sedum), Schafgarbe (Achillea), Brandkraut (Phlomis), Schuppenkopf (Cephalaria) und Königskerze (Verbascum) sind selbst im trockenen Zustand sehr attraktiv und bringen Struktur in den winterlichen Garten.

Sorten mit ungefüllten Blüten wählen

Bei der Staudenauswahl können Sie aus dem Vollen schöpfen – je größer die Vielfalt, desto besser. Empfehlenswert sind in jedem Fall Sorten mit ungefüllten Blüten, denn gefüllte Blüten produzieren gar keinen oder nur sehr wenig Pollen und Nektar.

SegelfalterFoto: GMH/Bettina Banse Der Segelfalter liebt die nektarreichen Blüten von Nachtviole 
und Lavendel.

Wie im Schlaraffenland fühlen sich Insekten hingegen im Kräutergarten. Thymian, Oregano, Beifuß, Schnittlauch und andere Heil- und Gewürzpflanzen ziehen sie in Scharen an. Im übrigen Garten sind im Frühling zum Beispiel Huflattich, Frühlingsplatterbse und Küchenschelle echte Insektenmagneten, im Sommer Salbei (Salvia), Flockenblumen (Centaurea) und Zierlauch (Allium) und im Herbst Fetthenne, Astern und Stauden-Sonnenblumen (z.B. Helianthus decapetalus oder H. microcephalus).

Der Dank für das reichhaltige Angebot folgt prompt. Insektenfresser, darunter auch räuberische Insekten, halten potenzielle Schädlinge in Schach. Wildbienen bestäuben die Blüten von Obst- und Gemüsepflanzen – selbst an kalten Tagen, wenn die Honigbienen nicht fliegen. Und den lieblichen Gesang von Rotkehlchen, Zaunkönig und Gartenrotschwanz dürfen Sie durchaus persönlich nehmen: Bei dir fühlen wir uns wohl. Danke.

Hohe Stauden als Blütenhecke

Gemischte Blütenhecken sind wertvolle Biotope, die zahlreichen Tierarten Nahrung und Herberge bieten – doch sie brauchen Platz. Eine ebenso schöne wie tierfreundliche Alternative kann ein blühender Staudensaum sein, entweder pur oder in Kombination mit einem schlanken Zaun, wenn mehr Abgrenzung erwünscht ist.

Mittelhohe Arten und Sorten ermöglichen noch einen Plausch über die Gartengrenze, doch es stehen auch echte Staudenriesen zur Wahl, beispielsweise Wasserdost (Eupatorium), Weidenblättrige Sonnenblume (Helianthus salicifolius) und Glänzender Sonnenhut (Rudbeckia nitida), Arkansas-Scheinaster (Vernonia arkansana), Hohes Mädchenauge (Coreopsis tripteris) und die Wilde Senna (Senna hebecarpa) mit ihren gelben Schmetterlingsblüten über dem feingliedrigen und doch dicht wachsenden Laub.

Ein Herz für Nachtschwärmer

Honigbienen, Hummeln und die bunten Tagfalter haben viele Fans, an die nachtaktiven Insekten denken viele Menschen hingegen erst, wenn mal wieder eines verzweifelt um die Nachttischlampe kreist. Bei den Schmetterlingen beispielsweise sind 80 % der Arten nachtaktiv – und bringen eine enorme Bestäubungsleistung. Damit die Falter in der Dämmerung oder im Dunkel der Nacht den Weg zu den Blüten finden, verfügen viele Pflanzenarten über fluoreszierende Eigenschaften, beispielsweise Lerchensporn (Corydalis) oder Melisse (Melissa).

Andere setzen auf einen intensiven oder, wie im Fall der Fetthenne (Sedum), auch nur von den Bestäubern wahrnehmbaren Duft. Viele Stauden wie die Nachtkerze (Oenothera), die Nachtviole (Hesperis), die Flammenblume (Phlox paniculata) oder die auch Nachtnelke genannte Weiße Lichtnelke (Silene latifolia) tragen einen Hinweis auf derartige Eigenschaften auch schon im Namen. Tipp: Immer auch an Futterpflanzen für die Raupen denken. Kugeldisteln und andere Distelarten, Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota), Fenchel und – besonders wertvoll – die Brennnessel unterstützen tag- und nachtaktive Gaukler.

GMH/BdS

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