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Naturnahe Gartenrosen

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Kriterien, Auswahl, Eigenschaften


Kletterrose ‘Apple Blossom’Foto: www.reinhard-witt.de Die Sorte ‘Apple Blossom’ ist eine naturnahe Kletterrose.


Naturnahe Gartenrosen haben ge­genüber heimischen Wildrosen den Vorteil, dass sie weniger Platz zum Wachsen brauchen und eine längere Blütezeit besitzen. Mit naturnahen Gartenrosen, die zum Teil von heimischen Arten abstammen, verdoppeln Sie die Blüh­dauer außerdem auf wenigstens zehn bis zwölf Wochen.

Naturnah können alte und auch moderne Gartenrosen sein. Neben ehrwürdigen Sorten wie der Apothekerrose (Züchtungsjahr 1310) nimmt sich eine moderne Sorte, etwa eine Mo­schus­ro­sen­hy­bri­de ‘Ballerina’ (Züchtungsjahr 1937), sehr jugendlich aus, aber für Naturgärtner wie für Tiere wertvoll sind beide. Es gibt aber bestimmte Kriterien, die eine naturnahe Gartenrose ausmachen:


Keine gefüllten Blüten


Sorte ‘Fenja’Foto: Botankifoto/Steffen Hauser Ungefüllte oder „ein­fache“ Blüten machen Tieren den Weg zum Nektarsammeln frei –  im Bild die Sorte ‘Fenja’.


Die Blütenform hat auf die ökologische Bedeutung großen Einfluss. Ist sie ungefüllt, so öffnen sich Lebensmöglichkeiten für Heerscharen von Blütenbesuchern. Das gilt auch noch für halbgefüllte Sorten, doch weniger für fast oder ganz gefüllte Blüten. Der Grad von Naturnähe nimmt also mit der Blütenfüllung ab. Doch ausschlaggebend ist das nächste Kriterium.


Hagebutten

Ein sehr eindeutiges Kennzeichen von Na­turnähe ist die Hagebutte. Nur wenn die Rosenblüte nicht unfruchtbar gezüchtet wurde, kann sie von Insekten befruchtet werden. Daraus entstehen Ha­ge­but­ten. Sie erweitern nicht nur den ästhetischen Wert der Rose für Menschen, sondern sind auch eine Nahrungsquelle für viele Vögel oder z.B. den Steinmarder.


HagebuttenFoto: Mihi/Fotolia.com Hagebutten sind ein eindeutiges Kennzeichen naturnaher Gartenrosen.


Robustheit

Auch die Robustheit ist ein Kriterium für Naturnähe und vor allem für die Praxis. Nur wenn sich eine Gartenrose dauerhaft, ohne größere Eingriffe, halten kann, sollten wir sie verwenden. Das Herumzupfen an Blättern und Blüten ist unsere Sache nicht. Auch in Bezug auf die berüch­tigten Rosenkrankheiten sollten naturnahe Formen standhaft sein. Sie bekommen kaum Krankheiten, höchstens Rosenrost und Mehltau, was ihnen aber wenig ausmacht. Sie blühen und fruchten trotzdem reichlich.


Damaszener­rose ‘Rose de Resht’Foto: Heger Sogar die Damaszener­rose ‘Rose de Resht’ zählt zu den naturnahen Gartenrosen.


Pflegeleichtigkeit

Wenn die Giftspritze verpönt ist, müssen Rosenfreunde oft Sisyphusarbeit leisten – ständig an Pfleglingen herumschnipseln, düngen, anhäufeln und vor dem Frost schüt­zen. Naturnahe Rosen soll­ten all dies nicht brauchen. Wir wählen bewusst pflegeleichte Sorten. Alle paar Jahre ein kräftiger Rückschnitt, das muss reichen. Mehr dürfen wir nicht riskieren, wenn wir das Wörtchen „naturnah“ in den Mund nehmen.


Naturnahe Gartenrose ‘Dentelles de Bruxelles’Foto: www.reinhard-witt.de Naturnahe Gartenrosen, wie hier die Sorte ‘Dentelles de Bruxelles’ erkennen Sie an verschiedenen Kriterien.


Fazit

Es gibt also kein glasklares, kein eindeutiges Kriterium für Naturnähe, sondern nur gedankliche Annäherungen an die Natur. Reden wir über naturnahe Rosen, so meinen wir Arten, die im Optimalfall den heimischen Wildformen noch ziemlich ähnlich sind – fruchtbare Blüten tragen, wenig Mühe machen und sich von selbst lange Zeit halten.

Dr. Reinhard Witt

 

Sortenliste Rosen

Sorte
Farbe
Blüte
Duft
Albarosen
‘Sappho’ weiß halbgefüllt stark
‘Suaveolens’ weiß halbgefüllt gut
Hundsrosen
‘Hibernica’ rosa einfach leicht
‘Kiese’ kirschrot einfach reichlich
Damaszenerrosen
‘Rose de Resht’ purpurrot fast gefüllt sehr stark
Essigrosen
‘Aunieri’ rosa einfach schwach
‘Complicata’ rosa einfach leicht
‘Dupontii’ weiß einfach leicht
‘Officinalis’ rot halbgefüllt gut
Moschusrosen
‘Alden Biesen’ reinrosa einfach leicht
‘Ballerina’ zartrosa einfach leicht
‘Dentelles de Bruxelles’ rosa halbgefüllt leicht
‘Musquees sans Soucis’ weiß einfach stark
‘Robin Hood’ karminrot einfach leicht
Bibernellrosen
‘Glory of Edzell’ rosa-weiß einfach leicht
‘Double White’ weiß gefüllt leicht
‘Fenja’ rosa-weiß einfach leicht
Weinrosen
‘Herbstfeuer’ weinrot halbgefüllt leicht
Apfelrosen
‘Duplex’ reinrosa halbgefüllt leicht
Mandarinrosen
‘Geranium’ hellrot einfach keiner
‘Eddies Crimson’ kirschrot einfach leicht
Kletter- und Ramblerrosen
‘Apple Blossum’ rosa halbgefüllt leicht
‘Bobby James’ rahmweiß einfach stark
‘Rambling Rector’ rosa-weiß halbgefüllt gut

 

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Naturnahe RosenWer für seinen Garten robuste Rosen sucht, die naturnah und damit für unsere Tierwelt wertvoll sind, wird in den beiden mit dem Deutschen Gar­ten­buch­preis ausgezeichneten Ratgebern „Naturnahe Rosen“ sicher fündig. Dank des praktischen Sortenvergleichs lässt sich die richtige Entscheidung für die besten ästhetisch und ökologisch wert­vol­len Rosen treffen.

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Band 2 „Kletterrosen und Kleinstrauchrosen“ setzt die Porträts naturnaher, fruchttragender Gar­ten- und Wildformen mit kletternden Rosen und Kleinstrauchrosen fort. Darunter sind viele kaum bekannte und verwendete Sorten mit hohem Gar­tenwert.

Witt, Reinhard: „Naturnahe Rosen“.
Band 1: „Strauchrosen – Garten- und Wildformen“.
376 Seiten. 1025 Farb­fotos.
Preis: 39,95 Euro.
ISBN 978-3-00-027547-0.

Band 2: „Kletter- und Kleinstrauchrosen – Garten- und Wild­formen“.
188 Seiten. 510 Farbfotos.
Preis: 29,95 Euro.
ISBN 978-3-00-034082-6.
Verlag NaturGarten Reinhard Witt, Ottenhofen.

Nur erhältlich bei R. Witt, Tel. 0 81 21/4 64 83 oder 68 28, E-Mail: reinhard@reinhard-witt.de, Buchshop: www.reinhard-witt.de.

 

Mehr Infos zum Thema finden Sie auf

www.naturgarten.org und www.reinhard-witt.de

 


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