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Die besten Bodendecker für den Garten

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Flächenfüller mit Mehrwert für Nützlinge


BodendeckerFoto: Hans-Roland Müller/Botanikfoto Bodendecker, wie hier das Wald-Schaumkraut, eignen sich gut für die Unterpflanzung kleinerer Gehölze.

Bodendecker beschatten den Boden und schützen ihn vor starken Temperaturschwankungen. Sie lockern mit ihren Wurzeln das Erdreich, halten es feucht, liefern Humus und fördern das Bo­den­le­ben. Im eigenen Garten spricht also einiges dafür, Bodendecker zu pflanzen, und das natürlich auch, weil Bodendecker das „Unkraut“ unterdrücken können. Ich möchte Ihnen einige empfeh­lens­wer­te Arten vorstellen, die vor allem auch Insekten und an­deren Tieren Unterschlupf und Nahrung bieten – ganz im Sinne des naturnahen Gärtnerns.


Meine Lieblingsarten


Felsen-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum)
Bei diesen Pflanzen geht mir das Herz auf. Denn sie sind nicht nur attraktiv, bei Berührung geht ein betö­render Duft von ihren Blättern aus. Es gibt viele schö­ne Sorten, die sich wunderbar für eine Verwendung im Garten eignen. Sie wachsen auf nahe­zu allen Böden, sowohl in voller Sonne als auch im Schat­ten.

Die Pflanze ist äußerst robust und langlebig, was sich bei uns auch im Wegbereich zeigt. Wird sie zu aufdringlich, wird ihr einfach mit dem Rasenmäher zu Leibe gerückt. Vorteil: Mehltau hat keine Chance. Die Vermehrung dieser Staude ist übrigens kinderleicht, von Mai bis Au­gust werden fingerdicke Triebe abgerissen und eingetopft.

Die Blüten erscheinen von Mai bis Juli und bilden ein reiches Blütenmeer, welches gerne von Hummeln und Co. besucht wird. Von September an lassen sich oft Herbstspinnen auf den Blättern nieder, um ihre Netze zu bauen.


Felsen-StorchschnabelFoto: Flora Press/Martin Hughes-Jones Die Blüten vom Felsen-Storchschnabel erscheinen von Mai bis Juli und bilden ein reiches Blütenmeer, welches gerne von Hummeln und Co. besucht wird.


Elfenblume (Epimedium)
Die leider oft verkannte Staude sollte in kei­nem naturnahen Garten fehlen. Es gibt sowohl sommer- als auch immergrüne Sor­­ten. Über eine reichliche Blütenpracht kön­nen sich Mensch und Tier freuen.

Die kleinen, rotgelben Blüten von Epimedium x catabrigiense erscheinen zwischen April und Mai. Auch die Gewöhnliche Gefiederte Elfenblume (Epimedium pinnatum ssp. colchium) blüht zu dieser Zeit. Sie bil­det reingelbe Blüten, ein dichtes Wurzelwerk, bei dem selbst Unkraut keine Chance hat, und hat auch im Winter grüne Blätter.

Allgemein kommen Elfenblumen auf jedem mäßig feuchten, nicht zu trockenen Boden im Halb- und Totalschatten zurecht. Die Pflege ist unspektakulär, im Frühling müssen Sie lediglich die abgestorbenen Blätter entfernen.

Ich verwende diese Staude gerne als Un­terpflanzung von Hortensien, Bartblumen (Caryopteris x clan­donensis) oder anderen kleinwüchsigen Gehölzen. Auch andere Partner wie Gräser, Funkien und schwachwüchsige Farne er­­gänzen sich vorteilhaft mit diesem Bo­den­decker. Als Lebensraum wird die Elfenblume gerne von Kröten genutzt oder an heißen Sommertagen von Meise und Co. als Schat­tenspender.


Echter Thymian (Thymus vulgaris)
Dieses Kraut gehört in jeden Garten. Die flach wachsenden Arten und Sorten eignen sich fantastisch als Bodendecker, mit einer maximalen Höhe von 5 cm z.B. für größere Flächen, in denen kleine Ziergehölze wie die Bartblume stehen. Wie die meisten Kräuter benötigt auch Thymian einen son­nigen Standort. Das Bodengefüge sollte zu­dem trocken, durchlässig und nährstoff­arm sein.

Unter den Thymianarten favorisiere ich den Sand-Thymian (Thymus serpyllum), besonders die Sorte ‘Atropurpureum’. Sie hat ein dunkel getöntes Laub und besticht durch viele purpurrote Blüten, die zwi­schen Juni und August nicht nur Mensch, sondern auch Tier (Hautflügler) erfreuen.
Ei­ne weite­re Sorte, ‘Bressingham Seedling’ (Thymus doerfleri), zeichnet sich durch ihre rosa Blütenpracht von Mai bis Ende Juli aus.

Um den dichten Pflanzenteppich einer größeren geschlossenen Thymianpflanzung vor der „Vergreisung“ zu bewahren, schneide ich die Pflanzen nach der Blüte kräftig zurück. Im Winter decke ich zum Schutz vor austrocknender Wintersonne die Pflanzen mit Fichtenreisig ab.


Kleinblättriges Immergrün (Vinca minor)

ImmergrünFoto: ksena32/Fotolia.com Das Kleinblättrige Immergrün ist recht anspruchslos und gedeiht sowohl in der Sonne als auch im totalen Schatten. Diese Pflanze ist sehr anpassungsfähig AtropurpureaFoto: Le Do/Fotolia.com Kleinblättriges Immergrün ‘Atropurpurea’ und wird in der Gartengestaltung oft nur als „Lückenfüller“ genutzt. Ich finde allerdings zu Unrecht: Sie verdient mehr Beachtung, weil viele Wildbienen von Mai bis September die Blüten als Nahrungsquelle nutzen. Für ungeduldige Gartenfreunde ist das Immergrün sehr attraktiv, da sich die wurzelnden Bodentriebe rasch ausbreiten.
Es wächst sowohl in der Sonne als auch im totalen Schatten auf allen lockeren Gartenböden, sofern sie nicht zu sauer und nährstoffarm sind. Die violettfarbenen, weißen (‘Alba’) oder weinroten bis purpurfarbenen (‘Atropurpurea’) Blüten erscheinen ab April und blühen bis September immer wieder vereinzelt nach.


Weitere empfehlenswerte Arten


Japanischer Ysander (Pachysandra terminalis)
Die auch unter dem Namen Dickmännchen be­kann­te Pflanze bildet im Schatten unter Bäumen dichte grüne Teppiche, durch die kein „Unkraut“ kommt. Sie gedeiht auf allen humusreichen, mä­ßig trockenen, nicht zu sauren Böden und verträgt auch eine Abdeckung mit Herbstlaub. Ysander wächst relativ langsam und braucht daher ein paar Jahre, bis er Flächen schließt.

Gerne wird auch die Sorte ‘Compacta’ gepflanzt, da sie mit 15–20 cm etwas kleiner als die normale Art bleibt. Die unscheinbaren Blütenstände erscheinen ab Februar und blühen zwischen April und Mai. Bienen nutzen die Pflanze gerne als Futterquelle.


DickmännchenFoto: Inna Rempel/Wikipedia (CC BY-SA 3.0) Eine Biene besucht die Blüte des Dickmännchens.


Efeu (Hedera helix)
Er muss nicht immer in die Höhe wachsen, sondern eignet sich auch als Bodendecker. Efeu ist recht anspruchslos und wächst auf fast allen Böden. Der Standort sollte aber möglichst schattig sein, da gerade Wintersonne die Blätter häufig vertrocknen lässt. Konkurrenzschwache Pflanzen werden durch seine Starkwüchsigkeit leicht verdrängt. Die unauffälligen Blüten erscheinen ab Septem­ber/Oktober und bieten vielen Insekten eine spä­te Nahrungsquelle im Jahr.


Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata)
Die wintergrüne, nur etwa 10 cm hoch werdende Staude bildet durch kurze Ausläufer sehr dichte Bestände. Zwischen April und Juni erscheinen zahlreiche leuchtend gelbe Blüten, die gerne von Insekten angeflogen werden. Am besten geben Sie ihr einen halbschattigen bis schattigen Stand­ort auf einem humusreichen, nicht zu trockenen Boden.


Wald-Schaumkraut (Tiarella cordifolia)
Es eignet sich sehr gut als Bodendecker unter Ge­hölzen, da durch seine Ausläufer zwar dichte Teppiche gebildet werden, die eigenen Wurzeln aber nicht die anderer Pflanzen bedrängen. Zudem gilt es als ausgesprochener „Laubschlucker“, da sich viel Herbstlaub darin verfängt, ohne ihm zu schaden.

Zwischen Mai und Juni erscheinen die ca. 25 cm hohen, mit weißen Blüten besetzten Blütenstände. Der Standort muss halbschattig bis schattig und der Boden humusreich, gleichmäßig feucht und locker sein.


Spanisches Lungenkraut (Pulmonaria saccharata)
Es wird in Gärten häufiger kultiviert als das Echte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis). Die Pflanzen werden ca. 25–30 cm groß und breiten sich schnell aus.

Als Standort bevorzugt es humusreiche, gleichmäßig feuchte Böden im lichten Schatten. Die violettrosa Blüten, die gerne von Hummeln angeflogen werden, erscheinen von April bis Mai, in milden Jahren auch schon ab März.

Fazit: Bodendecker sind in der Gestaltung von Gärten eine Bereicherung für Flora und Fauna. Sie bedecken größere Flächen und lenken den Fokus auf die ganze Pracht von Solitärpflanzen. Auch ungeduldige Gartenfreunde kommen zu ihrem Recht und erzielen eine schnelle Begrünung.

Hartmut Clemen
Landesfachberater des Landes­verbandes
der Gartenfreunde Bremen

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