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Zuckermelonen anbauen

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  • Bodenkultur

Zuckermelonen anbauenFoto: Flora Press/Visions Reife Zucker­melonen aus dem Garten sind ein Genuss!

Was ist an einem heißen Sommertag erfrischender als ein Stück saftige, gekühlte Zuckermelone – vor allem, wenn Sie duftend und reif aus dem eigenen Garten kommt? Zuckermelonen (Cucumis melo), oft auch nur Melonen genannt, können Sie mit etwas Aufwand selbst anbauen. Im Gegensatz zu Wassermelonen (Citrullus lanatus) wiegen ihre Früchte meist nur 0,5 bis 1,5 kg. Botanisch sind Zuckermelonen viel näher mit Gurken (Cucumis sativus) verwandt als mit Wassermelonen, auch der Anbau ähnelt sich.

Empfehlenswerte Zuckermolnen Sorten

Große Sortenvielfalt

Im Supermarkt und auf Wochenmärkten finden Sie eine riesige Vielfalt an Zuckermelonen wie Piel de Sapo, Cantaloupe-, Charentais-, Netz-, Galia- und Honigmelonen. Sie unterscheiden sich äußerlich in Größe, Form, Farbe und Schalenbeschaffenheit, innerlich durch die Fruchtfleischfarbe und das Aroma.

Im Saatgutkatalog findet sich diese Vielfalt aber nicht wieder. Überwiegend werden Sorten aus der Gruppe der Charentais-Melonen mit orangefarbenem Fruchtfleisch angeboten. Achten Sie bei der Sortenauswahl unbedingt auf Widerstandsfähigkeit gegen Echten Mehltau und Fusariumwelke.

Wärme muss sein

Zuckermelonen stammen aus den subtropischen Gebieten in Südostasien, sind also Wärme liebend. Am sichersten können Sie sie im Gewächshaus kultivie­ren, aber auch in größeren Töpfen oder Kisten (mindestens 10 l Substrat) oder Hochbeeten ist der Anbau gut möglich.

kleine ZuckermeloneFoto: Vilor/Adobe Stock Noch junger Fruchtansatz.

Je nach Verlauf des Sommers ist es bei uns schon ein bisschen riskant, Zuckermelonen im Gartenbeet auszupflanzen. Wenn Sie es trotzdem ausprobieren möchten, sollten Sie einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz wählen. Melonenpflanzen reagieren nämlich empfindlich auf kühle Luft- und Bodentemperaturen sowie starke Schwankungen. Frost vertragen sie überhaupt nicht.

Auf Kürbisunterlagen veredelte Jungpflanzen sind für den Anbau im Gartenbeet besser geeignet als Sämlinge – sie sind unempfindlicher und wüchsiger. Zu­dem ist die Unterlage sehr wider­stands­fähig gegen verschiedene Welkekrankheiten. Sie können die veredelten Jungpflanzen ab Mai im Fachhandel kau­fen oder selbst pfropfen.

Die meisten Melonen-Sorten besitzen sowohl männliche als auch weibliche Blü­ten. Bienen und Hummeln sorgen für den Pollentransport und die Bestäubung. Die weiblichen Blüten können Sie an einer ovalen Verdickung direkt unter der Blüte erkennen, männliche Blüten haben hingegen einen durchgängig dünnen Blütenstiel.

Der richtige Schnitt

Jungpflanzen SchneidenGrafik: Faltermayr Schneiden Sie die Jungpflanzen bei der Schnurkultur oberhalb des dritten Blattes ab.

Melonen können Sie entweder wie Treib­hausgurken an Bindegarn hochleiten (Schnurkultur) oder auf dem Boden liegend kultivieren. Im Gartenbeet erfolgt der Anbau ausschließlich am Boden, im Gewächshaus ist beides möglich. Wenn Sie die Triebe aufleiten, benötigen Sie we­niger Fläche, müssen aber öfter und kon­sequenter schneiden.

Bei der Schnurkultur schneiden Sie die jungen Pflanzen nach zwei bis drei Blättern ab. Die austreibenden Seitentriebe (auch Seitentriebe 1. Ordnung genannt) lassen Sie nun zwei- oder dreitriebig an den Schnüren hochwachsen – immer ein Trieb je Schnur. Aus ihren Blattachseln bilden sich nun wiederum Seitentriebe, die Seitentriebe 2. Ordnung. Diese entfernen Sie nun im unteren Bereich der Pflanze bis zur sechs­ten Blattachsel, damit sich die Pflanze kräftig aufbauen kann. Die ab der siebten Blattachsel entstehenden Seitentriebe kür­zen Sie auf drei bis vier Blätter ein, so­bald walnussgroße Fruchtansätze vor­handen sind.

Anbau von Melonen als SchnurkulturGrafik: Faltermayr Wie am Schnürchen ... So gelingt der Anbau von Melonen als Schnurkultur.

Bei Bodenkultur schneiden Sie den Haupttrieb oberhalb des vierten Blattes ab. Das beschleunigt die Ausbildung von vier Seitentrieben 1. Ordnung. Verteilen Sie die Triebe gleichmäßig auf dem Boden. Haben diese Seitentriebe dann je sechs bis acht Blätter ausgebildet, kappen Sie auch diese. Nun entwickeln sich aus den verbleibenden Blattachseln die Seitentriebe 2. Ordnung mit den weibli­chen Blüten. 

Lassen Sie bei beiden Methoden maxi­mal sechs Früchte an jeder Pflanze. Da die Pflanze auch manchmal von selbst Fruchtansätze abstößt, sollten Sie jedoch nicht zu früh ausdünnen.

So gelingt der Anbau

Während Sie Ihr Gewächshaus bereits Ende April mit Melonen bestücken können, müssen Sie im Freiland bis zur zwei­ten Maihälfte warten. Die Pflanzdichte beträgt im Freiland 3 Pflanzen je m², im Ge­wächshaus eher 2. Setzen Sie die Pflan­zen keinesfalls zu tief, es kommt sonst schnell zu einer Stängelgrundfäule.

Wenn Sie die Pflanzen selbst anziehen wollen, achten Sie stets auf genügend Licht und Wärme. Temperaturen von 20 bis 25 °C sind optimal, 18 bis 20 °C rei­chen aber auch noch aus. Etwa vier bis fünf Wochen nach der Aussaat können Sie die Setzlinge auspflanzen. Sowohl das Anzuchtsubstrat als auch der Erdbo­den sollten stets luftig, locker und ausreichend warm sein.

ZuckermelonenFoto: Adobe Stock Wenn Sie alles richtig gemacht haben, können Sie sich über eine reiche Ernte freuen.

Melonen wurzeln nur flach und schätzen daher eine Mulchbedeckung mit schwarzer, kompostierbarer Folie – so erwärmt sich der Boden schnell und hält die Feuchtigkeit besser. Zudem verringert eine Folienauflage die Fäulnisgefahr am Boden aufliegender Früchte.

Vor dem Verlegen der Folie sollten Sie den Boden mit Hornmehl oder Kompost versorgen. Bewässern Sie die Pflanzen möglichst nicht von oben und achten Sie auf eine gleichmäßige, aber nicht übermäßige Feuchtigkeit. Das Gießwasser sollte nicht zu kalt sein.

Beobachten Sie während der Entwicklung die entstehenden Fruchtansätze – abgestoßene, vergilbende Fruchtansätze entfernen Sie. Legen Sie die Früchte mit zunehmendem Wachstum auf kleine Töpfe oder Styroporunterlagen, damit sie auf feuchtem Boden nicht zu faulen beginnen. Bei Schnurkultur im Gewächs­haus sichern Sie die reifenden Früchte in einem Netz, damit sie bei Vollreife nicht auf den Boden fallen können.

Ernten und Genießen

Die Erntezeit beginnt meist im August, etwa zehn bis zwölf Wochen nach der Pflanzung. Sie kündigt sich meist mit einem zarten Melonenduft und bei manchen Sorten auch mit einer unscheinbaren Verfärbung der Frucht an. Entscheidend ist das Verkorken bzw. Aufreißen des Fruchtstielansatzes. Schneiden Sie nun die Früchte am Stielansatz ab, möglichst bevor sie sich selbst von der Pflanze lösen.

Am besten genießen Sie das zuckersüße Aroma reifer Früchte sofort. Falls das nicht möglich ist, können Sie Ihre Melonen für einige Tage bei ca. 8 °C im Kühlschrank lagern. Packen Sie hierzu die ­Früchte in luftdichte Folienbeutel, damit das von den Melonen abgegebene Reifungsgas Äthylen anderes Obst und Gemüse nicht welken lässt.

Thomas Jaksch
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH)
Ehemaliger Betriebsleiter Gemüsebau,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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