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Stangenbohnen anbauen

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StangenbohnenFoto: Flora Press/Goldbach, Karin

Beide Arten weisen deutliche Unterscheidungsmerkmale auf. Die Garten-Stangenbohne ist Selbstbefruchter und keimt epigäisch, das heißt, die Keimblätter erscheinen beim Auflaufen an der Oberfläche. Sie ist wärmebedürftiger und deshalb empfindlicher im Anbau, bildet jedoch sehr zarte, glattschalige Hülsen. Ihre Stängel winden sich links um die Rankhilfe.

Die Feuerbohne gilt als Fremdbefruchter und keimt hypogäisch, ihre Keimblätter verbleiben im Boden. Als Pflanze wächst sie robust und gesund – auch bei ungünstiger Witterung. Die Blüten sind farbenprächtig rot, rosa oder weiß gefärbt. Die Hülsen präsentieren sich äußerlich etwas derb und rau und sollten daher möglichst jung geerntet werden. Feuerbohnen ranken rechts windend.

Wohlfühlansprüche

‘Moonlight’Foto: Flora Press/Bradshaw, Mandy ‘Moonlight’ Beide bevorzugen sonnige, warme und windgeschützte Standorte. Günstige Wachstumstemperaturen liegen im Bereich von 18 bis 25 °C. Eine über­mäßig heiße, trockene Witterung kann Laubverbrennungen verursachen, den Fruchtansatz verringern und bei anfälligen Sorten die unerwünschte Fadenbil­dung in reifen Hülsen fördern.

Bohnen schätzen tiefgründig gelockerten, gut erwärmten, humosen Boden, der weder zu Staunässe noch zu Verkrustungen neigt. Letzteres quittieren sie mit deutlich schlechterem Wachstum.

Monokultur vermeiden

Beide Stangenbohnenarten stehen wegen der langen Anbauzeit als Hauptkultur in der Fruchtfolge. Ein Monokulturanbau über mehrere Jahre kann schnell zu deutlichen Ertragseinbußen führen. Eine Anbaupause von mindestens drei Jahren ist daher empfehlenswert.

Für eine Mischkultur eignen sich Zuckermais (als Rankhilfe) oder bodendeckende Kürbisse, Gurken und Süßkartoffeln. Vermeiden Sie Spinat und Kartoffeln als Vorfrüchte, da sie die Schadgefahr durch die Bohnenfliege im Folgejahr deutlich erhöhen.

Aussäen oder pflanzen?

Viele Gartenfreunde säen noch immer direkt ins Beet. Dafür sind jedoch ausreichend hohe Bodentemperaturen erforderlich, da es sonst zu Keimverzögerungen und damit einhergehend zu einer höheren Befallsgefahr durch die Maden der Bohnenfliege kommt. Vielerorts ist eine Direktsaat vor Mitte Mai daher nicht empfehlenswert.

Die Saattiefe sollte 2 bis 3 cm betragen. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte zum Auflaufen der Samen ist günstig, Nässe dagegen unerwünscht.

Vorkultur von JungpflanzenFoto: Flora Press/Klaphake, Ute Die Vorkultur von Jungpflanzen ist meist vorteilhafter.

Die Pflanzung birgt dagegen weniger Risiko. Die hohen Wärmeansprüche für eine zügige Keimung können so leichter erfüllt werden. Zudem erzielen Sie eine etwas frühere Ernte. Füllen Sie zur Anzucht 12-cm-Töpfe mit Aussaaterde und legen Sie pro Topf sechs bis sieben Samenkörner etwa 2 cm tief ab. Bei Temperaturen um 20 °C und gleichmäßiger Feuchte keimen die Samen im Frühbeet oder auf der Fensterbank meist nach wenigen Tagen.

Mit der Direktsaat oder Pflanzung sollten Sie bereits die Rankvorrichtung aufbauen. Im Freien werden meist Gerüste aus langen Fichtenstangen verwendet, im Gewächshaus empfiehlt sich die Aufleitung an Schnüren. Führen Sie die jungen Pflanzen frühzeitig an die Rankhilfe, damit ein schneller und sicherer Halt gewährleistet ist.

Achten Sie beim Auspflanzen auf gut durchwurzelte Topfballen. Die Ranken sollten zudem noch nicht ineinander verwunden sein. Pflanzen Sie die Setzlinge zweireihig (Reihenabstand 100 cm) ins Beet. Der Abstand in der Reihe kann 40 bis 50 cm betragen. Fördern Sie eine schnelle Bodendeckung durch eine organische Mulchauflage, eine verrottbare schwarze Mulchfolie oder durch Mischkultur.

‘Blauhilde’Foto: farbkombinat/Adobe Stock ‘Blauhilde’

Mäßig gießen und düngen

Wie andere Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler leben Bohnen in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Dadurch können sie Luftstickstoff binden und im Wachstum verwerten. Stangenbohnen benötigen daher – wenn überhaupt – nur eine geringe Düngung von maximal 70 g/m² Horndünger.

Teilen Sie die Düngermenge in drei Gaben: ein Drittel zu Beginn des Anbaus, ein Drittel zur ersten Blüte und ein Drittel nach der ersten Ernte. Wegen der Salzempfindlichkeit sollten Sie organische Dünger mineralischen vorziehen.

Halten Sie den Boden anfangs nur mäßig feucht. Der Hauptwasserbedarf liegt erst ab der Blüten- und Hülsenbildung bis zur Ernte. Sowohl starke Trockenheit als auch übermäßige Feuchte begünstigen Blüten- und Fruchtfall.

Feinschmecker-Ernte

Etwa zehn Wochen nach der Aussaat beginnt die Hülsenernte. Für die Ernte von grünen Bohnenkernen benötigen Sie etwa drei Monate, für die Ernte von Trockenkochbohnen rund vier Monate Anbauzeit. Grundsätzlich verteilt sich die Ernte bei Stangenbohnen somit über einen längeren Zeitraum als bei Buschbohnen.

Ernten Sie regelmäßig, denn je kleiner die Hülsen sind, desto zarter ist der Genuss. Achten Sie bei der Ernte auf eine geringe Kornausprägung.

Ernte mit Messer oder SchereFoto: Thomas Söllner/Adobe Stock Ernten Sie am besten mit Messer oder Schere.

Pflücken Sie die reifen Hülsen von Hand oder schonender mit einer Schere. Sie können mit einer Erntemenge von 3 bis 5 kg/m² rechnen.

Ein Rohverzehr von Bohnen ist nicht empfehlenswert. Sie enthalten den Giftstoff Phasein, der nur durch Erhitzen abgebaut wird.

Hülsen können acht bis zehn Tage im Kühlschrank im Folienbeutel gelagert werden. Trockenkochbohnen werden an einem luftigen Ort in der Hülse oder ausgepult getrocknet und anschließend gelagert.

Große Sortenvielfalt

‘Preisgewinner’Foto: Flora Press/Diez, Otmar ‘Preisgewinner’ Bei den Garten-Stangenbohnen unterscheiden sich die Sorten in der Hülsenfarbe (grün, gelb, violett, grün-rot). Weitere Unterschiede bestehen in der Hülsenlänge (20 bis 28 cm) und im Hülsenquerschnitt (rundoval, flachoval oder flach). Für einen ungetrübten Essgenuss sollten Sie ausschließlich fadenlose Sorten wählen.

Berücksichtigen Sie bei der Sortenwahl auch Widerstandsfähigkeit und Resistenzeigenschaften gegen Bohnenmosaikvirus, Brennfleckenkrankheit und Bohnenrost. Mit guten Resistenzeigenschaften überzeugen beispielsweise die samenfesten grünen Sorten ‘Tamara’, ‘Eva’ und ‘Cobra’ sowie die violette ‘Blauhilde’ (sie wird beim Kochen grün).

Gelbe Sorten bezeichnet man als Wachsbohnen. Sie überzeugen durch ihr mildes Aroma, beispielsweise ‘Neckargold’.

Bei den Feuerbohnen ist die rotblühende Sorte ‘Preisgewinner’ Anbaustandard. Auch lachsrosa (‘Celebration’) und weiß blühende Sorten (‘Moonlight’) werden angeboten. Zweifarbig blühend ist die ‘Bunte Steirische Käferbohne’, eine attraktive Trockenkochbohne.

Thomas Jaksch
Dipl.-Ing. Gartenbau (FH),
ehemaliger Betriebsleiter Gemüsebau,
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf


Lesen Sie dazu auch den Artikel Hoch hinaus – Rankhilfen für Bohnen.

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