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Stachelbeeren zur Spindel erziehen

So erziehen Sie Stachelbeeren eintriebig

Schlagworte zu diesem Artikel:
  • Stachelbeeren
  • Spindelerziehung
  • Hochstammpyramide

Stachelbeer-Früchte an SpindelFoto: Neder An schlanken Spindeln reifen Stachelbeer-Früchte gut aus und ­lassen sich leicht ernten.


Stachelbeeren sind ein ideales Naschobst, für das sich selbst im kleinsten Garten noch ein Plätz­chen findet. Nur die Dornen und das Bücken bei der Ernte sind manchmal etwas lästig ...
Wenn Sie Alternativen zu den Klassikern Busch und Stämmchen suchen, können Sie Ihre Sta­chel­bee­ren als eintriebige sog. schlanke Spindel oder als Hochstammpyramide erziehen. Bei diesen um 2 m ho­hen Wuchsformen sind die Kronen ein­triebig aufgebaut, erhalten dadurch viel Licht und sind leicht zugänglich. Sie tragen große, gut ausgereifte Früchte – und das mühsame Bücken hat sich auch erledigt.


Spindel aus Busch erziehen

Im Handel sind Stachelbeeren meist nur als Busch oder Stämmchen erhältlich. Zur Erziehung einer schlan­ken Spindel kaufen Sie einen Busch und wählen aus der Vielzahl junger Triebe nur den stärksten aus – alle anderen Bodentriebe entfernen Sie.


Stachelbeeren eintriebig erziehenFoto: Neder Konsequent geschnitten und an Stangen hochgebunden können schlanke Spindeln eine ­Höhe um 2 m erreichen. Besser als zu schneiden ist es, sie mit einem kräfti­gen Ruck an der Basis abzureißen. Der belassene Trieb wird an einem Stab fixiert und in die Höhe geleitet. In­nerhalb von ca. drei Jahren können wüchsige Sorten wie ‘Redeva’ eine Höhe von mehr als 2 m erreichen.

Zur Förderung des Leittriebes sollten Sie Kon­kur­renz­trie­be, die sich unterhalb der Endknospe bilden, entfernen. Alle Triebe, die an der Pflanzenbasis neu ent­stehen, und alle Seitentriebe bis in eine Pflan­zen­höhe von ca. 30–40 cm beseitigen Sie ebenfalls.

Nach dem Ernten sollten Sie dann einen Som­mer­schnitt durchführen, indem Sie alle Seitentriebe auf eine Länge von 20–30 cm einkürzen, am besten oberhalb der Stelle, wo ein neuer kleiner Seitenast ent­steht. Mit Wäscheklammern oder im Fach­handel erhältlichen Astklammern, die Sie am Mitteltrieb direkt über den jungen Seitentrieben befestigen, fördern Sie ei­nen waagerechten Wuchs der seitlichen Triebe und sorgen für Ordnung im Aufbau.


Vom Steckling zur Spindel

Schlanke Stachelbeer-Spindeln lassen sich aber auch recht einfach über Grün­stecklinge gewinnen. Ende Mai, Anfang Juni, wenn die Neutriebe weder zu weich noch zu verholzt sind, ist eine gute Zeit für die Stecklingsvermehrung.

Schneiden Sie die etwa 10 cm langen Stecklinge von den Neutrieben am besten dicht unterhalb eines Blattknotens, da sich dort besonders leicht Wurzeln bilden. Entfernen Sie anschließend die unteren Blätter bis etwa zur Hälfte des Stecklings. Zusätzlich können Sie die Stängelbasis vor dem Stecken in ein Bewurzelungspuder tauchen.

Als Substrat eignet sich eine fertige, nährstoffarme Aussaaterde, die Sie in Anzuchtschalen mit Deckel füllen. Damit sich die Stecklinge schnell bewurzeln, stellen Sie die Schalen halbschattig auf und sorgen Sie für hohe Luftfeuchtigkeit.

Befestigen Sie die Stecklinge, sobald sie bewurzelt sind, an Stäben und gießen und düngen Sie sie regelmäßig. Triebe, die sich aus der Basis bilden, sollten Sie konsequent entfernen, Kon­kur­renz­trie­be zum Leittrieb und ebenso die Seitentriebe et­was einkürzen und somit das Hö­hen­wachs­tum fördern. Je nach Wüchsigkeit der Sor­te dauert es zwei bis drei Jah­re, bis der Steckling die Höhe von 1,5–2 m erreicht hat.


StachelbeerenFoto: emer/Fotolia



Hochstammpyramide formen

Wenn Sie ein normales Hochstämmchen im Garten haben, kann es lohnenswert sein, es als sog. Hochstammpyramide weiterzuentwickeln. Das Gelingen hängt von der Sorte und dem Alter des Stämmchens ab. Bei mir hat es z.B. bei ‘Redeva’ und ‘Mucurines’ gut funktioniert.

Hierzu können Sie einen kräftigen Mitteltrieb eintriebig weiter hochleiten. Die anderen Sei­ten­trie­be schneiden Sie mit Fingerspitzengefühl pyramidal, um das Höhenwachstum der Mitte zu fördern. Mit etwas Glück können Sie hier ebenfalls eine Wuchshöhe von 1,5–2 m erreichen. Der für Stämmchen typische Nachteil des schnellen Alterns oberhalb der Veredlungsstelle bleibt dann allerdings – anders als bei der Erziehung zur Spindel – erhalten.

Thomas Neder
Kreisfachberater im Landkreis Coburg

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