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Sommerkürbisse: Zucchini, Pattison und Spaghettikürbis

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  • Sommerkürbis
  • Zucchini
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  • Spaghetti-Kürbis
  • Ölkürbis
  • Rondini

Sommerkürbisse für Ihr GemüsebeetFoto: mauritius images/Chesh/Alamy

Der Sommerkürbis (Cucurbita pepo), auch Gemüsekürbis oder Gartenkürbis genannt, ist bei uns – im Beet und in der Küche – fest verwurzelt. Sein bekanntester Vertreter ist die Zucchini. Vor langen Zeiten hat der Sommerkürbis seine Heimat Mexiko und Südamerika verlassen und ist über Südeuropa „zugewandert“. Botanisch ist er eine Beeren­frucht und mit Salatgurke und Melone verwandt.

Riskante Nachzuchten

Dass wir ihn Sommerkürbis nennen, liegt an seiner Erntezeit. Sommerkürbisse sind vorwiegend im unreifen Zustand genießbar, daher werden sie im Sommer, vor ihrer Reife, geerntet. Darüber hinaus kennzeichnet der harte, eckige Fruchtstiel diese Gemüsegruppe.

Kugeln, Ufos und Spaghetti

Bei den Sommerkürbissen gibt es mehrere Sortengruppen mit unterschiedlichen Fruchtformen. Aus Afrika und Ame­rika kam z.B. der kugelförmige Kürbis über Frankreich nach Europa und erhielt den Namen „Rondini de Nice“, kurz Rondini. Die Pflanze entwickelt lange Ranken, an denen sich Blüten bilden – sie sind nur wenige Stunden geöffnet, dann verwelken sie. Die Früchte der Rondini sind rund und haben ein Fruchtgewicht von 200 bis 300 g. Sie müssen vor dem Verzehr geschält sowie gekocht, gedünstet oder gebacken werden. Das Fruchtfleisch ist sehr zart. Im Angebot findet sich z.B. die Sorte ‘Tondo di Nizza’ mit sehr gutem Geschmack.

PatissonFoto: womue/Adobe Stock Patisson

Der Patisson hat viele Namen, darun­ter Melonenkürbis, Squash, Ufo-Kür­bis oder Kaisermüt­ze. Namengebend ist sei­ne bizarre Form. Dieser Gartenkürbis ist abgeplattet und am Rand gezackt, sein Durchmesser liegt bei 10–25 cm. Er ist wegen seiner dekorativen Form und seiner Farbenvielfalt (gelb, orange, grün, weiß, teilweise auch gestreift) beliebt; sein helles Fleisch wird z.B. als Gemü­se­beilage zum Braten verwendet. Lässt man ihn ausreifen, ist er ein dekorativer Zierkürbis. Empfeh­lenswerte Sorten sind z.B. ‘Patisson Golden Marbre’ mit gelben, sternförmigen Früchten und ‘Custard White’ mit flachen, glattschaligen, weißen Früchten.

Spaghetti-KürbissFoto: mauritius images/Picture Partners/Alamy Spaghetti-Kürbiss

Das Erscheinungsbild des Spaghetti-Kürbisses ist länglich oval mit hell- oder mittelgelber Schale. Wird er als Gemüse gegart, zerfällt sein Fruchtfleisch in spaghet­tiähnliche Fäden. Er erreicht ein Gewicht von 1–3 kg, und seine Schale ist nicht essbar. Der Spaghetti-Kürbis wächst ran­kend und ist sehr ertragreich. Eine bekannte Sorte ist ‘Pyza’ mit einem Fruchtgewicht von ca. 1,5 kg.

Auch der Ölkürbis gehört zu den Som­merkürbissen. Seine Samen sind schalenlos – aus ihnen wird das gesundheitlich wertvolle Kürbiskernöl gewonnen.

Zucchini in großer Vielfalt

Sein Name sagt es: Er ist ein Kürbis, und zwar ein kleiner, ein „Zucchino“ (Verkleinerung von Zucco, ital. Kürbis). Im Deutschen hat sich sowohl für die Einzahl als auch für die Mehrzahl des Ge­müses der Begriff Zucchini eingebürgert.

Es gibt ein großes Sortenspektrum mit unterschiedlichen Fruchtfarben und -formen. Zwar dominiert die längliche, gurkenähnliche Form, aber es gibt auch keulenförmige oder runde Zucchini. Oft sind sie grün, können aber auch gestreift, gelb und sogar weiß sein.

Ab August wird das Laub häufiger vom Echten Mehltau befallen. Da die Pflanze aber in der Regel trotzdem weiter wächst und fruchtet, können Sie den Befall einfach ignorieren.

Zucchini SortenspektrumFoto: mauritius images/ROSENFELD Zucchini Sortenspektrum

An der Pflanze entwickeln sich männliche und weibliche Blüten. Sie sind eben­falls essbar und gelten als Delikates­se. Wenn sie ausschließlich die männlichen Blüten – am langen, dünnen Stiel erkennbar – pflücken, wird die Ernte nicht geschmälert. Die weiblichen Blüten sitzen hingegen auf kurzen, kräftigen Stielen und zeigen direkt unterhalb der Blü­te eine rundliche Verdickung, den Frucht­knoten.

Die dünne Schale der unreif geernteten Früchte wird gerade wegen ihrer Schmack­haftigkeit mitgegessen. Um die Lagerfähigkeit dieser Sommerkürbisse ist es allerdings nicht sehr gut bestellt, selbst im Kühlschrank halten sie sich nur ein bis zwei Wochen.

So gelingt Ihnen der Anbau

Es kann vorteilhaft sein, Sommerkür­bis­se im Topf vorzuziehen oder kräftige Jung­pflanzen zu kaufen. Natürlich können Sie die Samen auch direkt ins Beet säen, sollten dann aber unbedingt einen Schne­ckenschutz anbringen. Die zarten Keimlinge sind ein Leckerbissen für Nackt­­schnecken und manchmal schon nach einer Nacht komplett verschwunden.

Die einzelne Pflanze benötigt etwa 1,5 m² Fläche zum Wachsen und Gedeihen. Weitere Grundbedürfnisse sind viel Sonne und ein möglichst warmer, geschützter Standort, ebenso wie ein locke­rer, humusreicher Boden. Sollte der pH-Wert unter 6 liegen, hilft eine Kalk-Dün­gung.

Zucchini und Kürbisse auf dem KompostFoto: mauritius images/Fotoshoot/Alamy Zucchini und andere Sommerkürbisse können Sie auch direkt auf den Kompost pflanzen.

Sommerkürbisse sind Starkzehrer. Sorgen Sie also für eine gute Nährstoffversorgung, indem Sie im Frühjahr und im Frühsommer Kompost oder einen organischen Volldünger an der Pflanzstel­le ausbringen oder die Pflanzen direkt auf den Komposthaufen platzieren – die großen Blätter sorgen ganz nebenbei für eine gute Schattierung des Kompostplatzes. Da Sommerkürbisse viel Wasser brauchen, sollten Sie den Boden gleichmäßig feucht halten, jedoch Staunässe vermeiden.
Haben Sie gute Lebensbedingungen für den Sommerkürbis geschaffen, wird er Sie in der Erntezeit – von Juni bis Oktober – nicht enttäuschen. Soll er auch zukünftig einen festen Platz in Ihrem Garten haben, sollten Sie die Fruchtfolge beachten und  alle zwei bis drei Jahre den Standort wechseln.

Empfehlenswerte Zucchini-Sorten
Sorte
Frucht
Eigenschaften
‘Black Forest’ F1 dunkelgrün, klein resistent, rankend, lange Erntezeit, schmackhaft
‘Nero Di Milano’ tiefdunkelgrün, fast schwarz, lang große Blüten, sehr ertragreich
‘One Ball’ F1 goldgelb, klein, rund sehr schmackhaft, zum Füllen geeignet
‘Patio Star’ F1 dunkelgrün, dünn, länglich kompakter Wuchs, gute Topfpflanze
‘Satelite’ F1 dunkelgrün, rund sehr ertragreich, rankend
‘Shooting Star’ F1 gelb, länglich ertragreich, rankend, gute Topfpflanze
‘Sunburst’ F1 gelb, sternförmig sehr ertragreich, jung ernten
‘Tondo di Toscana’ hellgrün, rund sehr guter Geschmack, jung ernten
‘Verde d’Italia’ grün, gefleckt, lang guter Geschmack, sehr ertragreich
‘Zuboda’ dunkelgrün, länglich guter Geschmack, hohe Erträge

Jens Carstens
Stellv. Vorsitzender des Landesverbandes 
Schleswig-Holstein der Gartenfreunde
 

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