• Gartengenuss

Nachkulturen fürs Gemüsebeet

Es ist noch lang nicht Schluss!

Nachkulturen fürs GemüsebeetFoto: Flora Press/BIOSPHOTO/Yann Avril

So langsam, aber sicher neigt sich der Sommer seinem Ende zu, und die Gemüsebeete werden nach und nach abgeerntet. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Beete leer bleiben müssen. Es gibt eine Vielzahl an Kulturen, die Sie jetzt noch aussäen oder pflanzen können.

Besser im Herbst

Viele dieser Gemüsearten, die noch im September ausgesät werden können, gehören zu den Langtagspflanzen. Sie beginnen zu blühen, wenn im Hochsommer eine bestimmte Tageslänge überschritten wird. Die Blätter werden dann oft hart, und die Inhaltsstoffe verändern sich, sodass sie nicht mehr gut schmecken oder sogar unbekömmlich werden. Deshalb ist es sogar besser, bestimmte Kulturen erst im Herbst anzubauen, hierzu zählen etwa Spinat und Feldsalat.

Bunte Scharfmacher

AsiasalateFoto: sommai/Adobe Stock

Möchten Sie Ihre Salate mit etwas Knackig-Würzigem aufpeppen, sind Asiasalate genau das Richtige. Denn zum einen bringen sie durch die enthaltenen Senföle eine leicht scharfe Note mit, und zum anderen bieten die unterschiedlichen Blattformen und -farben einen gewissen optischen Reiz.

Der Anbau ist dabei völlig unkompliziert. Säen Sie diese schnellwachsenden Salate jetzt einfach in Reihen mit 20 cm Abstand aus. Sollte der Boden von der Vorfrucht ausgelaugt sein, empfiehlt sich eine Nachdüngung mit gut verrottetem Kompost (3 l/m²).

Je nach Sorte können Sie schon ab der dritten Woche ernten. Geerntet werden immer die äußeren Blätter. Zu dicht stehende Pflanzen sollten Sie allerdings herausziehen und im Ganzen verwerten. Am Ende bleiben so einzelne Pflanzen stehen, die genug Platz haben, um kräftige Rosetten auszubilden.

Asiasalate sind gut winterhart, und so können Sie auch bei frostfreiem Wetter im Winter ernten. Vor zu starken Frösten schüt­zen Sie die Pflanzen einfach mit etwas Herbstlaub.

Japanische Senfkohl MizunaFoto: ExQuisine/Adobe Stock

Empfehlenswerte Sorten sind ‘Rouge Metis’ mit attraktiv geschlitzten Blättern in Violettrot, ‘Yellow Green Curled’ mit hellgrünen, gekrausten Blättern und scharfem, an Meerrettich erinnerndem Geschmack, ‘Purple Wave’ mit tief gelappten, roten Blättern auf grünen Stielen und mittelscharfem Geschmack, ‘Red Giant’ mit breiten, leicht gezackten Blättern und roten Blattadern sowie ‘Grün im Schnee’ mit langen, kräftig grünen, gezackten Blättern, die einen scharfen Ge­schmack haben.

Genauso gut wie die Asiasalate lässt sich jetzt auch noch der Japanische Senfkohl Mizuna anbauen. Auch er ist kältetolerant und wächst schnell. Bereits nach vier Wochen können Sie die Rosetten mit 20 bis 30 cm langen und stark gefiederten Blät­tern ernten. Es gibt grün- und rotblättrige Mizuna-Sorten. Die Aussaat erfolgt in Reihen mit 20 cm Abstand. Innerhalb der Reihe wird nach und nach auf 10 cm vereinzelt.

Zart und scharf

Frühe RadieschensortenFoto: ramoncin1978/Adobe Stock

Frühe Radieschensorten eignen sich auch für eine Herbstaussaat und lassen sich zu einer ausreichenden Ernte bringen. Die Kulturdauer ist mit drei Wochen zudem recht kurz. Besonders große Knollen sollten Sie allerdings nicht mehr erwarten, dafür sind sie aber angenehm scharf und haben ein zartes Fleisch.

Ausgesät wird in Reihen von 20 cm Abstand und innerhalb der Reihe von maximal 3 cm. In der Reihe zu dicht ste­hende Pflanzen können Sie herausziehen und samt Blättern verwenden. Zu den frühen Sorten zählen ‘De Dix-Huit-Jours’, ‘Korund’ oder ‘Saxa Treib 3’.

Beachten Sie bitte, dass Radieschen und Asiasalate zu den Kreuzblütlern gehören und daher nicht nach Gemüse derselben Pflanzenfamilie, wie anderen Kohlarten, Rettich oder Rucola, angebaut werden sollten.

 

Auf weißen Stielen

MangoldFoto: nito/Adobe Stock

Mangold sollten Sie bis spätestens Anfang September in Reihen von 40 cm aussäen. So können Sie den Mangold noch im Herbst ernten, allerdings nur kleine Pflänzchen als „Babyleaf“.
Für die kalte Jahreszeit empfehlen sich allerdings nur weißstielige Sorten (z.B. ‘Lukullus’), da die farbigen (roten oder gelben) Sorten nicht ausreichend frosthart sind.

Größere Pflanzen erzielen Sie bei einer Vorkultur ab August und anschließendem Verpflanzen auf 30 cm in der Reihe. Diese Pflanzen – mit einer Laubdecke über Win­ter geschützt – können Sie dann im zeitigen Frühjahr ernten.

Zarte Köpfe

KopfsalatFoto: photobars/Adobe Stock

Kopfsalat eignet sich ebenfalls für den Herbstanbau. Zwar werden die Köpfe wegen der kurzen Kulturdauer nicht mehr ganz so groß, da sie dafür aber besonders zart sind, lohnt sich die Ernte trotzdem. Ziehen Sie die Pflanzen dafür ab Mitte August im Frühbeetkasten in Reihen vor und pflanzen Sie sie anschließend ins Freiland mit einem Abstand von 30 x 30 cm. Gute Sorten für die Kultur über den Herbst bis in den Winter hinein sind ‘Bauquieu’, ‘Larissa’, ‘Wintermarie’ oder ‘Winter Butterkopf’.

Für den ganzen Winter

Gewöhnliche TellerkrautFoto: Björn Wylezich/Adobe Stock

Eine Pflanze, die sogar niedrige Temperaturen zum Wachsen benötigt, ist das Gewöhnliche Tellerkraut bzw. Winterportulak. Dieses Gemüse mit seinen löffelartig runden Blättern, die in einer Rosette stehen, kann den ganzen Winter über bei frostfreiem Wetter geerntet werden.

Der Anbau ist denkbar einfach. Säen Sie in Reihen mit 15 cm Abstand aus. Die Saat ist allerdings sehr fein, und damit sie nicht zu dicht fällt, mischen Sie sie am besten mit etwas feinem Sand. Bedecken Sie die Reihen anschließend ca. 0,5 cm mit Erde. Ab einer Wuchshöhe von 15 cm können Sie die Rosetten ernten, indem Sie sie kurz über der Erde abschneiden.

Bis ins Frühjahr

SpinatFoto: nataliazakharova/Adobe Stock

Bekannt für die Aussaat im Herbst ist Spinat. Wenn Sie rechtzeitig im September aussäen, können Sie von Mitte November bis in den April ernten. Spätere Aussaaten bilden nicht mehr ausreichend Wurzeln, um die kalte Jahreszeit schadlos zu überstehen.

Spinat braucht nach einer Vorfrucht allerdings eine Aufdüngung mit frischem Kompost (3 l/m²). Es empfiehlt sich eine Reihensaat im Abstand von 30 cm. Nach dem Auflaufen vereinzeln Sie die Pflänzchen auf einen Abstand von 10 cm. Gut geeignet für den Winteranbau sind die Sorten ‘Winterriesen’, ‘Matador’ oder ‘Dolphin’.

Winterernte

FeldsalatFoto: rdnzl/Adobe Stock

Eine ganz andere Gemüseart, die jedoch die gleichen Anbaubedingungen hat wie Spinat, ist der Feldsalat. Im Gegensatz zum Spinat verlangt er allerdings deutlich weniger Nährstoffe und ist deshalb ideal als Nachkultur von Mittel- und Schwachzehrern.

Bei einer späten Aussaat im September können Sie ebenfalls den ganzen Winter über bis ins Frühjahr ernten. Allerdings empfiehlt sich ab November eine Abdeckung mit Laub oder Fichtenreisig, damit der Boden dort nicht durchfriert und Sie im Winter, bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt, ernten können. Wird bei Frost geerntet, sind die Blätter glasig und fallen in der Wärme zusammen. Die bekanntesten Feldsalatsorten sind ‘Dunkelgrüner Vollherziger’, ‘Holländischer Breitblättriger’ und ‘Valentin’.

Claudia Heger
Fachberaterin des Landes­verbandes Braunschweig 
der Gartenfreunde

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