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Blumenkohl anbauen

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Blumenkohl erntenFoto: mauritius images/Iakov Filimonov/Alamy

Grün, gelb oder violett – während im Supermarkt überwiegend weiße Köpfe des Blumenkohls (Brassica oleracea var. botrytis) angeboten werden, können Sie für den Anbau in Ihrem Garten aus zahlreichen farbigen Sorten wählen. Besonders schön geformte, grüne Köpfe bildet auch der Romanesco (Brassica oleracea convar. botrytis var. botrytis), auch Türmchen-Blumenkohl genannt. Bei ihm handelt es sich um eine Variante des Blumenkohls, die auch schon vor über 400 Jahren in der Nähe von Rom gezüchtet wurde.

RomanescoFoto: Ingae/Adobe Stock Beim Romanesco handelt es sich um eine Variante des Blumenkohls.

Frühjahrs- und Herbstliebhaber

Wie bei anderen Kohlarten auch ist es beim Blumen­kohl ratsam, Jungpflanzen zu kaufen, statt selbst auszusäen. Blu­men­­kohl neigt bei zu niedrigen Anzuchttemperaturen später häufig zum „Schießen“. Wenn Sie trotz­dem selbst aussäen wollen, liegt die optimale An­zucht­tem­pe­ratur bei ca. 18 °C. Die Keimdauer beträgt dann etwa eine Woche.

Je nach Sorte können Sie ab April direkt ins Beet säen. Jedoch ist es vorteilhaft, wenn Sie die Pflanzen im Frühbeet oder auf der Fensterbank vorziehen. Zum einen haben sie so einen Wachstumsvorsprung, zum anderen können Sie gezielt die kräftigsten Pflanzen für die weitere Kultur auswählen. Sinnvoll ist es auch, wenn Sie die Samen gleich einzeln in unterteilte Anzuchtschalen oder Eierkartons säen, so müssen Sie später nicht vereinzeln.

Blumenkohl Jungpflanzen​Foto: ireneromanova/Adobe Stock Sobald Jungpflanzen vier Laubblätter gebildet haben, können sie ins Beet gepflanzt werden.

Sobald die Jungpflanzen vier Laubblätter gebildet haben, können sie ins Beet gepflanzt werden. Setzen Sie die Pflanzen so tief, dass die Erde bis zu den Keimblättern reicht. Ein leichtes Anhäufeln schützt vor dem Umfallen. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte min­destens 50 cm betragen. Zu wenig Platz führt dazu, dass die Köpfe klein bleiben und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten sind. Bei einer sehr frühen Pflanzung ist eine Folien- oder Vliesabdeckung als Frostschutz ratsam.

Mehrfachernte

Grundsätzlich ist der Anbau im Frühjahr oder Herbst zu empfehlen, da die Pflanzen im Sommer sehr anfällig für Schädlinge sind. Außerdem können hohe Temperaturen in den Sommermonaten dazu führen, dass keine Köpfe ausgebildet werden. Entsprechend müssen Sie bei der Sortenwahl auf Früh- bzw. Herbstsorten achten. Frühe Sorten können Sie ab Februar/März für die Pflanzung ab April und Ernte ab Juli vorziehen, Herbstsorten ab Mai/Juni für die Pflanzung ab August und Ernte ab Oktober/Novem­ber. Daneben gibt es aber noch sogenannte Ganzjahressorten, die sommerliche Temperaturen etwas besser vertragen und die Sie durchgehend von Frühjahr bis Herbst anbauen können.

Auf die Nährstoffzufuhr achten

Der optimale Standort für Blumenkohl ist sonnig bis halbschattig und windgeschützt. Über die gesamte Kulturdauer benötigt Blumenkohl einen tiefgründigen, nährstoffreichen und feuchten Boden, damit er sich gut entwickeln kann. 

Wie alle Kohlgewächse gehört auch Blumenkohl zu den Starkzehrern. Achten Sie bereits bei der Bodenvorbereitung darauf, ausreichend Kompost einzuarbeiten. Dieser erhöht den Nährstoff­ge­halt, sorgt für eine kontinuierliche Nährstoffnachlieferung und erhöht das Wasserhaltevermögen des Bodens. Im Sommer sollten Sie mehrmals mit Stickstoff, z.B. Hornspänen, nachdüngen. Alternativ können Sie auch eine Brennnesseljauche ausbringen.

Blumenkohl hat von allen Kohlgewächsen den höchsten Wasserbedarf. Eine gleichmäßige, durchdringende Bewässerung ist notwendig, da Wassermangel zu kleinen, unschönen Köpfen führt. Regelmäßiges Hacken und eine dünne Mulchschicht können dabei helfen, die Ver­dunstung zu verringern und den Boden feucht zu halten.

Farbiger BlumenkohlFoto: maxandrew/Adobe Stock Blumenkohl muss nicht immer nur weiß sein.

Damit weiße Sorten auch einen schönen, schneeweißen Kopf ausbilden, muss dieser vor der Sonne geschützt werden. In der Regel umhüllen die großen Blätter die Blume ganz gut von alleine, da die meisten Sorten auf eine gute Selbst­bedeckung hin gezüchtet wurden. 

Bei älte­ren Sorten oder durch Witterungseinflüsse kann es manchmal jedoch nö­tig sein, dass Sie etwas nachhelfen müssen, indem Sie die Blätter nach innen knicken. Denn ist der Kopf der Son­­ne ausgesetzt, wird er fleckig oder ver­färbt sich gräulich gelb bis blassviolett. Genießbar ist er dann trotzdem. Bei farbigen Sorten, wie sie vor allem in Italien und Frankreich angebaut werden, ist dieser Arbeitsschritt nicht nötig. Während des Wachstums färben sie sich durch Lichteinwirkung violett, gelb oder grün.

Blumenkohl schneidenFoto: Flora Press/Royal Horticultural Society Halten Sie für die Ernte den Kopf am besten mit einer Hand fest und schneiden Sie ihn dann mit einem scharfen Messer dicht über dem Boden ab.

Vorm Schnitt an den Kopf fassen

Die ersten Köpfe können Sie etwa acht bis zwölf Wochen nach der Pflanzung ernten, denn anders als bei anderen Kohlarten bildet sich beim Blumenkohl der Blütenstand bereits im ersten Standjahr. Die Köpfe sollten schön fest und geschlossen sein. Ernten Sie in jedem Fall, bevor sich die Röschen lockern und zu treiben beginnen. Halten Sie dafür mit einer Hand den Kopf von oben fest, mit der ande­ren schneiden Sie ihn inklusive der Hüllblätter mit einem scharfen Messer dicht über dem Boden ab.

Auch wenn die großen, grünen Blätter meist nicht verwendet werden, können Sie sie mitverzehren. Sie enthalten sogar mehr Vitamine und Mineralstoffe als der eigentliche Kopf.

Schutz vor ungebetenen Gästen

Je nach Jahreszeit ist Blumenkohl anfällig für Erdfloh, Kohlfliege, Kohlweißling, Weiße Fliege und Mehltau. Ein Absammeln der Kohlweißlingsraupen, ein Pappkragen um den Wurzelhals zur Verhinderung der Eiablage durch die Kohlfliege sowie eine Kultur unter feinmaschigen Gemüseschutznetzen können der Schädlingsabwehr dienen. Um der Kohlhernie vorzubeugen, sollten Sie bei Kohlgewächsen eine Anbaupause von mindestens drei Jahren einhalten.

Winterblumenkohl

Eine Besonderheit beim Blumenkohl ist der sogenannte Überwinterungsanbau, bei dem Sie bereits zwischen Ende März und Mai die ersten Blütenköpfe ernten können. Dafür müssen Sie lediglich im Juli/August des Vorjahrs spezielle Überwinterungssorten, wie z.B. ‘Wal­cheren Winter’ oder ‘Dalton’ F1 aussäen. Im Herbst unter Vlies oder ins Gewächshaus gepflanzt überdauern die Jungpflanzen den Winter und wachsen dann im zeitigen Frühjahr weiter.

 

Empfehlenswerte Sorten

Frühsorten: Empfehlenswerte SortenFoto: Picture Partners/Adobe Stock
• ‘Alpha’ (weiß)
• ‘Barcelona’ F1 (weiß)
• ‘Minaret’ (Romanesco, grün)
• ‘Frühernte’ (weiß)

Herbstsorten:
• ‘Alverda’ (grün)
• ‘Burt’ F1 (weiß)
• ‘Grafitti’ (violett)
• ‘Optimist’ F1 (weiß)
• ‘Rosalind’ (rotviolett)
• ‘Sunset’ F1 (gelborange)
• ‘Verde di Macerata’ (grün)
• ‘Veronica’ F1 (Romanesco, grün)
• ‘Violetta di Sicilia’ (violett)

Ganzjahressorten:
• ‘Celio’ F1 (Romanesco, grün)
• ‘Delta’ (weiß)
• ‘Igloory’ (weiß)
• ‘Neckarperle’ (weiß)
• ‘Vitaverde’ F1 (grün)

Miriam Soboll
Fachberaterin des Landesverbandes
Niedersächsischer Gartenfreunde

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